Bedarf auf lange Sicht gedeckt

Neues Kinderhaus in Tuntenhausen sorgt für 50 freie Plätze in der Gemeinde

Im September soll das neue Kinderhaus in Tuntenhausen eröffnet werden. 56 Kinder wurden bereits für eine Krippen- und zwei Kindergartengruppen angemeldet. Der Innenausbau läuft auf Hochtouren: Derzeit liegen die Trockenbauer in den letzten Zügen, stehen die Boden- und Fliesenleger in den Startlöchern.
+
Im September soll das neue Kinderhaus in Tuntenhausen eröffnet werden. 56 Kinder wurden bereits für eine Krippen- und zwei Kindergartengruppen angemeldet. Der Innenausbau läuft auf Hochtouren: Derzeit liegen die Trockenbauer in den letzten Zügen, stehen die Boden- und Fliesenleger in den Startlöchern.

Die neue Kindereinrichtung in Tuntenhausen sichert die Entwicklung der Gemeinde langfristig. Denn auch wenn der Bedarf an Kitaplätzen „explodieren“ sollte: Mit der Eröffnung des Kinderhauses im September wird die Gemeinde über 50 freie Plätze in allen Kindereinrichtungen der Gemeinde verfügen.

Tuntenhausen – Darüber informierte Bürgermeister Georg Weigl (CSU/FWG) auf der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Anmeldung der Kinder für das neue Betreuungsjahr ist abgeschlossen. „Wir konnten alle Kinder unterbringen“, ist Weigl zufrieden. In der vergangenen Woche wurden die Elternbriefe mit den Zusagen versandt.

Drei neue Gruppen in Tuntenhausen

Das neue Kinderhaus in Tuntenhausen geht mit drei Gruppen an den Start – einer Krippengruppe mit aktuell 13 angemeldeten Kindern und zwei Kindergartengruppen mit insgesamt 43 Kindern. Damit sind auch in Tuntenhausen noch Plätze frei.

Auch die Zimmerer sind am Werke und installieren Holzkonstruktionen für Vordächer und Terrassen.

Die Notbetreuung in den Ostermünchener Pavillons ist dann nicht mehr erforderlich. Perspektivisch fällt die „Containergruppe“ weg, werden die Container zurückgebaut.

Auch die in Beyharting zusätzlich eingerichtete Gruppe mit 15 Plätzen wird nicht mehr gebraucht. Im Ergebnis sind in beiden Einrichtungen wieder freie Plätze verfügbar, ebenso wie im Waldkindergarten.

Lesen Sie auch: Wegen Bundes-Notbremse: Neue Corona-Regeln für Bayern notwendig?

Zudem wird mit dem neuen Schuljahr eine Offene Ganztagsschule (OGS) an der Schönauer Grundschule eingerichtet. Bisher gibt es dafür schon 37 Anmeldungen. Da die OGS ein kostenloses Angebot ist, und der Hort bezahlt werden muss, gibt es für den Hort keinen Bedarf mehr. Das heißt: Auch im Kinderhaus „Purzelbaum“ in Hohenthann gibt es perspektivisch wieder freie Kapazitäten. Damit ist in allen Kindereinrichtungen der Gemeinde auch ausreichend Platz für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf.

Mit der Anmeldung für das neue Betreuungsjahr kristallisierte sich in der Gemeinde auch ein veränderter Bedarf heraus: „Die Buchungszeiten haben sich auf 16 Uhr reduziert. In Hohenthann und Beyharting wurde sogar nur bis 15 Uhr ein Betreuungsbedarf angemeldet“, informiert der Bürgermeister. Er führt dieses Phänomen auf die Corona-Pandemie zurück und die damit entstandenen neuen Modelle, Familie und Arbeit zu vereinbaren.

Keine Erhöhung der Elternbeiträge

Wie Weigl dem Gemeinderat erläuterte, sei eine Erhöhung der Elternbeiträge eigentlich schon zum 1. September 2020 erforderlich gewesen. Er empfahl dem Gemeinderat aber, auch in diesem Jahr darauf zu verzichten, denn: „Das wäre in dieser Krise das falsche Signal.“

Auf Nachfrage von Anton Messerer (FWG Beyharting) erläuterte der Bürgermeister, dass eine etwa zehnprozentige Erhöhung der Elternbeiträge erforderlich sei, um die Betriebskosten zu decken. Spätestens im Jahr 2022 müsse diese Erhöhung umgesetzt werden. „Dann haben wir Corona hoffentlich hinter uns gelassen“, so Theresia Englhart (Frauenliste).

Das könnte Sie auch interessieren: Tuntenhausener Gemeinderat legt Baupläne für Hohenthanner Mitte auf Eis (Plus-Artikel OVB-Online)

Derzeit zahlen Familien in der Gemeinde Tuntenhausen für eine achtstündige Betreuung im Kindergarten 157 Euro. Da der Freistaat 100 Euro direkt an die Träger der Einrichtungen zahlt, müssen Familien nur 57 Euro aufbringen. In der Krippe kostet eine achtstündige Betreuung 305 Euro. Eine einkommensabhängige Unterstützung von 100 Euro wird Familien individuell gezahlt.

Wie Weigl weiter informierte, habe der Freistaat auch für April und Mai eine 70-prozentige Übernahme der Elternbeiträge für die Familien avisiert, die ihre Kinder bis zu fünf Tagen in die Kitas bringen. Die Gemeinde sei bereit, die restlichen 30 Prozent für alle Einrichtungen zu übernehmen. Ein entsprechender Beschlussvorschlag werde dem Rat zeitnah vorgelegt.

Kommentare