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Jubiläum in Gabersee

Bahnbrechende Fortschritte: Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg feiert 50 Jahre Neurologie

1976 – Chefarzt Dr. Habel führt dem Personal eine Angiografie vor, eine radiologische Darstellung von Gefäßen.
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1976 – Chefarzt Dr. Habel führt dem Personal eine Angiografie vor, eine radiologische Darstellung von Gefäßen.

Es war früher eine schlimme Diagnose: Schlaganfall. Ist es auch heute noch, doch die Medizin hat in diesem Bereich große Fortschritte gemacht. Seit 50 Jahren trägt die Neurologie am Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg zu diesen Erfolgen bei.

Wasserburg – Die Hälfte aller Menschen, die heute einen schweren Schlaganfall erleiden, innerhalb kürzester Zeit notfallmedizinisch versorgt werden und danach eine optimale Therapie erhalten, kann wieder ein selbstständiges Leben führen. Das ist die Erfahrung von Professor Dr. Peter Zwanzger, Ärztlicher Direktor des kbo-Inn-Salzach-Klinikums (ISK) Wasserburg. Die hier beheimatete Neurologie trägt seit 50 Jahren im südostoberbayerischen Raum zu diesen medizinischen Erfolgen bei.

2021 - Klinikgeschäftsführer Dr. Karsten Jens Adamaski, Chefarzt Dr. Tobias Winkler, Pflegedirektorin Kerstin Weinisch und Ärztlicher Direktor Professor Dr. Peter Zwanzger (von links) Foto Duczek

Die Pressekonferenz zum Jubiläum, das aufgrund der Pandemie erst 2022 größer gefeiert wird, fand gestern an einem symbolträchtigen Ort statt: Aus dem Fenster fiel der Blick auf den gemeinsamen Neubau von Inn-Salzach-Klinikum und Romed-Klinik Wasserburg. Hier zieht als eine der ersten 2022 die Neurologie ein. Das Altgebäude wird abgerissen.

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Wissenschaft zeigt neue Therapien auf

Vor fast genau 50 Jahren, am 5. Juli 1971, nahm die Neurologie am ISK, eine Klinik des Bezirks Oberbayern, die ersten Patienten auf, erinnerte Geschäftsführer Dr. Karsten Jens Adamski an die Anfänge. Das Gesamtklinikum ist 130 Jahre alt und heute eine der größten Fachkrankenhäuser für Psychiatrie und Neurologie in Deutschland mit Versorgungsauftrag für mehr als 800 000 Bürger im Bezirk Oberbayern. 9000 Patienten werden hier im Jahr vollstationär betreut, berichtete Adamski. Gut ein Fünftel dieser Patienten versorgt die Neurologie.

1976 wurde der erste Computertomograph eingeführt.

In den vergangenen 50 Jahren hat diese nach Angaben von Chefarzt Dr. Tobias Winkler, seit 2019 im Amt, aufgrund „bahnbrechender wissenschaftlicher Fortschritte“ sich von einem fast rein diagnostischen Fach zu einem therapeutischen entwickelt. Multiple Sklerose, Parkinson, Schlaganfall: All diese Krankheiten lassen sich viel besser ursächlich behandeln als bei der Klinikgründung, berichtete Winkler.

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Das liege auch an der medizintechnischen Entwicklung: Auch hier sei die Neurologie am Inn-Salzach-Klinikum Wegbereiterin des Fortschritts gewesen, so Winkler. 1976 schaffte die Klinik als eine der ersten in Oberbayern ein CT-Gerät an. Die Patienten wurden damals von weit her mit dem Hubschrauber bei Notfällen nach Gabersee geflogen.

2021 - Diagnostischer Kern der Klinik für Neurologie: der Computertomograf (CT). Klinikgeschäftsführer Dr. Karsten Jens Adamski, Chefarzt Dr. Tobias Winkler, Pflegedirektorin Kerstin Weinisch und Ärztlicher Direktor Professor Dr. Peter Zwanzger (von links) beim Rundgang durch die Räumlichkeiten, die nur noch bis 2022 dieser Aufgabe dienen. Dann erfolgt der Umzug in den Neubau. Foto Duczek

Auch heute ist die Neurologie mit der modernsten bildgebenden Technik ausgestattet. Bei der schnellen Diagnose und Therapie unterstützt außerdem ein hauseigenes Labor.

Spezialeinheit für Schlaganfall

2007 eröffnete die Neurologie die Stroke-Unit, eine rund um die Uhr bereite Spezialeinheit zur Schlaganfallversorgung, berichtete Intensivmediziner Winkler. Die Klinik ist seit 2017 unter anderem Mitglied im Schlaganfallnetzwerk in Südostbayern.

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Vernetzung werde generell großgeschrieben, berichteten Zwanzger und Winkler. Die Neurologie arbeite klinikintern eng mit den psychiatrischen Fachbereichen in Gabersee zusammen, denn Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie gehören auch begrifflich unter dem Oberbegriff Nervenheilkunde zusammen. Außerdem ist das Inn-Salzach-Klinikum als Lehrkrankenhaus eng mit den Kliniken der LMU München und Großhadern sowie mit der Schwester in Haar und den niedergelassenen Ärzten vernetzt.

1971 – Das Bewegungsbad, wichtiger therapeutischer Ansatz in den Anfangsjahren. Auch heute spielt die Abteilung für physikalische Therapie eine große Rolle.

Der gemeinsame Neubau mit Romed wird die Zusammenarbeit mit dieser somatischen Klinik vor Ort – unter anderem im Bereich Notaufnahme und Intensivmedizin – weiter intensivieren, ist Winkler überzeugt. Mit großer Vorfreude sehe das etwa 100 Mitarbeiter umfassende Team dem Umzug entgegen, aber auch mit Wehmut, bestätigt Pflegedirektorin Kerstin Weinisch. Auch in ihrem Arbeitsbereich hat sich in den vergangenen 50 Jahren viel getan. 1971 startete die Pflege mit 15 „Schwestern“, heute arbeiten in diesem Tätigkeitsbereich in der Neurologie 41 Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner.

Die Aufnahme von 1970 zeigt den Bau der Klinik.

„Satt, sicher, sauber“: Die Funktionspflege von früher gibt es, so Weinisch, nicht mehr. Spezialisiertes, stets weitergebildetes Fachpersonal kümmere sich ganzheitlich um die Patienten. Die Klinik für Neurologie in Gabersee, die das ganze Spektrum dieser Fachrichtung anbietet, hat sich außerdem laut Chefarzt Winkler neben der Schlaganfallversorgung auf neuromuskuläre Erkrankungen, die eher selten sind, auf Therapien bei Parkinson und 2019 als letztes auf Schmerztherapien spezialisiert.

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Zahlen und Daten aus 50 Jahren Neurologie

  • Eröffnung: 5. Juli 1971
  • Erste neurologische Klinik zwischen München und Salzburg. Damals ausgerichtet auf 1000 Patienten jährlich. (2019 werden doppelt so viele Menschen mit neurologischen Erkrankungen wie ursprünglich angenommen in der Klinik behandelt.)
  • 1974: Einführung von nuklearmedizinischen Untersuchungen.
  • 1976: Der erste Computertomograf wird in Betrieb genommen.
  • 2007: Eröffnung der Stroke-Unit für Schlaganfallpatienten.
  • 2017: Beitritt zum Schlaganfallnetzwerk in Südost-bayern.
  • 2019: Einführung der multimodalen Schmerztherapie.
  • 2020: Einführung der Schluckdiagnostik.
  • 1972: 450 Patienten mit einer mittleren Verweildauer von 31 Tagen; 1982: 1000 Patienten mit einer mittleren Verweildauer von 15 Tagen, 2019: 2000 Patienten mit einer durchschnittlichen Verweildauer von fünf Tagen.

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