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Stadträte kritisieren Sauberkeit

Kostenlos und schmutzig: Die öffentlichen Toiletten in Rosenheim sind ein Problem - Kommen Bezahlhäuschen?

An acht Standorten in der Rosenheimer Innenstadt betreibt die Verwaltung öffentliche Toiletten.
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An acht Standorten in der Rosenheimer Innenstadt betreibt die Verwaltung öffentliche Toiletten.

Viele Passanten machen einen Bogen um die öffentlichen WCs der Stadt. Alternativen zu finden, wenn es pressiert, ist schwierig, und wird mit dem Lockdown ab Donnerstag (25. November) nicht leichter.

Rosenheim – Acht öffentliche Toiletten gibt es in der Rosenheimer Innenstadt. Und wie es mit diesen Anlagen so ist: Den meisten mangelt es an Reinlichkeit – gelinde gesagt. Und mit dem morgen (25. November) beginnenden Lockdown wird die Situation nicht besser. Nun fallen auch noch die Gaststätten als Notnagel weg, wenn es Passanten in Rosenheim allzu sehr pressiert. Und auch nicht jeder Einzelhändler hält eine Kundentoilette vor.

Kostenfrei oder sauber

Bei den öffentlichen Toiletten ist sich Rosenheims Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl sicher: „Kostenfreie Toiletten werden – Aufwertung hin oder her – auch künftig kein Ort sein, auf dem man sich gerne niederlässt. So hart sich das anhört.“

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Es gibt einen qualitativen Unterschied zwischen bewirtschafteten öffentlichen Toilettenanlagen und unbewirtschafteten“, sagte Bugl zur jüngsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses, bei welcher der CSU-Stadtrat Reinhard Tomm dieses Thema auf Tapet gebracht hatte. „Die Frage wird sein: Wollen wir uns diesen Unterschied zunutze machen und auch in Rosenheim auf unterschiedliche Qualitäten setzen?“, machte Bugl deutlich, was aus seiner Sicht geschehen muss, um die stillen Örtchen sauberer zu halten: Die Nutzer müssen zahlen.

Überschaubare Möglichkeiten

Mit dem ab heute geltenden Lockdown fällt eine weitere Möglichkeit weg, in dringenden Fällen eine Möglichkeit zu finden, sich zu erleichtern: die Gaststätten. Ein offizielles Angebot unter den Gastronomen gibt es indes nicht, wie die Geschäftsführerin des Rosenheimer City-Managements, Sabrina Obermoser schildert.

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Hier kommt es mithin auf den guten Willen der Wirte an, ob sie einem Gast ohne Bewirtung die Nutzung ihrer Toilette gestatten oder nicht. Die Vorsitzende des Rosenheimer Kreisstelle des Hotel- und Gaststättenverbands, Theresa Albrecht kann sich vorstellen, dass Wirte, die während des Lockdowns ein To-Go-Angebot vorhalten, auch ihre Toiletten gegen einen Obolus für Passanten öffnen. 

Doch auch im Rosenheimer Einzelhandel sind die Möglichkeiten, eine Toilette zu nutzen, überschaubar.

Kundentoiletten keine Pflicht

So ärgert sich die Seniorenbeauftragte der Gemeinde Riedering, Irmgard Wagner, über einen Buchladen in Rosenheim, der zwar eine Kundentoilette vorhielt, jedoch nicht ohne, dafür zu zahlen. Dabei hatte sie dort sogar einen Kalender gekauft.

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Doch ohne Münzeinwurf gab es schlichtweg keinen Zugang zu den Örtlichkeiten, auch nicht für Notfälle, wie ihr eine aufmerksame Verkäuferin freundlich geschildert habe. Eine Verpflichtung, Kundentoiletten vorzuhalten, gibt es in Bayern wohlgemerkt nicht, wie der bayerische Handelsverband auf Anfrage bestätigt. Doch auch die freiwilligen Angebote in den Geschäften seien nicht immer zugänglich, wie Wagner schildert.

Geld aus Förderprogramm

Bei einem großen Rosenheimer Bekleidungsgeschäft würden die Kunden derzeit zum Italiener nebenan geschickt, die eigene Toilettenanlage ist gesperrt. Wagner wundert: Es wäre für sie ein Leichtes, ihre Besorgungen im Internet zu erledigen, aber sie gehe nach wie vor gerne in die Stadt.

Am Rosenheimer Salingarten steht eine der acht öffentlichen Toilettenanlagen der Stadt.

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Die Aufwertung der „bestehenden Situation der öffentlichen Toiletten als Baustein zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt“ ist ein Bestandteil, mit dem sich Rosenheim um Gelder beim Förderprogramm „Innenstädte beleben“ beworben hat. Um Fördermittel über rund 1,12 Millionen Euro bemüht sich Rosenheim, um den Kern der Stadt angenehmer zu gestalten.

Reinigung bis zu dreimal am Tag

Pläne, die Reinigungsintervalle während der drei Lockdown-Wochen zu verdichten, gibt es seitens der Stadt jedoch keine, wie Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März (CSU) auf Anfrage des CSU-Stadtrates Tomm antwortete. Wobei die Anlagen ohnehin mindestens einmal täglich gereinigt werden, wie die Stadt auf Nachfrage schildert, die Hälfte der WCs sogar bis zu dreimal am Tag. Auch bei Beschwerden rückten Reinigungskräfte aus.

Bereit, für Toilettennutzung zu zahlen

Dennoch zeigte sich Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl überzeugt, dass an bewirtschafteten Toilettenhäuschen kein Weg vorbeiführt, wenn der Nutzer eine saubere Anlage vorfinden will. „Ich bin der Überzeugung, dass wir das tun müssen, um entsprechende Angebote für die Bürgerinnen und Bürger sowie unsere Gäste bereitzuhalten“, sagte Bugl und war guter Dinge: Wer sicher gehen kann, eine saubere Toilette vorzufinden, sei auch bereit, für deren Nutzung zu zahlen.

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