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6,5 Hektar in der Gemeinde frei

Neuer Ortsteil kommt: Stephanskirchen plant in Haidholzen Südost

Haidholzen Südost im ersten Vorentwurf: kleinteilige Bebauung an der Reichenberger Straße anschließend an den Bestand (gelb hinterlegt), größere und höhere Baukörper Richtung Holzweg, von dem aber durch eine große Grünfläche getrennt. Auf dieser Basis diskutiert der Gemeinderat weiter. Nonconform/Klinger
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Haidholzen Südost im ersten Vorentwurf: kleinteilige Bebauung an der Reichenberger Straße anschließend an den Bestand (gelb hinterlegt), größere und höhere Baukörper Richtung Holzweg, von dem aber durch eine große Grünfläche getrennt. Auf dieser Basis diskutiert der Gemeinderat weiter.

Fünf Jahrzehnte hat die Gemeinde Stephanskirchen jede sich bietende Fläche im Südosten von Haidholzen aufgekauft. Und daran festgehalten. Nun soll dort ein Wohngebiet für 500 bis 1500 Kinder, Frauen und Männer entstehen. Eine einmalige Entwicklungschance. Deren Ergreifen Zeit und Mut erfordert.

Stephanskirchen – 6,5 Hektar freie Fläche mitten in der Gemeinde – eine größere Entwicklungschance hatte Stephanskirchen seit Jahrzehnten nicht. Im Südosten von Haidholzen entsteht ein neuer Ortsteil. Auf einem Areal, von dem die Gemeinde über 80 Prozent der Fläche besitzt.

Wie der neue Ortsteil aussehen soll, darüber haben die Stephanskirchner mitdiskutiert, bei einer Ideenwerkstatt im vergangenen September ihre Wünsche und Vorschläge eingebracht.

Ideenwerkstatt führt zu Quartierskonzept

Daraus entwickelte das Büro „Nonconform“ ein städtebauliches Konzept. Da waren dem Bauamt die Varianten zu wenig ausgearbeitet, zum Beispiel war das in Nord-Süd- und in West-Ost-Richtung vorhandene Gefälle nach Ansicht der Bauverwaltung, laut deren Chef Wolfgang Arnst, zu wenig berücksichtig. Man setzte sich nochmal zusammen und nun wurde das gut 150-seitige Werk dem Gemeinderat vorgestellt. Mit Bebauungsvarianten von 500 bis 1500 Einwohnern in verschiedenen Wohnformen.

Sieben Eckpfeiler eingezogen

Diese basieren auf sieben „Eckpfeilern“, die sich aus der Bürgerwerkstatt im „Festzelt der Ideen“ ergeben hatten:

  • Sparsamer Umgang mt Flächen;
  • hochwertige Gestaltung von Grün- und Freiflächen;
  • Wohnraum für unterschiedliche Bedürfnisse;
  • Rücksicht auf Ökologie und Nachhaltigkeit;
  • belebtes Zentrum für die ganze Gemeinde;
  • Fokus auf öffentlichen Personennahverkehr, Fußgänger und Radfahrer sowie
  • Durchmischung und Vielfalt auf allen Ebenen.

Werkhof und Alleskönner sind immer dabei

In allen Varianten enthalten ist ein „Werkhof“ mit Tiefgarage, Energieversorgung für das Quartier, Büros, Gewerbe und belebtem Erdgeschoss. Dieser könnte, so die Planer, sowohl direkt an die Südeloxal im Norden des Gebietes entstehen oder im Süden, in Nachbarschaft zum „Alleskönner“.

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In diesem „Alleskönner“ sollten unter anderem eine Markthalle für Kleingewerbe, ein Café oder Bistro und eventuell ein großflächiger Lebensmittelmarkt Platz finden.

Ruhender Verkehr wird flächenschonend gestapelt

Die Parkplätze dafür könnten, quasi als Lärmschutzwall, entlang der Simsseestraße entstehen. Wie der gesamte ruhende Verkehr in Haidholzen Südost „flächenschonend gestapelt“, wie es die Planer von Nonconform nennen. Denn es sind noch weitere zentrale Parkmöglichkeiten vorgesehen, vor allem an der Reichenberger und der Simsseestraße, von denen aus das Gebiet für Kraftfahrzeuge erschlossen wird.

Wobei die Straßen reine Wohnstraßen werden sollen, für Rettungsdienste, Feuerwehr und Müllfahrzeuge aber befahrbar sind. Die Idee fand Jacqueline Aßbichler (CSU) „nicht den großen Wurf“: Ältere Menschen scheuten eventuell den Weg zum Parkhaus und wie solle eine Mutter mit zwei kleinen Kindern die Einkäufe von Auto nachhause bringen?

Verwaltung bevorzugt Variante für 500 Menschen

In der von der Gemeindeverwaltung bevorzugten Variante finden sich entlang der Reichenberger Straße Doppel- und Reihenhäuser, Richtung der bestehenden Bebauung am Holzweg Mehrfamilienhäuser. 500 Menschen sollen dort ein neues Domizil finden. Steffi Panhans (SPD), die dritte Bürgermeisterin, war irritiert ob der 500 – woher diese Zahl denn käme? Aus einer Planung von 2016 war die Antwort, die bei Panhans sichtlich auf wenig Gegenliebe stieß.

Große Grünfläche im Westen

Eine große Grünfläche trennt nach Vorstellung der Planer den Bestand westlich des Quartiers von den neuen Gebäuden. Während sich die Bewohner der Reihen- und Doppelhäuser selbst um ihre Gärten kümmern, ist Landschaftsarchitekt Harald Niederlöhner mit der Grünordnung des Baugebietes betraut. Und hat auch rund um die größeren Gebäude des Quartiers viel Grün in verschiedenen Höhen vorgesehen.

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Auch entlang des Boulevards für Fußgänger und Radfahrer, der die zentralen Plätze des neuen Ortsteils ver- und diesen an die vorhandenen Siedlungen anbindet.

Zukunftsmusik aus Bürgerwünschen

Noch ist all das ein Entwurf, Zukunftsmusik komponiert aus den Wünschen der Stephanskirchner. In trockenen Tüchern oder gar beschlossen ist er noch längst nicht. Konkretisiert werden könnte die Planung für das neue Quartier bei einem von der Verwaltung vorgeschlagenen Workshop des Gemeinderates. Der sollte in Weyarn stattfinden, so Janna Miller (Die Grünen), denn dort gebe es ein Anschauungsbeispiel. Der Gemeinderat brauche eine gemeinsame Basis, so Miller, „denn wir werden uns trauen müssen, müssen weg vom Gewohnten.“ Das sah Steffi Panhans genauso, aber: „Ich bin gespannt, ob wir uns trauen werden.“ Ein Beschluss wurde nicht gefasst.

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