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Manchen Filialen droht Schließung

Insolvenz des Modehändlers Adler: Zukunft des Kolbermoorer Ladens ungewiss

Am Montag hat das Landgericht Aschaffenburg bestätigt, dass die Adler Modemärkte einen Insolvenzantrag in Eigenregie gestellt haben. Betroffen von den Auswirkungen ist möglicherweise auch die Kolbermoorer Filiale. Die Entwicklung ist für Kolbermoors Bürgermeister keine Überraschung.

Von Jens Kirschner

Kolbermoor – 19 Mitarbeiter führt die Filiale nach Auskunft des Unternehmens, die – wie ihre Kollegen in der Republik – noch am Montag über den weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens informiert werden sollen. „Erklärtes Ziel der Eigenverwaltung ist aber, das Unternehmen über einen Insolvenzplan zu sanieren und für die Zeit nach Corona zukunftsfähig zu machen“, antwortet eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage.

Ob und in welchem Umfang es zu Veränderungen in der Filialstruktur komme, lasse sich derzeit noch nicht sagen. „Im Rahmen der Eigenverwaltung wird der Geschäftsbetrieb der Adler Modemärkte AG unter Aufsicht eines Sachwalters in vollem Umfang fortgeführt“, schreibt die Sprecherin der Adler Modemärkte.

Kein externer Insolvenzverwalter

Mit der Insolvenz in Eigenverwaltung würde dem Unternehmen, so das Aschaffenburger Gericht das Verfahren zulässt, der Einsatz eines externen Insolvenzverwalters erspart bleiben, die Geschicke des Unternehmens blieben weitestgehend auch künftig in der Hand des Vorstands. Bereits am Sonntag hatte Adler mitgeteilt, wegen Überschuldung einen Insolvenzantrag stellen zu wollen. Als Grund machte das Unternehmen die Folgen der Corona-Krise mit den damit verbundenen Schließungen geltend.

Sinkende Umsätze

Doch nach Auskunft des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) leiden die Modebranche, aber auch andere Einzelhändler unter sinkenden Umsätzen. Gerade den Textilhandel habe diese Entwicklung schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie erwischt, Corona sei nur ein Verstärker gewesen, berichtet der Regionsgeschäftsführer des DGB für die Region Oberbayern, Günter Zellner. Auch zuvor habe es in diesem Bereich bereits einen Verdrängungswettbewerb gegeben.

„Unser Interesse ist natürlich, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten“, sagt er im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. Einfluss auf die weitere Entwicklung der Märkte haben die Arbeitnehmervertreter ohnehin: Durch die Größe des Unternehmens sind diese über die betriebliche Mitbestimmung auch im Aufsichtsrats der Aktiengesellschaft vertreten.

Kaum Gewerbesteuer

Wenig überrascht über die Insolvenz des Modehändlers zeigt sich Kolbermoors Bürgermeister Peter Kloo (SPD). „Der gesamte Einzelhandel kämpft. Dort sind die Margen nicht mehr so groß, als dass diese Unternehmen die Gewerbesteuerlisten in den Gemeinden anführen“, gibt der Rathauschef zu bedenken, dass eine Schließung der Filiale in Kolbermoor zumindest bei der direkten Einnahmenseite der Stadt wohl nur wenig ins Kontor schlage. Dennoch sorgt sich Kloo selbstredend.

Er fragt sich vor allem, was mit den zunehmenden Leerständen passiert, zu denen sich –im schlimmsten Fall – dann auch die Adler-Filiale in seiner Stadt dazugesellen würde. Wie würden die Innenstädte wohl aussehen, wenn dort irgendwann nur noch Paketboxen stünden? Auch die wegfallenden Arbeitsplätze und ein Stückchen weniger Service seien natürlich nicht in seinem Interesse.

Auf Wachstumskurs zurückkehren

Die Unternehmensgruppe selbst gibt sich zuversichtlich – trotz Insolvenz: „Ungeachtet der aktuellen Entwicklung sieht Adler sich für die Zukunft angesichts der marktführenden Position in dem kaufkraftstarken Segment der Altersgruppe ab 55 Jahre und der einzigartigen Kundenbindung über mehr als drei Millionen aktive Kundenkartenbesitzer gut positioniert, um nach erfolgter finanzieller Sanierung wieder auf einen profitablen Wachstumskurs zurückzukehren“, antwortet die Unternehmenssprecherin auf Anfrage.

Neues Strategieprogramm

In diesem Zusammenhang habe das Unternehmen Anfang Oktober zudemunter dem Projektnamen „New Adler“ ein neues Strategieprogramm kommuniziert, mit dem „eine konsequente Weiterentwicklung des erfolgreich etablierten stationären Geschäfts in den mehr als 170 Modemärkten und ein massiver Ausbau der Online-Aktivitäten verbunden sei.

Es geht wohl um die zunehmende Digitalsierung der Unternehmensprozesse: „Der Vorstand wird die im Strategieprogramm enthaltenen Maßnahmen zur Etablierung einer komplett digitalen Wertschöpfungskette, die Verschlankung der Strukturen und Prozesse und weitere Effizienzsteigerungsmaßnahmen unverändert vorantreiben“, heißt es vonseiten der Modekette.

Rubriklistenbild: © David Hutzler

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