Alte Bäume von Borkenkäfer und Rotfäule befallen

Klimaschutz in Wasserburg: Baumspende hilft bei Aufforstung

Mit einer Baumpflanzaktion das Klima retten, das wollen (von links): Alexander Graßl, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Wasserburg -Haag, Ortholf Freiherr von Crailsheim, zweiter Vorsitzender „Unser Wald Bayern“ und erster Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Wasserburg/Haag, Konrad Doser, Stadtkämmerer der Stadt Wasserburg, Simon Tangerding Geschäftsführer Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Bayern, Bernd Reuß, Leiter der Hamberger Akademie Stephanskirchen , Michael Freilinger aus Breitbrunn vom Betrieb Hiebel in Wetterstett, Ludwig Krug, zuständiger Förster, und , Marius Benner, Bereichsleiter Forsten vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim.
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Mit einer Baumpflanzaktion das Klima retten, das wollen (von links): Alexander Graßl, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Wasserburg -Haag, Ortholf Freiherr von Crailsheim, zweiter Vorsitzender „Unser Wald Bayern“ und erster Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Wasserburg/Haag, Konrad Doser, Stadtkämmerer der Stadt Wasserburg, Simon Tangerding Geschäftsführer Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Bayern, Bernd Reuß, Leiter der Hamberger Akademie Stephanskirchen , Michael Freilinger aus Breitbrunn vom Betrieb Hiebel in Wetterstett, Ludwig Krug, zuständiger Förster, und , Marius Benner, Bereichsleiter Forsten vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim.

Die Axt droht vielen Fichten im Wald der Wasserburger Heilig-Geist Spitalstiftung: Sie sind von Borkenkäfer und Rotfäule befallen. Dank einer Setzling-Spende der Firma Hamberger aus Stephanskirchen kann dem Wald nun neues Leben eingehaucht werden. Eine wichtige Maßnahme auch für den Klimaschutz.

Wasserburg/Amerang/Haag – Der Wald der Wasserburger Heilig-Geist-Spitalstiftung soll zum Mischbestand ausgebaut werden. Eine Baumspende unterstützt dabei. Die Pflanzaktion ist nicht nur eine wichtige Maßnahme für die Optik, sondern auch für den Klimaschutz. Warum das so ist, erläuterten Ortholf von Crailsheim, Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Wasserburg-Haag, und Fachleute bei einem Besuch im Forst.

Eine Schneise im Wald

Aktuell ist in dem Wasserburger Wald noch eine Schneise zu sehen. Stürme und Baumfällarbeiten sorgten für die augenscheinlich herrschende Leere. Dass viele Baumstümpfe den mit Nadeln und Gehölz bedeckten Waldboden „verunstalten“, hat jedoch auch einen positiven Hintergrund. Das Ziel ist die Aufforstung.

Eine Baumspende macht es möglich. Die Pflanzaktion ist eine wichtiges Maßnahme für den Klimaschutz, begleitet von Ortholf Freiherr von Crailsheim, Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Wasserburg-Haag.

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Aktuell ist in dem Wasserburger Wald noch eine Schneise zu sehen. Stürme und Baumfällarbeiten sorgten für die augenscheinlich herrschende Leere. Dass viele Baumstümpfe den mit Nadeln und Gehölz bedeckten Waldboden „verunstalten“, hat jedoch auch einen positiven Hintergrund.

Kranke Bäume müssen weichen

Das Ziel ist die Aufforstung. Um neue Bäume pflanzen zu können, müssen kranke weichen.

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Gründe, Wälder zu schützen, gibt es viele, denn sie eignen sich nicht nur für die Sauerstofferzeugung und Kohlenstoffspeicherung, sondern sind auch beliebte Orte für Ausflügler und Menschen, welche Ruhe und Erholung in der Natur suchen. Zudem sei der Wald ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region, betont Alexander Graßl (32), Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Wasserburg-Haag.

„Durch eine naturnahe und nachhaltige Waldbewirtschaftung kann unser Wald seine Leistungen dauerhaft erfüllen.“

Der Wald braucht Hilfe

Um die Wälder in der Heimat zu erhalten und zu schützen bedarf es Hilfe. Diese kam aktuell vonseiten der Firma Hamberger in Stephanskirchen – in Form einer Baumspende, wie Graßl erklärt.

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Die Aktion läuft über den Verein „Unser Wald Bayern“. Er ist im Rahmen der Zusammenarbeit der Waldbesitzervereinigung Rosenheim und der Waldbesitzervereinigung Wasserburg-Haag vergangenes Jahr gegründet worden. Ziel ist es, Umweltprojekte umzusetzen, wozu auch Klimaschutz und Baumpflanzaktionen gehören.

Mischwald soll entstehen

Ein Teil der Baumspenden der Firma Hamberger fließt aktuell in den Wald der Heilig-Geist Spitalstiftung. Hier soll ein Mischbestand entstehen. Deshalb forstet man mit Eschen, Ahorn, Eiche und sonstigen Bäumen auf, die sich gut für Mischwälder eignen.

Monokulturen sind passé

„In den 1950ern war man dabei, schnell wachsende Monokulturen wie Tannen- und Fichtenwälder in Deutschland zu schaffen“, erklärt Graßl, „Nadelholz eignet sich schließlich perfekt zum Bauen. Heute weiß man, dass dieser Umstand das Ökosystem Wald schwächt. Um dem Klima etwas Gutes zu tun, werden aus einstigen Monokulturen nun Mischwälder.“ Letztere böten eine höhere genetische Vielfalt und ein größeres Artenspektrum, was die Widerstandfähigkeit und Stabilität gegenüber Klimaeinflüssen erhöhe.

Der Baumstamm einer gefällten Fichte, die von Rotfäule befallen ist. Links daneben steht ein frisch eingepflanzter ein Eichensetzling.

Die Axt droht

Im Wald der Wasserburger Stiftung droht vielen Fichten die Axt. Sie sind vom Borkenkäfer oder der Rotfäule befallen. Nun heißt es dem Wald neues Leben einhauchen. Um dem neuen Mischwald etwas Gutes zu tun, gibt es als kleines ´Zuckerle´ noch Kirsche und Elsbeere obendrauf.

Da die Rettung der Wälder aber mit hohen Kosten verbunden ist, ist jede Hilfe willkommen. Die Firma Hamberger geht mit gutem Beispiel voran. „Nachhaltigkeit beginnt schon vor der Haustür“, sagt Bernd Reuß (57), Leiter der Hamberger Akademie. „Wir unterstützen den bayerischen Wald und wollen mit unserer Spende helfen, diesen aufzuforsten“, setzt er fort.

5500 Setzlinge gestiftet

3000 Eichensetzlinge spendete die Stephanskirchner Firma bereits. 2500 weitere Setzlinge zum Schutz der heimischen Wälder legt sie noch obendrauf.

Regionalität ist dem holzverarbeitenden Unternehmen wichtig. Deshalb werden die gespendeten Bäume in der Nähe des Firmensitzes gepflanzt. Durch Spenden kann der Waldumbau beschleunigt werden, da der Staat nicht alle Kosten trägt.

Michael Freilinger (33) aus Breitbrunn vom Betrieb Hiebel in Wetterstett beim Einpflanzen der neuen Eichensetzlinge.

Die Spender erhalten eine Karte, auf welcher der Wald registriert ist, wo Baumbepflanzungen durch ihre Hilfe möglich war. Denn dass unsere Wälder nicht sterben, liegt auch in den Händen der Menschen, betont die WBV. „Man sollte eine Sensibilität für den Wald entwickeln und ihn wertschätzen“, rät Marius Benner, Bereichsleiter Forsten beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim.

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„Der Klimawandel findet ja auch bei uns statt. Gerade zu Corona-Zeiten erlebt der Wald einen echten ´Run`. Es zieht die Menschen zusehends mehr raus in die Natur. Diese heißt es, zu schützen und zu schätzen. Keinen Müll hinterlassen und nur gekennzeichnete Wege benutzen“, setzt er fort.

Vor allem wenn neue Setzlinge eingepflanzt wurden, sollte man achtsam sein. Menschen, die solch ein Pflänzchen nicht als Baum wahrnehmen, können diese schnell zerstören.

Zahlen und Fakten

Mehr als ein Drittel der Fläche in Bayern ist bewaldet. Von diesen etwa 2,6 Millionen Hektar Wald sind 56 Prozent im Privatbesitz. Der Rest sind Staats-, Körperschafts-, oder Kommunalwälder.

Die Waldbesitzervereinigung Wasserburg Haag hat 2193 Mitglieder, davon etwa 1000 aus dem Landkreis Mühldorf. Die Mitgliedsfläche beträgt 12.825 Hektar, der jährliche Holzeinschlag: 100.000 Kubikmeter, Holzvorrat: 5,14 Millionen Kubikmeter, aktuelle Holzpreise (ohne Mehrwertsteuer) : Die Kurzholzerlöse im Leitsortiment 2b B/C liegen bei bis zu 92 Euro/Kubikmeter. Der Preis für qualitativ gutes Langholz liegt bei bis zu 100 Euro/Kubikmeter (B-Ware). Der Papierholzpreis liegt nach wie vor bei 25 Euro/Raummeter, wobei hier eine Mindestabnahmemenge von 10 Raummeter pro Ladeort erforderlich ist. Die Brennholzpreise liegen aktuell zwischen 50 bis 60 Euro/Festmeter. Das entspricht etwa 35 bis 42 Euro/Ster. Je nach Baumart, Stärke und Qualität. Trotz Covid-19, zeigt sich die Bauwirtschaft als sehr robust und mit positiven Tendenzen im Holzbau. Dementsprechend rege ist die die Nachfrage nach frischem Rundholz.

Hilfe für Waldbesitzer

Marius Benner, Bereichsleiter Forsten beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim, rät Waldbesitzern: „Sie wenden sich an ihren zuständigen Förster, der daraufhin eine Waldbegehung macht. Der Förster macht sich ein Gesamtbild, wie der Zustand des Waldes ist und was für Maßnahmen in den nächsten Jahren noch angesagt sind, um den Wald dem Klimawandel entsprechend umzubauen.

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Der Förster weist daraufhin, was staatlich gefördert werden kann und was nicht. Staatliche Förderungen sind mit bestimmten Anforderungen verbunden. Für private Waldbesitzer ist es empfehlenswert, wenn sie Mitglied in einer Waldbesitzervereinigung sind. Hier können sie weitere Unterstützung erhalten, die von staatlicher Seite nicht möglich sind“.

Bei Unser Wald Bayern e.V. gibt es das Projekt Klimaschutzwald. Durch dieses Projekt können Waldbesitzer einen finanziellen Ausgleich für den Klimaschutzbeitrag ihrer Wälder erhalten.

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