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So geht es mit dem Familienbad weiter

Wasserburger Badria im Griff der Gaskrise: Mit diesen Einschränkungen müssen Besucher rechnen

Die Gaskrise macht dem Badria in Wasserburg zu schaffen.
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Die Gaskrise macht dem Badria in Wasserburg zu schaffen.

Das Badria ist der größte Energie- und Gasverbraucher der Stadt. Seit Wochen wird darüber diskutiert, wie es weitergehen soll. Nun hat der Werkausschuss getagt und eine Entscheidung getroffen. Die Maßnahmen sind weitreichend.

Wasserburg – Das Badria ist der größte Energie- und Gasverbraucher der Stadt. 3150 Megawattstunden an Wärme verbraucht es pro Jahr, 1750 Megawatt Stunden an Strom. Zum Vergleich: Ein Haushalt mit vier Personen verbraucht etwa 4000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Seit Wochen wird in politischen Kreisen diskutiert, was mit dem Spaßbad passieren soll. Nun ist eine Entscheidung gefallen. Die gute Nachricht: das Bad bleibt vorerst geöffnet, doch die Gäste müssen mit Einschränkungen rechnen.

Teilschließung, Temperatur reduziert

In einer nichtöffentlichen Sitzung beschäftigte sich der Werkausschuss am Dienstagabend mit dem Thema. „Es war eine sachliche und gute Diskussion“, erklärt Bürgermeister Michael Kölbl, die seiner Meinung nach zu einer guten Lösung geführt habe. „Wir können einsparen, bleiben aber gleichzeitig attraktiv.“

Wichtigste Grundsatzentscheidung: Das Spaßbad bleibt Stand jetzt offen, der Betrieb wird aber ab nächster Woche reduziert. „Wir werden das Gaudi- und Heißbecken schließen“, erklärt Kölbl. Gleiches gilt für den Rutschturm und den Whirlpool. „Den Saunapool führen wir im Kaltbetrieb weiter.“

Offen bleiben wird das Freibad, sowie die Sauna. Beides würde mit der Solarthermie auf dem Dach betrieben und hänge damit nicht am Gashahn.

Auch das Schwimmbecken bleibe geöffnet. „Hier laufen auch noch ein paar Schwimmkurse, deshalb war das auch die Empfehlung der überörtlichen Wasserwacht und des DLRG“, so Kölbl. Jedoch werde die Wassertemperatur erneut reduziert, auf 26 Grad. Warmbadetage werde es bis auf Weiteres nicht mehr geben. Für den Winter sei angedacht, den Außenbetrieb zu schließen. „Dann werden wir das Gaudibecken wieder öffnen.“

Keine reine Kostenentscheidung

Mit dem Ergebnis sei er zufrieden. Das Gaudibecken sei im Sommer ohnehin nicht hochfrequentiert. „Und 26 Grad ist immer noch eine angenehme Temperatur zum Schwimmen.“

Auch Stadtwerkechef Robert Pypetz betont, dass man sich die Entscheidung nicht leicht gemacht habe. „26 Grad ist eine Sportlertemperatur, das ist uns klar“, erklärt Pypetz. „Wir haben lange abgewogen, was wir noch vertreten können.“ Das Wichtigste jedoch sei, der Energieverbrauch könne um 35 Prozent reduziert werden. „Es war keine reine Kostenentscheidung, wir haben noch laufende Verträge, die sich auf die vorherigen Preise beziehen, aber wir müssen Gas einsparen“, so Pypetz.

„Wir wissen nicht, was morgen ist“

Klar sei aber, die Maßnahmen würden nur für die jetzige Situation gelten. „Wir wissen alle nicht, was morgen ist“, erklärt Kölbl. Voraussetzung für den Weiterbetrieb des Familienbades sei, dass sich die Situation rund ums Gas nicht verschärfe. Also zum Einen, dass Stufe drei des Gasalarmplans nicht kommt und eine Schließung von Freizeitanlagen von staatlicher Seite angeordnet werde und zum Anderen, dass die Energiepreise nicht weiter steigen. In solchem Fall könnten weitere Maßnahmen nicht ausgeschlossen werden.

Badria-Gelände auch im Katastrophenfall wichtig

Doch es gilt: Die Situation ist komplex. „Beim Badria gibt es auch versorgungspflichtige Sachen, die mit dem Netz verwoben sind“, so Kölbl. Einige Mieter sind an das Netz angeschlossen, sowie die Badriahalle, die als wichtige Sportstätte dient und im Katastrophenfall, zum Beispiel bei Hochwasser, als Evakuierungsort. Um auch für absoluten Notfall gerüstet zu sein, habe der Werkausschuss deshalb beschlossen, Heizöl zu kaufen. „Wir haben noch funktionstüchtige Heizöltanks“, erläutert Kölbl. Diese seien in der Vergangenheit regelmäßig gewartet und vom TÜV geprüft worden, derzeit seien sie jedoch leer. Nun sollen sie wieder gefüllt werden. „Das ist aber nur für den absoluten Notbetrieb.“

Wie gravierend die Situation ist, zeigt ein weiterer Beschluss, der im Werkausschuss fiel: „Sollte sich die Situation zuspitzen, hat der Ausschuss beschlossen, dass ich gemeinsam mit dem Werksleiter kurzfristige Entscheidungen treffen darf“, so Kölbl ¨– auch ohne vorherige Beratung.

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