Keine Streckenplanung mehr durch den Ort

Brenner-Nordzulauf: Verknüpfungsstelle in Großkarolinenfeld scheidet aus

Auf einem Feld vor Großkarolinenfeld haben Gegner des Brenner-Nordzulaufs ein Modell errichtet, das zeigen soll wo und wie hoch die neuen Gleise verlaufen könnten.
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Auf einem Feld vor Großkarolinenfeld haben Gegner des Brenner-Nordzulaufs ein Modell errichtet, das zeigen soll wo und wie hoch die neuen Gleise verlaufen könnten.

Großkarolinenfeld - Die Deutsche Bahn vermeldet einen Zwischenstand bei ihren Planungen für das Bahnprojekt Brenner-Nordzulauf. Die neue Strecke wird nicht durch das Ortsgebiet von Großkarolinenfeld verlaufen.

„Das löst ein Problem, aber sicher nicht alle“, sagt Großkarolinenfelds Bürgermeister Bernd Fessler gegenüber rosenheim24.de. „Weil die anderen Trassen auch das Ortsgebiet von Großkarolinenfeld betreffen. Es ist deshalb immer schwierig zu sagen ‚Juhu, jetzt geht es nicht mehr durch den Ortskern‘, weil die anderen Bürger betroffen bleiben.“

Brenner-Nordzulauf: Keine Trasse durch den Ortskern Großkarolinenfeld

Die neue Bahnstrecke wird auf keinen Fall durch das Ortsgebiet von Großkarolinenfeld verlaufen. Das gab DB-Projektleiter Christian Tradler am Montag, 10. November in einem Pressegespräch bekannt. Das habe ein Vergleich mit einer anderen Untervariante, die nördlich an Großkarolinenfeld vorbeiführt, ergeben. Noch bis Ende des Jahres befinden sich fünf Grobtrassen im Raumordnungsordnungsverfahren. Danach wird die Trassenauswahl zu Ende geführt. „Ein Trassenverlauf mit einer Verknüpfungsstelle in Großkarolinenfeld stellt keine Lösung mehr dar“, so Tradler. „Wir haben uns nach eingehender Prüfung entschieden, in der weiteren Planung für die Trassen Blau und Violett nur den Verlauf nördlich von Großkarolinenfeld zu verfolgen.“

Der Entscheidung ging ein Vergleich der beiden Untervarianten voraus. Er erfolgte auf Basis des mit der Region erarbeiteten Kriterienkatalogs. Die Planer ermittelten die Auswirkungen für die Kriterien der Fachbereiche „Verkehr und Technik“ sowie „Raum und Umwelt“. Umwelt“. In beiden Fachbereichen schneide derTrassenverlauf nördlich von Großkarolinenfeld deutlich besser ab. Drittes Ausschluskriterium: Sechs Kilometer Bestandsstrecke in und um Großkarolinenfeld hätten an die Zusammenführung mit der neuen Trasse im Ortszentrum angepasst werden müssen. Die Bahn rechnete in diesem Szenario mit einer „mehrmonatigen bis jahrelangen Bauphase“, mit schweren Beeinträchtigungen durch Lärm. Und mit Einschränkungen des Verkehrs vor allem für die Pendler.

Die Trasse für den Brenner-Nordzulauf, die direkt durch Großkarolinenfeld geführt hätte, scheidet aus den Planungen aus.

Trasse hätte auch Ortsentwicklung behindert

Eine Neubau-Trasse durchs Herz von Großkarolinenfeld hätte umfangreiche Eingriffe erforderlich gemacht. So hätten erstens mehrere Straßen wie zum Beispiel die Waldmeisterstraße überbaut werden müssen. Abschreckend wirkte zweitens die wesentlich höhere Lärmeinwirkung. Durch eine Trasse durchs Herz von Großkarolinenfeld wären 200 Hektar betroffen gewesen, bei der nördlichen Untervariante aber seien lediglich ein Drittel dieser Fläche betroffen, hieß es seitens der Bahn.

„Es ist sicher, dass die Trasse durch den Ort am Meisten Probleme bereitet hätte“, so Bürgermeister Fessler. „Die Trasse hätte bei Verwirklichung erhebliche Einschränkungen für die Ortsentwicklung bedeutet. Beispielsweise hätte ein geplanter Kindergarten nicht realisiert werden können.“

So geht es jetzt weiter

Die Entscheidung wirkt sich auf das laufende Raumordnungsverfahren aus. Die Projektleitung hat die Regierung von Oberbayern darüber informiert, sie eine Verknüpfungsstelle in Großkarolinenfeld nicht weiterverfolgt. Die Untervariante wird daher aus dem laufenden Raumordnungsverfahren zurückgezogen und soll nicht mehr auf Raumverträglichkeit überprüft werden. Noch bis Ende des Jahres befinden sich fünf Grobtrassen im Raumordnungsordnungsverfahren durch die Regierung von Oberbayern.

Mit berücksichtigt werden rund 30.000 Einwendungen von Bürgern und Kommunen aus der Region. Bis Ende November, Anfang Dezember sollen dieser Prozess abgeschnitten sein. Dann geht es mit Tempo weiter: Bis zum Frühjahr will die Bahn aus ihren fünf Grobtrassen ihren Favoriten ausgewählt haben.

jb

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