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Bürgerversammlung zeigt Sanierungsstau auf

Viel Streit, viele Emotionen: Ramerberg ist ein kleiner Ort mit drei großen Baustellen

Problem Nummer zwei: der zu sanierende Kindergarten.
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Problem Nummer zwei: der zu sanierende Kindergarten.

Viele Baustellen, viel Streit, viele Emotionen: Die Bürgerversammlung in Ramerberg hat erneut gezeigt, wie tief die Gräben in der Gemeinde sind – aber auch, dass Ramerberg vor einem riesigen Berg an infrastrukturellen Problemen steht, die es abzuarbeiten gilt.

Ramerberg Etwa 300 Einwohner verfolgten im großen Saal des Gasthauses Bichler gespannt die Ausführungen von Bürgermeister Manfred Reithmeier. Dieser sprach von vielen Baustellen, die es in Ramerberg gebe.

Baustelle eins: die marode Wasserversorgung. Nachdem 2020 „eine erhebliche Überschreitung der Grenzwerte“ für coliforme Keime aufgetreten war, stellten Experten nach Reithmeiers Angaben fest, dass viele Anlagen „nicht dem Stand der Technik“ entsprechen würden. Der Bürgermeister listete unter anderem auf: Armaturen und Schieber, die nicht funktionieren würden, undichte Leitungen, nicht zu 100 Prozent leistungsfähige Hydranten, ein vom Netz genommener Hochbehälter in Sendling, wo nach wie vor gechlort werden müsse, ein notsanierter Hochbehälter Eich, eine Druckerhöhungsanlage, die veraltet gewesen sei.

Problem Nummer eins: die marode Wasserversorgung (Pumpwerk Eich)

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Das Sanierungskonzept sehe nun unter anderem eine neue Trinkwasserleitungstrasse vom Übergabeschacht bis nach Steingassen vor. Baustart sei im Frühjahr 2022. Nach der Fertigstellung vermutlich Mitte 2022 könne die Chlorung beendet werden. Die Baumaßnahme wird etwa 650.000 Euro kosten, so der Rathauschef. Bereits in diesem Jahr seien 100.000 Euro in die Sanierung der Wasserversorgungsanlagen gesteckt worden. Jetzt sei unter anderem die Löschwasserversorgung wieder gesichert. Weitere Investitionen seien notwendig, sodass Ramerberg insgesamt etwa eine Million Euro stemmen müsse.

Baustelle zwei: der Kindergarten. Er weist erhebliche Mängel auf, so Reithmeier. Es gebe drei Lösungsvarianten: Sanierung im Bestand, Abriss und Neubau auf dem vorhandenen Grundstück oder an anderer Stelle. Eine Analyse der Varianten sei notwendig, um eine öffentliche Förderung zu erhalten, berichtete er.

Problem Nummer drei: der nicht mehr zukunftsfähige Sportplatz in Ramerberg.

Baustelle drei: der Fußballplatz Ramerberg. Reithmeier erläuterte noch einmal, warum die Gemeinderatsmehrheit die geplante Verlegung nach Zellerreit gestoppt hat. Es gebe mehrere Gründe, warum der Standort nicht geeignet sei: die zu enge Zufahrt, für deren Erweiterung kein Grund abgetreten werde, erhebliche Bedenken der Naturschutzbehörden, die Überschwemmungsgefahr. Außerdem gebe es viele offene Fragen zur Finanzierung.

Bürgermeister zeigt sich weiter gesprächsbereit

Reithmeier warf dem Sportverein Ramerberg (SVR) vor, nicht mitgeteilt zu haben, was der Verein für die Finanzierung aufbringe. Der Verein wies diesen Vorwurf energisch zurück. Der Bürgermeister betonte, es tue ihm leid, dass der vom SVR gewollte Standort nicht verwirklicht werden könne. Hätte er eine Realisierungschance gehabt, hätte der vorherige Gemeinderat es nach dem ersten Antrag dazu im Jahr 2016 auch schon packen können. Dass er dies nicht getan habe, spreche für sich.

Reithmeier versprach, weiter gesprächsbereit zu sein. Seine Türen ständen auf, „doch so wie es momentan läuft, geht es nicht“.

Das steht 2022 auf der Agenda – das wurde 2021 bewegt

Das steht 2022 nach Informationen von Bürgermeister Manfred Reithmeier auf der Agenda in Ramerberg: die weitere Sanierung der Wasserversorgung, die Entscheidung zum Kindergarten, eine neue Feuerwehrabgasanlage, die Fertigstellung der Außenanlagen am Gemeindehaus, Grundstückskauf, ein Fuß- und Radweg von Anger nach Steingassen, die Sanierung des Stigelweges, ein neuer Weg in Eich, die Befahrung der Abwasserkanäle und die Gestaltung der neuen kommunalen Homepage. Außerdem benötigt die Kläranlage, bei der defekte Messgeräte ausgetauscht worden seien, eine Zwischenlagerungsmöglichkeit für den Schlamm. Hierbei wird Ramerberg mit Nachbargemeinden zusammenarbeiten.

Die Kommune will außerdem den Breitbandausbau fördern, eine Übersicht über die letzten weißen Flecken der Versorgung im Dorf werde derzeit erstellt. Kritik gab es an einer Firma, mit der die Gemeinde in puncto Digitalisierung große Kommunikationsprobleme habe, so Reithmeier. Noch Ende dieses Jahres/Anfang 2022 müssten am Buchenweg größere Baumfällungen stattfinden, unter anderem seien kranke Eschen zu entfernen. Dann müsste für ein oder zwei Tage auch die Straße gesperrt werden.

2021 hat Ramerberg trotz vieler Probleme in den Augen des Bürgermeisters auch viel bewegt: Unter anderem seien zwei neue Spielplätze entstanden, zwei Gräben seien saniert worden, damit sie Starkregen aushalten, Bauleitplanungen für das Unternehmen Elpro, das erweitern wolle, für den Außenbereich Loh, die Reichlsiedlung und Sendling Mitte seien gestartet worden.

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