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Wenig Fußball-Stimmung in der Stadt?

Kaum Public Viewing zur Fußball-WM? Wie die Rosenheimer Wirte darüber denken

Viele Lokale in Deutschland haben angekündigt, die Spiele der Fußball-WM in Katar nicht zu zeigen. In Rosenheim sind sich die Wirte weitestgehend einig. (Symbolbild)
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Viele Lokale in Deutschland haben angekündigt, die Spiele der Fußball-WM in Katar nicht zu zeigen. (Symbolbild).

Am 20. November startet die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Die Diskussionen um die Zustände im Wüstenstaat sind groß. Daher soll es in Deutschland weniger Public Viewings als sonst geben. Wie denken die Wirte die Rosenheim darüber?

Rosenheim - In wenigen Tagen beginnt die Fußballweltmeisterschaft in Katar. Doch ob das Turnier unabhängig vom Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft zum „Winter-Sommermärchen“ wird, ist fraglich. Zu sehr stehen Themen wie Menschenrechtsverletzungen, Ausbeutungen von Gastarbeitern und homophobe Äußerungen im Zusammenhang mit dem Gastgeberland. Zudem fällt die WM in die „staade“ Weihnachtszeit.

Deutschlandweite Boykotte

Daher haben bereits landesweit viele Gastronomen - unter anderem aus Boykottgründen - angekündigt, die Spiele nicht zu zeigen. Auch in Rosenheim ist die Fußballvorfreude noch verhalten. Die meisten Wirte in der Stadt haben zum Thema Public Viewing und Winter-Weltmeisterschaft eine klare Meinung. Doch es gibt eine kleine Hoffnung für Fußball-Fans.

„Bisher haben wir nur zwei Anträge für ein Public Viewing von gastronomischen Betrieben erhalten“, berichtet ein Sprecher der Stadt. Allerdings verweist er darauf, dass dies nur Veranstaltungen an der frischen Luft betreffe. Fußballübertragungen in kleineren Innenräumen müssten nicht durch die Stadt genehmigt werden.

Kein generelles Verbot von Public Viewing

Ein generelles Verbot für Public Viewings zur Weltmeisterschaft in Katar wolle die Stadt nicht aussprechen, wie der städtische Sprecher bestätigt. Damit positioniert sich die Rosenheim anders als einige bayerische Großstädte. In Augsburg zum Beispiel hat sich die Stadtverwaltung gegen das gesellschaftliche Fußballschauen ausgesprochen, da sich die politische Situation im Wüstenstaat nicht mit den Friedenswerten der Stadt vereinen lasse. Auch in München soll es beispielsweise im Olympiapark kein Public Viewing geben.

„Wenn wir den Leuten verbieten, Fußball zu schauen, wäre das nicht besser, als das, was am Gastgeberland teilweise kritisiert wird“, so der Sprecher der Stadt Rosenheim. Die Entscheidung, sich ein Spiel der WM anzuschauen, solle frei sein und müsse jeder für sich selbst treffen.

Damit steht fest: Die Spiele zeigen, dürfen die Wirte. Ob sie es wollen, ist die andere Frage. „Wir haben in der Richtung gar nichts geplant, das hat aber keine politischen Gründe“, sagt Andreas Haas, Geschäftsführer des Gasthauses „Tante Paula“. Es sei ihm aufgrund des kleinen Wintermarktes im Bereich seines Lokales nicht möglich, die Spiele „auf die Leinwand zu bringen.“ „Es ist halt Winter und nicht WM-Zeit“, sagt der Restaurantinhaber.

Kaum Platz in den Lokalen

Zudem sei der Platz in den Innenräumen der Lokale im November und Dezember begrenzt. „In der Zeit gibt es viele andere Veranstaltungen wie Weihnachtsfeiern“, sagt Lorenz Stiglauer, Geschäftsführer der Flötzinger Brauerei. Er glaubt, dass die meisten Gastronomen die WM daher nicht übertragen. „Es wird keiner zusätzliche Fernseher aufstellen und dann aus Platzgründen die Weihnachtsfeiern absagen“, betont Stiglauer.

So werden auch im „Flötzinger Bräustüberl“ keine Begegnungen aus Katar laufen, wie Stiglauer und Korbinian Vogel, Geschäftsführer des Wirtshauses, bestätigen. Dies habe mehr wirtschaftliche als politische Hintergründe, da der Aufwand für ein Public Viewing einfach zu groß sei.

Im „Zum Augustiner“ am Max-Josefs-Platz könnten hingegen die Spiele mit deutscher Beteiligung laufen. „Wir schauen, was sich ergibt“, sagt Eric Brodka, der Wirt des Lokals. Sonst wolle man sich beim Public Viewing eher zurückhalten, da es „schon Wahnsinn ist, was da in Katar wegen der WM passiere“. Damit wolle er eigentlich weniger zu tun haben. Deswegen werde Brodka sich daran orientieren, was seine Gäste wollen und gegebenenfalls vereinzelte Spiele zeigen.

Pläne für die Inntalhalle

So zeichnet sich in Rosenheim wenige Tage vor WM-Start ein klares Bild ab: Bis auf wenige Kneipen wie zum Beispiel das „Valentino“ verzichten die Rosenheimer Gastronomen weitestgehend auf eine schwarz-rot-goldene Fan-Party.

Es gibt allerdings einen Hoffnungsschimmer für Fußball-Fans: Auerbräu und Festwirt Werner Heinrichsberger überlegen, in der Inntalhalle ein Public Viewing mit „großem Video-Screen“ zu veranstalten. „Mit Biergärten und so weiter wird im Herbst und Winter nicht so viel gehen“, sagte Heinrichsberger bereits kurz nach dem Ende des Rosenheimer Herbstfestes gegenüber den OVB-Heimatzeitungen.

Zu den genauen Plänen und einem möglichen Ablauf der Veranstaltung äußerte sich der Festwirt am Freitag (11. November) auf OVB-Nachfrage zurückhaltend, da die Vorbereitungen noch liefen. Auch Auerbräu war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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