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Überfall auf Juwelier in Mühldorf und filmreife Flucht: Mutmaßliches Bandenmitglied vor Gericht

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Von: Daniela Haindl

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Maskierte und bewaffnete Männer hatten im März 2015 einen Juwelier in Mühldorf überfallen.
Am Donnerstagnachmittag haben unbekannte Täter - maskiert und bewaffnet - einen Juwelier in Mühldorf überfallen. Bei ihrer Flucht schossen sie sogar auf einen Zeugen. © TB21

Vor acht Jahren wurde Mühldorf durch einen Raubüberfall auf einen Juwelier erschüttert. Am 24. Januar startet nun am Landgericht Traunstein der Prozess gegen einen Tatverdächtigen.

Mühldorf – Am 24. Januar startet der Gerichtsprozess gegen einen 40-jährigen Mann aus Litauen, der zusammen mit zwei weiteren Männern am 5. März 2015 einen Juwelierladen in Mühldorf überfallen haben soll. Der Angeklagte, Povilas K., soll dabei vor der Eingangstür des Geschäfts Schmiere gestanden haben, während sich die zwei anderen Männer Zugang zu dem Geschäft verschafften. Schon beim Betreten des Ladens habe einer der Männer mit einer Schreckschusspistole nach oben gefeuert, um die anwesende Bedienstete und Kunden unter Kontrolle zu bekommen. Währenddessen soll der zweite Mann mit einer Axt die Vitrinen des Juweliers zerstört haben, um an die dort befindlichen Uhren zu gelangen. Insgesamt sollen die Diebe Uhren im Wert von 339.380 Euro erbeutet haben.

Filmreife Verfolgungsjagd und Flucht

Während die zwei Männer den Laden ausraubten, soll der beschuldigte K. vor dem Laden von einem Zeugen beobachtet und angesprochen worden sein. Als die Kumpanen des Angeklagten dann aus dem Geschäft rannten, habe K. mit Reizgas nach dem Zeugen gesprüht. Dieser habe aber nichtsdestotrotz die Verfolgung der drei Männer aufgenommen, welche zu Fuß Richtung Stadtwall flohen. Einer der drei habe dabei noch zwei weitere Schüsse auf den Zeugen abgesetzt, der aber zum Glück nicht verletzt wurde. Am Stadtwall sollen die Diebe dann in einen Audi A4 gestiegen und über das Freibad und Töging nach Altötting geflüchtet sein, wo sie den Audi schließlich zurückließen. Das Auto selbst sollen die Männer laut Anklageschrift wenige Tage zuvor am S-Bahnparkplatz in Johanneskirchen in München gestohlen haben – bereits mit der Absicht den Überfall auf den Juwelier damit auszuführen.

Festnahme in Litauen: Sieben Jahre nach Überfall

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, mit vier weiteren „namentlich noch nicht bekannten Personen“ Raubüberfälle auf Juweliere in Deutschland, Finnland und Dänemark durchgeführt zu haben. Die mutmaßliche Diebesbande soll sich dabei vor allem auf teure Uhren fokussiert haben und diese anschließend nach Osteuropa – vermutlich Russland – verbracht und dort verkauft haben. Erst sieben Jahre nach der Tat – am 30. Mai 2022 – konnte der tatverdächtige K. in Zusammenarbeit mit der litauischen Polizei in einer Wohnung in Kaunas, Litauen festgenommen werden. Dem 40-Jährigen droht nun wegen besonders schweren Raubs und Diebstahls eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Für den Prozess sind aktuell vier Termine angesetzt: Am 24., 26. und 31. Januar sowie am 2. Februar. Innsalzach24.de berichtet live aus dem Gerichtssaal.

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