In Passau

Neue Glocken gegossen: Rosenheimer Heilig-Geist-Kirche soll nach acht Jahrzehnten wieder läuten

Glühend heiße Bronze füllt die Formen: Ob der Guss gelungen ist, zeigt sich erst in einer Woche, wenn die Glocken abgekühlt sind, schildert Glockengießermeister Rudolf Perner, der in der Mitte am hoch gekippten Ofen steht, alles überwacht und das Kommando führt. Frick
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Glühend heiße Bronze und füllt die Formen: Ob der Guss gelungen ist, zeigt sich erst in einer Woche, wenn die Glocken abgekühlt sind, schildert Glockengießermeister Rudolf Perner, der in der Mitte am hoch gekippten Ofen steht, alles überwacht und das Kommando führt. Frick

Bei der Passauer Gießerei Perner entstehen zwei neue Glocken für die Rosenheimer Heilig-Geist-Kirche. Die neuen Klangkörper sollen im Turm des Gotteshauses Platz finden, das schon seit geraumer Zeit ohne Geläut auskommen muss.

Rosenheim/Passau– Bald können sich die Rosenheimer über den Klang neuer Glocken in der Altstadt freuen. Vergangenen Freitag fuhr eine kleine Delegation nach Passau, um dabei zu sein, wie in der renommierten und traditionsreichen Glockengießerei Perner zwei neue Glocken für die Heilig-Geist-Kirche gegossen wurden.

Komplexer Prozess: Glockengießermeister Rudolf Perner (rechts), erklärt der Rosenheimer Delegation den Glockenguss im Lehmformverfahren (von links): Dr. Ernst Bachmann, Pfarrer Andreas Maria Zach, Helga Wenz, Dr. Günter Wenz und Anton Heindl.

Mit Spannung hatten die beiden Stifterfamilien Bachmann und Wenz sowie Pfarrer Andreas Maria Zach diesen Tag des Gusses herbeigesehnt.

Stumm seit dem Zweiten Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs hatten die beiden Glocken abgeliefert werden müssen, und seither war die so zentral gelegene Heilig-Geist-Kirche stumm geblieben.

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Anton Heindl fand dies schon immer bedauernswert und regte an, dass es doch wunderbar wäre, wenn im Rahmen der bald abgeschlossenen Generalrenovierung auch wieder Glocken installiert werden könnten.

Nicht ohne Sponsoren zu finanzieren

Als Pfarrer Andreas Maria Zach während einer Sitzung der Kirchenverwaltung St. Nikolaus darauf zu sprechen kam, dass zwei neue Glocken für Heilig Geist sehr wünschenswert, aber ohne Sponsoren nicht zu finanzieren seien, mussten zwei Herren nicht lange nachdenken: Dr. Dr. Günter Wenz und Dr. Ernst Bachmann erklärten sich schnell bereit, die nicht unerheblichen Kosten für jeweils eine der beiden Glocken zu übernehmen.

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Als alteingesessene Rosenheimer fühlen sie sich der Stadt eng verbunden und empfinden die Glockenklänge als stärkende Begleiter durch den Tag.

Wiederherstellung aus liturgischen Gründen

Doch zuerst musste ein Gutachter des Büros Dr. Schütz Ingenieure aus Kempten testen, ob das alte Gemäuer des Turmes und der noch vorhandene Glockenstuhl die Belastungen eines Geläutes überhaupt aushalten.. Mit positiven Ergebnis gingen die Planungen zügig weiter. Gerald Fischer, Glockensachverständiger des Erzbistums München Freising, befürwortete auch aus liturgischen Gründen die Wiederherstellung eines Geläutes.

Besichtigung eine Woche vor Pfingsten

„Das Geläut von Heilig Geist soll eine harmonische Ergänzung zu St. Nikolaus sein. Deshalb boten sich die Töne zweigestrichenes C und zweigestrichenes Es an“, erläutert Pfarrer Andreas Maria Zach die weiteren Schritte. „Nun hat auch der historische Holzglockenstuhl wieder eine sinnvolle Verwendung.

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Die „falschen Glocken“, aus Lehm und Wachs gefertigte Modelle, lassen erahnen, wie die echten nach dem Guss aussehen.

Das ist wirklich ein krönender Abschluss für die umfangreichen Renovierungen und die Neugestaltung der liturgischen Orte in Heilig Geist.“ Interessierte können eine Woche vor Pfingsten die beiden neuen Glocken in St. Nikolaus besichtigen. Nach der Segnung werden sie im Turm der Heilig-Geist-Kirche für hoffentlich lange Zeit ihren Platz finden.

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