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Widerstand der Behörden

Strom per „Balkon-Kraftwerk“? Darum wird für einen Waldkraiburger daraus nix

Sogenannte „Balkonkraftwerk“ werden derzeit als Möglichkeit für Privatleute Strom zu erzeugen diskutiert. Warum das in Waldkraiburg für einen unserer Leser nicht möglich ist, erklärt Bauamtsleiter Carsten Schwunck.
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Sogenannte „Balkonkraftwerk“ werden derzeit als Möglichkeit für Privatleute Strom zu erzeugen diskutiert. Warum das in Waldkraiburg für einen unserer Leser nicht möglich ist, erklärt Bauamtsleiter Carsten Schwunck.

Einfach per Solar-“Balkonkraftwerk“ auf dem heimischen Balkon Strom erzeugen? Diese Idee hatte unser Leser aus Waldkraiburg, stieß aber auf Widerstand der Behörden. Wir haben uns erkundigt warum.

Waldkraiburg - „Meine Anfrage an die Stadt zur Einrichtung eines Balkonkraftwerkes auf meiner eigenen drei Meter breiten Terrasse führte zu folgender Antwort: ‚Das geplante Vorhaben widerspricht dem geltenden Bebauungsplan Nr. 111 Bauabschnitt 3. Dieser legt in Festsetzung Nr. 4.5 fest, dass Solaranlagen nur auf Dächern zulässig sind. Eine Befreiung von dieser Festsetzung kann ich Ihnen leider nicht in Aussicht stellen“, berichtet unser Leser. Er könne das nicht verstehen. „Die Häuser hier in der Nachbarschaft hätten doch einiges Potenzial zur Stromerzeugung. Die Wand, um die es geht, befindet sich im vierten Stock an der Terrassenrückseite und ist somit von der Straße aus nicht einsehbar. Die Terrasse ist fast drei Meter breit, das Geländer 1,14 Meter hoch. Das Photovoltaikmodul hat Standardmaße, also etwa 1,73 Meter hoch und 1,03 Meter breit und erzeugt maximale 380 Watt. Bei unserem Zweipersonenhaushalt ist das bei unserer Grundlast von 220 Watt pro Stunde ausreichend.“

Ein Balkonkraftwerk ist eine mit einem Stecker an das Stromnetz der Wohnung oder des Hauses angeschlossen wird. Im Handel kursieren verschiedene Namen dafür, etwa Mini-PV oder Plug-In-Kraftwerke. Streng genommen handelt es sich dabei nicht um Anlagen, sondern um elektrische Haushaltsgeräte, so unser Partnerportal merkur.de*. Sie sind so konzipiert, dass auch Laien sie mühelos installieren können, zumindest bis zu einer Leistung von 600 Watt. Leistungsstärkere Geräte müssen von Fachleuten installiert werden. Dann ist da noch die Sache der Genehmigung durch die Behörden. Der Betrieb an sich ist für Balkon-Solaranlagen bis maximal 600 Watt genehmigungsfrei. Zu dieser Genehmigungsfreiheit für das Betreiben an sich kommt aber noch die baurechtliche Genehmigung für die Installation der Anlage, die wiederum eine separate Genehmigung braucht.

Strom per „Balkon-Kraftwerk“? - Behörden-Widerstand für Leser aus Waldkraiburg

„Grundsätzlich kann der Bauausschuss eine entsprechende Änderung des Bebauungsplanes vornehmen. Die würde, wenn man es überhaupt möchte, allerdings wiederum ein Verfahren nach sich ziehen. Andere öffentlich-rechtlichen Hindernisse könnten allenfalls auszuschließende Blendwirkungen sein. Alle andern rechtlichen Klärungen sind privatrechtlicher Natur“, berichtet Carsten Schwunck, Leiter der Abteilung für Stadtentwicklung und Bürgerangelegenheiten. „Derzeit ist keine Änderung des Bebauungsplanes vorgesehen. Der betreffende Bebauungsplan sieht Photovoltaikanlagen nur auf Dächern vor. Sinn solcher Regelungen ist der Schutz des Ortsbildes und Vermeidung von gestalterisch bedenklichen Anhäufungen von ungeplanten Anlagen wie wir sie bereits von Sat-Schüsseln kennen.“

Der Stadtverwaltung seien keine weiteren Anfragen dieser Art bekannt, so Schwunck weiter. „Städte wie München fördern diese ‚Kleinprojekte‘ monetär bis zur Hälfte der Kosten. Nicht so Waldkraiburg.“, so unser Leser weiter. „Derzeit gibt es keine Überlegungen, eine solche Förderung zu ermöglichen“, schließt Schwunck.

*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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