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Manche Gemeinderäte fürchten einen „Flickenteppich“

Welche Straßen werden in Großkarolinenfeld richtig saniert und welche nur geflickt?

Ziemlich kaputt: Der Aschachweg.
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Ziemlich kaputt: Der Aschachweg.

Der Gemeinderat Großkarolinenfeld verplante rund 650000 Euro für den Straßenbau. Das sind die Entscheidungen.

Großkarolinenfeld – In der Gemeinde sollen einige Straßen ausgebessert werden. Doch welche Abschnitte eine Sanierung nötig haben und ob es reicht, sie partiell zu flicken – das wurde in der vergangenen Sitzung des Gemeinderates ausgiebig diskutiert.

Bereits in der Sitzung mit den Fraktionsvorsitzenden am Tag davor sei man sich nicht einig gewesen, ließ Bürgermeister Bernd Fessler (parteilos) durchblicken. Manch einer der Gemeinderäte hatte sich abends sogar noch auf den Weg gemacht, um die betreffenden Straßen genauer unter die Lupe zu nehmen.

Teilbereiche neu asphaltieren

Der Bürgermeister erklärte auch, dass man die Straßen nicht völlig neu asphaltieren müsse. Es reiche, einige Teilbereiche auszubessern.

Auch, wenn der Zustand einiger Straßen zum Befahren mit Auto und Radl noch annehmbar sei, solle man die Aufgabe nicht aus den Augen verlieren. Denn wenn man es zu lange aufschiebe, gingen die Fahrbahnen immer weiter kaputt und der Aufwand werde am Ende größer.

Straßensanierung für über 650 000 Euro

Im Haushalt sind bereits 250 000 Euro für die Sanierung des Aschachweges sowie 400 000 Euro für weitere Straßensanierungen eingestellt. Das Ziel der Verwaltung war es nun, mit dem vorhandenen Budget möglichst viele Reparaturen zu bewerkstelligen. Das Bauamt hatte im Vorfeld bei einer Begehung mit einem Experten vom Ingenieurbüro RoPlan geprüft, welche Straßen dafür fällig wären.

Karte mit Schadensbildern

Der Gemeinderat hatte allerdings teilweise andere Ansichten dazu. Das ging bereits beim ersten Vorschlag los, dem Straßenabschnitt Linden nach Öd. Verwaltungsmitarbeiter Wolfgang Osterloher, zuständig unter anderem für den Bereich Straßensanierung, hatte einige Fotos dabei. Darauf zu sehen: Schlaglöcher, ausgefahrene Bankette und sogenannte Elefantenhaut – Risse in der Fahrbahn. Anhand einer Karte zeigte er, an welchen Stellen einseitige Sanierungen nötig seien und wo man die gesamte Straßenbreite neu asphaltieren müsste. Die Kostenberechnung beläuft sich auf knapp 71 000 Euro.

Flickenteppich befürchtet

„Das wird ein ganz schöner Flickenteppich“, meinte Klaus Boos (CSU) dazu. Könne man die Strecke nicht komplett abfräsen und eine neue Asphaltschicht auftragen, fragte er. Dafür könne man ja eine andere Strecke zurückstellen. Dann allerdings müsste man mit ganz anderen Kosten rechnen, so der Einwand der Verwaltung.

Auch beim Streckenabschnitt Hilperting-Thann für gut 101 000 Euro war man unschlüssig. Hier stellten sich für das Gremium ganz grundsätzliche Fragen. An einigen Stellen wurde zum Beispiel der geringe Straßenquerschnitt bemängelt. Die Grundstücksverhältnisse machen dort eine Verbreiterung aber schwierig. Josef Lausch (FW-GBV) regte an, diese Straße zurückzustellen und dafür den Abschnitt von Schlimmerstätt nach Kolberg auszubessern.

Alles abblasen und neue Lösung suchen

Alle drei Streckenabschnitte – von Linden nach Öd, von Hilperting nach Thann und von Schlimmerstätt nach Kolberg – wurden schließlich einstimmig zurückgestellt. Der Bauausschuss soll sich eingehender damit beschäftigen und längerfristige Lösungen finden.

Für weitere Straßen wurde die Ausbesserung nach dem Vorschlag der Verwaltung beschlossen. Die Strecken von Buchrain nach Bach (Kosten: knapp 47 000 Euro) sowie von Bach über Mühlbach nach Tattenhausen (Kosten: gut 40 000 Euro) werden an manchen Stellen partiell, an manchen Stellen fahrbahnumfassend neu asphaltiert. Die Strecke von Mühlbach nach Ried (Kosten: knapp 74 000 Euro) soll an einem Teilstück eine seitliche Entwässerungsrinne bekommen. Auch der Kreuzungsbereich bei Tattenhausen nach Rottmühle wird für knapp 8000 Euro teilweise ausgebessert.

Bessere Sicht braucht mehr Zeit

Hier regte Manfred Raig (PLW) an, die kleine Insel zu entfernen und die Kreuzung dahingehend zu ändern, dass man auch vom Lkw-Führerhaus in beide Straßenrichtungen blicken kann. Das allerdings sei auf die Schnelle nicht möglich, so die Verwaltung. Das Thema wurde daher ebenfalls zurückgestellt, um eine langfristige Lösung zu finden. Der Rosenweg wird ebenfalls ausgebessert und bekommt an einem Seitenstreifen, der aktuell als Parkplatz genutzt wird, eine Blühwiese. Die Kostenberechnung liegt bei knapp 5000 Euro.

Bewachsene Risse in der Fahrbahn

Mit den höchsten Kosten schlägt der Aschachweg zu Buche. Er soll für 182 000 Euro ausgebessert werden. „Die Straße hat sich auf der Seite zum Bach hin sauber gesetzt“, so Osterloher. Rund 20 Zentimeter gehe es da runter. Außerdem sind tiefe, teils schon bewachsene Risse in der Fahrbahn.

Ausschreibung für den Aschachweg

Osterloher erinnerte daran, dass sich das Gremium in der Haushaltsdebatte gegen eine grundlegende Sanierung der Straße inklusive robusterem Untergrund ausgesprochen hatte. Das hätte rund 1,5 Millionen Euro gekostet – „völlig überzogen“ für die kleine Straße, wie das Gremium fand. Daher hatte man sich für die kurzfristige Ausbesserung mit Profilausgleich und einer neuen Asphaltschicht entschieden, auch, wenn die Straße durch das Befahren mit Lkw dann schneller wieder kaputt gehe.

Die Ausbesserungen, auf die man sich einigen konnte, sollen nun ausgeschrieben und noch in diesem Jahr durchgeführt werden. Die zurückgestellten Abschnitte werden heuer wohl nicht mehr zu realisieren sein.