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Schüler dürfen bald Honig schleudern

Die Wasserburger Mittelschule hat mit Andrea Anger eine imkernde Lehrerin

Mit Handfeger und Drahtkorb holt Andrea Anger, Lehrerin der Wasserburger Mittelschule, das ausgeschwärmte Bienenvolk vom Apfelbaum.
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Mit Handfeger und Drahtkorb holt Andrea Anger, Lehrerin der Wasserburger Mittelschule, das ausgeschwärmte Bienenvolk vom Apfelbaum.

„Wir hoffen heuer auf ein bissl Honig“, sagt Maria Albert, Schulleiterin der Wasserburger Mittelschule. Denn im Schulgarten leben fünf Bienenvölker, die von Lehrerin Andrea Anger betreut werden. Sobald Corona es zulässt, gibt es praktischen Imker-Unterricht mit den Schülern, die dann selber Honig schleudern dürfen.

Wasserburg – Die Mittelschule Wasserburg ist stolze Besitzerin von fünf Bienenvölkern, die im Schulgarten neben der Turnhalle Richtung Inn in Bienenstöcken leben. Betreut werden sie von Lehrerin Andrea Anger. „Das ist ihr privates Hobby, das sie mehr und mehr in den Unterricht einbezieht und den Schülern viel über das Imkern beibringt.

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Wir hoffen, heuer auf ein bissl Honig“, sagt Schulleiterin Maria Albert auf Nachfrage der Wasserburger Zeitung.

Sobald es die Corona-Beschränkungen zulassen, sollen die Jugendlichen ins Boot geholt werden und zum Beispiel selbst Honig schleudern, so die Rektorin.

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Im Rundbrief der Schule informiert die imkernde Lehrerin Andrea Anger auch die Eltern über das Projekt. Sie erklärt auch beispielsweise, warum Bienen schwärmen. Dazu hätten sich die Schul-Bienen nämlich am Tag vor den Pfingstferien aufgemacht.

Wenn es eng wir im Bienenstock

„Im April und Mai wächst das Bienenvolk sehr schnell und jeden Tag legt die Königin weiterhin bis zu 2000 Eier – das heißt, dass dann später auch fast 2000 Bienen schlüpfen – und das jeden Tag! Da kann ein Bienenstock, auch wenn er schon eine zweite Zarge (zweites „Stockwerk“) hat, schnell zu eng werden“, so Anger. Außerdem sei ein Schwarm die natürliche Art und Weise, sich zu vermehren und jedes Volk schwärmt – wenn der Imker/die Imkerin dies zulasse.

Anger habe am Tag vor dem Schwärmen kontrolliert, ob sie „Weiselzellen“ findet. „In einer Weiselzelle ziehen Bienen neue Königinnen heran. Die Königin hat in diese etwas längere Zelle, ein Ei gelegt und die Bienen haben diese Zelle ausgebaut, die Made gefüttert (mit Gelee Royal) und darauf geachtet, dass die Prinzessin gut wächst“, erklärt die Lehrkraft.

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Diese Weiselzelle befinde sich nicht auf einer Wabe, sondern immer am Rand und nach unten gebaut, denn diese Zelle ist viel größer als eine Zelle für eine normale Biene. Eine Königin schlüpft somit immer kopfüber, erfährt man von Andrea Anger.

Das ausgeschwärmte Bienenvolk im Schulgarten wird von Lehrerin Andrea Anger in einen weiteren Stock umgesiedelt.

Königin auf Diät

Natürlich verstecken die fleißigen Insekten diese Weisel- oder Prinzessinnenzellen gut, denn viele Imker/innen brechen sie aus, damit die Bienen nicht schwärmen.

„Hat also die Königin ihr Ei in diese Zelle gelegt, dann setzen die Stockbienen sie auf Diät, damit sie leichter wird und besser fliegen kann. Nach acht Tagen verdeckeln sie diese Weiselzelle und dann fliegt ungefähr ein Drittel bis zur Hälfte des Volkes mit der Königin aus dem Stock.“ Zuvor haben alle Bienen sich mit Honig gestärkt und können bis zu drei Tage ohne Futter überleben. Meist suchen sie sich einen Platz in der Nähe des Bienenstocks. „Sie müssen erstmal überlegen, wohin sie wollen: zum Beispiel in eine Baumhöhle oder einen anderen Hohlraum, in den sie einziehen können“, erklärt Anger.

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Diesen Platz zu finden, sei die Aufgabe der Spurbienen. Sie fliegen los und suchen die Gegend ab und wenn sie etwas gefunden haben, dann teilen sie es mit und gemeinsam entscheiden alle, ob dieser Ort geeignet sei.

Dafür brauchen die Tiere einige Zeit. Die hat die Imkerin genutzt. Sie hat eine „Beute“ geholt und die Bienen dann von dem Apfelbaumzweig behutsam in einen Drahtkorb gefegt und in die Beute, also den Stock, umgesiedelt.

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„Die Beute hab ich bis zum Abend dort stehen lassen, damit auch die letzten Nachzügler noch ihren Weg finden. Wenn die Königin in der Beute ist, dann bleiben die Bienen auch dort und fangen gleich an, die Waben, die dort schon waren, auszubauen – denn, es geht ja gleich wieder weiter“, so Anger.

Aus eins mach zwei

Und das ehemalige Volk? „Tja, da warten die Bienen auf den Tag, an dem die neue Prinzessin schlüpft. Sie wird dann gehegt und gepflegt und wenn alles gut geht, fliegt sie eine Woche später aus - auf den sogenannten „Hochzeitsflug“ und dann wird auch sie bald anfangen Eier zu legen. Und somit haben wir aus einem Volk zwei gemacht“, so die imkernde Lehrerin.

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