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Fällung verhindern

Rettung für „Linde 21“ in Sicht: Initiative will Baum vom Neumarkter Stadtplatz umpflanzen

Buschiges Blattwerk, Straßenlaterne und Parkschild sind fast bedeckt: Eine Initiative will die Linde auf Höhe von Stadtplatz 21 retten und sammelt dafür Spenden.
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Buschiges Blattwerk, Straßenlaterne und Parkschild sind fast bedeckt: Eine Initiative will die Linde auf Höhe von Stadtplatz 21 retten und sammelt dafür Spenden.

Gibt es eine Rettung für die Linde am Stadtplatz 21? Es scheint so: Die Winterlinde, ein Edellaubbaum und Baum des Jahres 2016, soll verpflanzt werden. Einer Fällung, wie von der Stadt im Zuge der Stadtpatzsanierung im Oktober 2021 geplant, wollen Initiatoren aus Neumarkt-St. Veit zuvorkommen.

Neumarkt-St. Veit – Die Neumarkterin Eva Guse setzt sich zusammen mit Mann Dr. Christian Guse für die Rettung der Linde auf Höhe des Stadtplatzes 21 ein. Beide hatten sich im vergangenen Jahr mit dem Bürgerentscheid „Rettet unseren schönen Stadtplatz“ für eine andere Sanierung des Neumarkter Stadtplatzes ausgesprochen.

Mit dem neu gegründeten „Bürgernetzwerk-NSV“ wollen die Guses die Rettung der Winterlinde bewerkstelligen: „Wir möchten dieser Linde eine Chance geben, an einen Ort verpflanzt zu werden, an welchem sie weiterhin Sauerstoff produzieren, Kohlendioxid binden, unsere Luft von Schmutzpartikeln reinigen darf“, erklärt Eva Guse ihr Engagement.

Es sollte ihrer Ansicht nach ein Ort sein, an dem sie Bienen, Schmetterlinge, Lindenschwärmer und Hummeln als „ Weide“ dient und ihre Wurzeln neu anwachsen können. „Wir haben bereits Kostenvoranschläge eingeholt und sind mit diversen Firmen in Kontakt“, verrät Eva Guse, Mitbegründerin des Netzwerkes.

„Linde 21 ist es wert, erhalten zu werden“

„Die ,Linde 21‘ ist es wert, erhalten zu werden“, ergänzt ihr Mann Christian, der den Wert der Linde wie folgt erklärt: „Vorsichtig geschätzt müssten mindestens 100 junge Bäume mit einem Kronenvolumen von einem Kubikmeter gepflanzt werden, um das Kronenvolumen der über 60-jährigen Winterlinde zu ersetzen.“

Beide bekommen, nach eigenen Angaben, Unterstützung von den Kreisgruppen Mühldorf des Bund Naturschutz in Bayern und des Landesbundes für Vogelschutz.

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Um alles gut durchzuplanen und keine Überraschungen zu erleben, sei Vieles zu berücksichtigen, teilen die Eheleute Guse mit: Es gelte, die Durchfahrtmöglichkeit des Transporters für die Baumverpflanzung und die Tragfähigkeit der Brücken zu beachten. „Leitungen im Wurzelwerk der Linde müssen sondiert werden. Und dennoch muss die Spendenaktion schnellstmöglich anlaufen, damit die Aktion erfolgreich sein kann“, wie die Eheleute Guse in einem Schreiben mitteilen.

Als Spendenziel für die „Linde 21“ veranschlagen die beiden die ambitionierte Summe von 7777,21 Euro. Die Kostenschätzung der Firma beläuft sich auf knapp 6 000 Euro. „Jedoch könnten durch Überraschungen im Untergrund die Kosten auch noch steigen“, darüber sind sich die Beiden im Klaren.

Verschiedene Vorschläge für neuen Standort

Für den neuen Standort des Baumes liegen verschiedene Vorschläge vor, teilen Eva und Dr. Christian Guse mit. Ein Platz innerhalb der Stadt wird dabei ebenso genannt wie die KZ Gedenkstätte oberhalb der Stadt. Aber auch etwas außerhalb in der freien Natur gebe es nach Ansicht Guses Plätze, an denen die „Linde 21“ weiterleben könnte. Die Entscheidung darüber wird mit der Firma, dem neuen Eigentümer und in Abhängigkeit der Höhe der eingegangenen Spenden gefällt werden. „Denn jeder Kilometer Transportweg kostet 100 Euro netto“, informiert Guse.

Stadt gibt komplette Verantwortung ab

Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG) begrüßt die Rettungsaktion: „Ich finde sie absolut gut. Wenn es Personen gibt, die den Baum retten wollen. Dann können sie ihn auch gerne für einen symbolischen Euro haben!“ Baumgartner hatte in einer Stadtratssitzung auch eine Versteigerung ins Spiel gebracht. „Diesbezüglich hatte es aber keine Rückmeldungen gegeben.“ Baumgartner bestätigt, dass der Baum etwa Mitte Oktober beseitigt werden müsste, damit er den weiteren Sanierungsarbeiten nicht im Weg steht.

Macht Bürgermeister Baumgartner Geld für Rettung der Linde locker?

Die Verpflanzungsidee sei laut Baumgartner mit den Eheleuten Guse abgesprochen. Diese müssten sich aber dazu verpflichten, den Baum auszugraben, den Transport zu übernehmen und sich auch selbst ein Grundstück zu suchen, wo der Baum dann weiterleben könnte. Baumgartner schließt schon jetzt aus, dass der Baum auf städtischen Grund gepflanzt wird. Die Stadt werde sich hüten, erneut die Verantwortung für den Baum zu übernehmen. Dennoch will er die Aktion unterstützen: Es könne durchaus sein, dass auch er sein Portemonnaie öffnet, damit die Initiative ihrem Ziel von 7777,21 Euro einen Schritt näher kommt.

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