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Eisenbahnverkehr

Darum gibt es doch noch eine kleine Chance für die Wasserburger Altstadtbahn

in Archiv-Bild zeigt den Filzenexpress auf der Stadtstrecke am Inn-Ufer von Wasserburg
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Ein Archiv-Bild zeigt den Filzenexpress auf der Stadtstrecke am Inn-Ufer von Wasserburg.

„Tote leben länger“: Das könnte auch für die Altstadtbahn Wasserburg gelten. Eigentlich ist sie seit der Entscheidung des obersten deutschen Verwaltungsgerichts begraben, doch es gibt eine – wenn auch kleine – Chance, dass doch wieder Züge über die Gleise rattern, stellte sich im Stadtrat heraus.

Wasserburg – Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat, wie berichtet, im November festgestellt: Die Stilllegung, beantragt von der Stadt und genehmigt vom Freistaat im Jahr 2016, ist rechtskräftig. Die Stadt ist nicht in der Pflicht, die Strecke wieder so herzustellen, dass sie betrieben werden kann.

Die Kommune, die die Gleisanlagen 2004 erworben hatte, muss sie jedoch in dem Zustand erhalten, in dem sie sich damals befand. Die Unterhaltskosten von 440.000 Euro hatte die Stadt dem Konsortium aus Pro Bahn und Bürgern, das die Altstadtbahn gerne wiederbeleben würde, für eine Restaurierung angeboten, fasste Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) im Stadtrat noch einmal den Stand der Dinge zusammen.

S-Bahn bis nach Reitmehring?

Er empfahl jedoch dem Gremium, trotz erloschender Betriebspflicht die eisenbahnrechtliche Widmung der Strecke beizubehalten. „Diese Widmung tut uns nicht weh, vielleicht hat der Freistaat doch noch mal Interesse, die Bahn wieder zu beleben“, begründete Kölbl diesen Vorschlag.

Auch wenn seit 30 Jahren kein Eisenbahnverkehr mehr auf der Strecke stattfinde (1987 war sie nach einem Dammrutsch aus dem Betrieb genommen worden), „kann niemand sagen, wie die Welt in 30 Jahren aussehen wird“. Außerdem kündigte Kölbl an, dass der Freistaat derzeit verschiedene Ausbaumaßnahmen im Großraum München prüfe.

Hintergrund ist die geplante Elektrifizierung des Filzenexpresses zwischen Reitmehring und Ebersberg und die mögliche Verlängerung der S-Bahnen von München bis nach Reitmehring. Das Ergebnis dieser Prüfungen wird bald erwartet, deutete Kölbl an. Er machte außerdem deutlich, dass die Trasse auch mit eisenbahnrechtlicher Widmung anderweitig genutzt werden könne - etwa für einen teilweisen Umbau zu einem Geh- und Radweg zwischen Reitmehring und Altstadt.

Nicht entwidmen, heißt also das Gebot der Stunde, fand auch der Stadtrat. Christian Stadler, Fraktionsvorsitzender der Grünen, die sich seit Jahren für die Reaktivierung der Altstadtbahn einsetzen, findet deshalb, dass die Befürworter dieses Schritts trotz des enttäuschenden Urteils des Bundesverwaltungsgerichts ein „bissl was erreicht haben“. Wenn die Widmung für den Eisenbahnverkehr erhalten bleibe, gebe es noch eine Chance.

Budenhofer: „Die Bahn hat Zukunft“

„Die Entwidmung ist der Tod der Bahn“, zeigte sich Christian Flemisch (ÖDP) überzeugt. Reitmehring werde durch den vermutlich kommenden Anschluss an das Express-S-Bahn-System von München ein Verkehrsknotenpunkt, der Bedarf für eine Bahnverbindung in die Altstadt sei spätestens dann da.

Lesen Sie auch: Wasserburger Altstadtbahn ist Geschichte - Was wird aus der alten Trasse am Inn-Ufer?

Dr. Hermann Budenhofer (Freie Wähler Reitmehring-Wasserburg) vertritt ebenfalls die Meinung: „Die ‚Bahn hat Zukunft.“ Die Beibehaltung der Widmung sei ein vernünftiger Vorschlag. Ob die Stadt den weiteren Verfall der Gleise ausbremsen müsse, wollte Wolfgang Schmid (CSU) wissen. Muss sie nicht, beruhigte Kölbl.

Jetzt heißt es also warten auf die Entscheidung des Freistaates. Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass doch noch Züge von Reitmehring in die Altstadt von Wasserburg fahren.

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