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Nach tragischem Badeunfall: Behörden warnen vor Gefahren an Staukraftwerken

„Idylle täuscht“: Wie gefährlich ist der Inn an der „Sandbank“ bei Vogtareuth wirklich?

„Sandbank“ in Sunkenroth bei Vogtareuth
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Die „Sandbank“ in Sunkenroth bei Vogtareuth ist gerade im Sommer ein beliebter Erholungsort.
  • Marina Birkhof
    VonMarina Birkhof
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Vogtareuth - Der Bereich rund um das Kraftwerk Feldkirchen am Inn in Sunkenroth ist gerade in den Sommermonaten als Erholungsort beliebt. Dass die „Sandbank“ aber nicht ungefährlich ist offenbarte ein dramatischer Badeunfall im Juli. Die Behörden warnen eindringlich vor den Gefahren, die ein Aufenthalt an einem Stauwehr mit sich bringt.

Es war der Tag, der Sandros Leben für immer veränderte: Der 16-Jährige feierte mit Freunden im Juli seinen Abschluss an der „Sandbank“ in Sunkenroth. Nach einem Hechtsprung ins Wasser knallte der junge Schonstetter auf einen unterspülten Felsen und wurde per Rettungshubschrauber ins Klinikum geflogen. Nur dank schneller medizinischer Hilfe ist Sandro heute noch am Leben - jedoch an den Rollstuhl gefesselt. Er ist fortan querschnittgelähmt, kämpft sich so gut es geht zurück in ein halbwegs normales Leben.

Wasserwacht: „Nicht in unbekannte Gewässer springen“

Jakob Ametsbichler, Vorstand der Wasserwacht Rott am Inn kann sich an den Badeunfall im Juli diesen Jahres erinnern, auch wenn er persönlich nicht an der Rettung beteiligt war. „Das Tragische an dieser Geschichte ist, dass ein kleiner Fehler solch dramatischen Auswirkungen hat. Doch das ändert leider nichts an der Tatsache, dass man nicht in unbekannte Gewässer springen sollte. Mit den Turbinen und dem Sog am Kraftwerk kann das enorm gefährlich werden.“ Die „Vogtareuther Sandbank“ könne Ametsbichler zufolge „ein wunderbares Fleckchen Erde sein, sofern man ihm mit gesundem Menschenverstand“ begegne.

Die „Sandbank“ in Sunkenroth bei Vogtareuth: Im Hintergrund ist das Stauwerk Feldkirchen zu sehen.

Aus polizeilicher Sicht ist der Bereich der „Sandbank“ in Sunkenroth als Ort für Erholungssuchende wohl allgemein eher als „ungefährlich“ einzuordnen. Das bestätigen auf Nachfrage von rosenheim24.de sowohl Robert Maurer von der Polizeiinspektion Rosenheim als auch Markus Steinmaßl von der Wasserburger Inspektion. Lediglich vom Baden im Inn würden beide Polizeihauptkommissare Abstand halten.

Davon rät auch Paul Geisenhofer vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim dringend ab. Der Inn erreiche selbst im Hochsommer eine maximale Temperatur von nur 15 Grad. Wegen des vielen Schmelzwasser, dass er mitsamt Gesteinsabrieb aus der Schweiz und Tirol mitführt, könne er nicht wärmer werden. Besonders gefährlich sei eine spezielle Eigenheit des Inns, die er als einziger Fluss in Bayern besitze: „Durch die mineralischen Schwebstoffe, die ihm seine typisch grau-grün-milchige Farbe verleihen, hat man keine Chance auf eine weite Sicht im Wasser. Daher sollte man das Reinspringen dringend unterlassen. Wem der Inn oder Nebenarme des Inns nicht zu kalt sind, der sollte sich wirklich nur vorsichtig hineintasten“, unterstreicht Geisenhofer.

Gefahren Fließgewässer: „Schwimmen im Inn kann lebensgefährlich sein“

Ins selbe Horn bläst Wolfgang Syrowatka, Pressesprecher des Verbunds. Warntafeln weisen auf die Gefahren vor Ort hin und gemeinsam mit der Bayerischen Wasserwacht sei der Verbund schon seit Jahren in engem Kontakt, was Aufklärungsarbeit und das Schärfen des Bewusstseins für die Gefahren an Gewässern wie dem Inn anbelangt. Des Pudels Kern: „Rund um Kraftwerke wie dem in Feldkirchen wirken Fließgewässer beschaulich und friedlich. Doch die Idylle täuscht. Der Inn bleibt ein Fließgewässer und seine Gefahren sind nicht zu unterschätzen.“

Warntfafeln wie diese weisen am Stauwerk Feldkirchen in Sunkenroth bei Vogtareuth auf die Gefahren des Inns an dieser Stelle hin.

Syrowatka könne es durchaus nachvollziehen, wenn man gerade im Sommer Abkühlung suche, aber „Schwimmen im Inn kann lebensgefährlich sein. Die Überlebenschancen bei der Strömung und der kalten Temperatur sind eher gering.“ Denn aufgrund der großen Schlepp- und Zugkräfte tue man sich schwer, wieder aus dem Wasser herauszukommen, ohne dabei abzutreiben. Auch der Wasserstand am Kraftwerk sollte immer im Blick behalten werden, denn dieser könne sich durch die Öffnung der Schleusen am Stauwehr in Sekundenschnelle ändern.

Diese Tatsache wurde im vergangenen Sommer um ein Haar einer jungen Mutter zum Verhängnis. Die Idee gemeinsam mit ihrer Tochter am Innufer auf Höhe des Stauwerks Feldkirchen zu übernachten hätte sich beinah zu einer Tragödie entwickelt, als die Schleusen geöffnet wurden und der Wasserstand des Flusses rapide anstieg. Ein VW Golf wurde von den Fluten des Inns überrascht und fortgespült. Hier zeigte sich einmal mehr die Gefährlichkeit an dieser Stelle und die Spontanität des Inns, die keineswegs unterschätzt werden darf.

Auto aus Inn in Vogtareuth gezogen

Ungewöhnlicher Feuerwehr-Einsatz in Vogtareuth
Ungewöhnlicher Einsatz für die Feuerwehr in Vogtareuth. © gbf
Ungewöhnlicher Feuerwehr-Einsatz in Vogtareuth
Ungewöhnlicher Einsatz für die Feuerwehr in Vogtareuth. © gbf
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Ungewöhnlicher Feuerwehr-Einsatz in Vogtareuth
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Ungewöhnlicher Feuerwehr-Einsatz in Vogtareuth
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Ungewöhnlicher Feuerwehr-Einsatz in Vogtareuth
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Ungewöhnlicher Feuerwehr-Einsatz in Vogtareuth
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Ungewöhnlicher Feuerwehr-Einsatz in Vogtareuth
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Ungewöhnlicher Feuerwehr-Einsatz in Vogtareuth
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Ungewöhnlicher Feuerwehr-Einsatz in Vogtareuth
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Ungewöhnlicher Feuerwehr-Einsatz in Vogtareuth
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Ungewöhnlicher Feuerwehr-Einsatz in Vogtareuth
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Ungewöhnlicher Feuerwehr-Einsatz in Vogtareuth
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Ungewöhnlicher Feuerwehr-Einsatz in Vogtareuth
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Ungewöhnlicher Feuerwehr-Einsatz in Vogtareuth
Ungewöhnlicher Einsatz für die Feuerwehr in Vogtareuth. © gbf
Ungewöhnlicher Feuerwehr-Einsatz in Vogtareuth
Ungewöhnlicher Einsatz für die Feuerwehr in Vogtareuth. © gbf
Ungewöhnlicher Feuerwehr-Einsatz in Vogtareuth
Ungewöhnlicher Einsatz für die Feuerwehr in Vogtareuth. © gbf
Ungewöhnlicher Feuerwehr-Einsatz in Vogtareuth
Ungewöhnlicher Einsatz für die Feuerwehr in Vogtareuth. © gbf
Ungewöhnlicher Feuerwehr-Einsatz in Vogtareuth
Ungewöhnlicher Einsatz für die Feuerwehr in Vogtareuth. © gbf

Auch wenn in diesem Fall Glück im Unglück vorherrschte, Syrowatka fehlt jegliches Verständnis, wenn die Leute mit dem Auto bis vor an den Inn und das Stauwerk fahren. Teilweise werden sogar Schranken umfahren, Verbotsschilder ignoriert. „Ein Auto hat an dieser Stelle gleich gar nichts verloren. Die paar Meter bis zur ‚Sandbank‘ können durchaus auch zu Fuß zurückgelegt werden.“ Darüber hinaus grenze der Bereich schließlich auch noch direkt an ein Naturschutzgebiet.

mb

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