Kennt Ihr diesen Mann - Teil 4 unserer Serie

Artikelserie zu bekannten Rosenheimern: Wer war Max Reheis?

Max Reheis aus Rosenheim war wegen seiner Erfolge bei kleineren Fahrradrennen eine kleine Berühmtheit.
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Max Reheis aus Rosenheim war wegen seiner Erfolge bei kleineren Fahrradrennen eine kleine Berühmtheit.

Rosenheim - In unserer Serie „Kennt Ihr diese Frau?/Kennt Ihr diesen Mann? - Bekannte Rosenheimer Persönlichkeiten“ stellen wir in Zusammenarbeit mit dem Rosenheimer Stadtarchiv im wöchentlichen Turnus eine berühmte Rosenheimer Persönlichkeit vor.

Die Stadt Rosenheim blickt auf eine lange Geschichte zurück. Und in dieser Geschichte spielten gewisse Persönlichkeiten eine besondere Rolle. Damit diese nicht in Vergessenheit geraten und auch einfach weil viele Rosenheimer über diese Menschen, deren Namen immer noch häufig in der Stadt auftauchen, sie nicht mehr kennen, startet rosenheim24.de zusammen mit Christopher Kast, dem Leiter des Stadtarchiv Rosenheim eine Serie über „berühmte“ Rosenheimer Persönlichkeiten. Jede Woche wird eine Person genauer beleuchtet. Den Anfang machte Rosa Gillitzer, danach Ludwig Eid. In Teil drei ging es weiter mit Marie Globerger. Heute geht es um Max Reheis.

Kennt ihr Max Reheis aus Rosenheim?

Ganz reichte es nicht für die Weltspitze. Auf der großen Bühne gewann Max Reheis (1869-1936) nur die zweiten Plätze bei der Radfernfahrt Mailand-München, Moskau-St. Petersburg und Wien-Triest. Regional war er aufgrund seiner Erfolge bei kleineren Fahrradrennen jedoch eine Berühmtheit. Seine frühen Siege bei regionalen Wettbewerben waren hart erarbeitet. Bereits als Jugendlicher lieferte er auf dem Fahrrad Polster und Pferdegeschirre aus der väterlichen Werkstatt in Wasserburg und Umgebung aus – Training das sich letztlich auszahlte.

Sein privates und berufliches Leben verbrachte Max Reheis zunächst in Wasserburg, wo er ein Fahrradgeschäft und eine Reparaturwerkstatt betrieb. Im April 1897 eröffnete er eine weitere Filiale in Rosenheim, die sich im Gillitzer-Block befand. Am 23. September 1909 wechselte er schließlich die Branche und eröffnete am Max-Josefs-Platz 9 den „Rosenheimer Stadt-Kinematographen“. Mindestens ein weiteres Kino betrieb er in Wasserburg.

Neben beruflichem Erfolg fand er in Rosenheim auch sein privates Glück. Am 29.8.1899 schloss er die Ehe mit der Rosenheimerin Maria Anna Hofer. Während des Ersten Weltkriegs zog Max Reheis schließlich nach Salzburg, wohin ihn jedoch seine Probleme mit der Justiz verfolgten. Er wurde nicht nur der „Wechselfälschung“ beschuldigt, sondern auch seine Ehre als Sportsmann wurde in Frage gestellt. Unehrliches Verhalten soll er bereits während der Fahrradwettkämpfe gezeigt haben. Der Wahrheitsgehalt der Vorwürfe ist nicht zu klären.

Auch am streitlustigen Charakter Max Reheis‘ bestehen Zweifel. Den Sieger der Radfernfahrt Mailand-München, Joseph Fischer“ zerrte er zwar bis vor ein Schiedsgericht. Der Vorwurf: Betrug! Sein Konkurrent habe sich von Helfern mit einem Seil ziehen lassen. Wahrscheinlich stand hinter den Vorwürfen aber der Rosenheimer Velociped-Club, der Reheis zu den Anschuldigungen gegen Joseph Fischer drängte. Ungeachtet der Vorwürfe steht fest, dass Max Reheis für den Rosenheimer Raum und darüber hinaus eine wichtige Figur für die gesellschaftliche Etablierung des Fahrradfahrens war.

Christopher Kast/jb

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