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Entscheidung gefallen

Auch die Radler parken am Wasserburger Bahnhof bald komfortabler

Kommen sich in die Quere: die geparkten Radl in Reitmehring, der Achsabstand wird hier jetzt auf 75 Zentimeter erhöht.
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Kommen sich in die Quere: die geparkten Radl in Reitmehring, der Achsabstand wird hier jetzt auf 75 Zentimeter erhöht.

Endlich ist der Knoten durchgeschlagen: Die Entscheidung für die neuen und zusätzlichen Fahrradparkplätze am Reitmehringer Bahnhof ist gefallen. Es werden deutlich mehr als doppelt so viele als bisher – doch das ist nicht die einzige positive Veränderung.

Wasserburg – 62 Radl können derzeit am Bahnhof, einem wichtigen Pendlerknotenpunkt, abgestellt werden. Doch mit der Entscheidung, den Park-&Ride-Parkplatz für Pkw Richtung Bundesstraße 304 für 312.000 Euro kräftig zu erweitern, will der Stadtrat auch in Sachen Fahrradfreundlichkeit ein Zeichen setzen. Die Stellflächen für die Drahtesel werden ausgebaut. Nur um das Wie gab es viel Streit. Während die einen forderten, bei den Radlstellplätzen auf hohen Komfort zu setzen, hieß es von anderer Seite, das Maximum rauszuholen, seien übertriebene Ansätze („Luxus“). Bei der Planung spielt außerdem eine Rolle, dass es auf Bahngrund schwieriger ist als auf städtischem.

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Es waren mehrere Anläufe notwendig, um eine Entscheidung zu treffen, mit der alle jetzt mitgehen können. Der Experte des Büros ROPLAN , der im Stadtrat im Februar vier Varianten vorgestellt hatte, hatte dafür noch einmal nachjustieren müssen.

Einer, der immer wieder auf Verbesserungen pochte, ist Christian Stadler, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Er gilt als Experte, das Radfahren ist sein Mobilitätsansatz – auch als Pendler. Worauf Stadler in den Diskussionen stets beharrte, war ein möglichst großer Achsabstand. 50 Zentimeter sind im gesetzlichen Regelwerk bei versetzter Anbringung (immer abwechselnd ein Stellplatz etwas höher und etwas niedriger) vorgeschrieben, Stadler fordert 75 Zentimeter (Siehe Kasten).

Ziel: Fördermittel nicht zurückzahlen

Stadler hatte auch mehrere Planungsvorschläge erarbeitet, die in die sieben Varianten für die Radlparkplätze einflossen. Der Ausschuss entschied sich einstimmig für eine Stadler-Lösung. Sie sieht vor, dass die Stellplatzanzahl in zwei Etappen erhöht wird. Im ersten Schritt um 59 auf 122, im zweiten um weitere 42 auf abschließend 166. Jeder neue Radlparkplatz kostet nach Angaben von Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann 1730 Euro. Es gibt eine in der Höhe nocht nicht bekannte öffentliche Förderung.

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Im Bauabschnitt eins wird die bestehende Anlage nach Westen erweitert – doppelstöckig (plus 40 Parkplätze) und nördlich des Geldautomaten (plus neun), weitere zehn Stellflächen (ebenfalls überdacht) entstehen zusätzlich. Im zweiten Bauabschnitt, der aufgrund öffentlicher Zuschüsse erst in neun Jahren stattfinden kann, wird der bisherige Unterstand abgebrochen und doppelstöckig erneuert. Dann wir die Anzahl der Stellflächen hier (bisher 42) auf 84 erhöht. Alle Bauvorhaben finden auf städtischem Grund statt.

Der Ausschuss plädierte in diesem Zusammenhang auch dafür, die Zufahrt zum Radlparkplatz am Bahnhof zu verbessern.

Das sagt der Radelexperte

Christian Stadler, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat, nimmt in seiner Funktion als Experte und Mitglied im Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC ), Ortsgruppe Wasserburg, Stellung zum Thema komfortables Parken:

„Die bestehenden Radlständer in Reitmehring entsprechen der Norm, sie sind höhenversetzt mit exakt dem Mindestabstand von 50 Zentimetern montiert. Die Norm geht davon aus, dass dadurch vermieden wird, dass nebeneinander stehende Räder sich mit den Lenkern verkeilen. Funktionieren würde dies aber nur, wenn alle Räder in etwa die gleiche Lenkerhöhe und zudem nur flache Lenker hätten, also keine Rennradlenker, Bullhornlenker oder seitliche sogenannte Bar-Ends (Lenkerhörnchen).

Meine tägliche Erfahrung zeigt, dass dies leider nur auf dem Papier funktioniert. Man merkt, dass die durchschnittlichen Lenkerbreiten auch größer werden. Als Empfehlung für die richtige Lenkerbreite gilt übrigens Schulterbreite plus zwei mal Handbreite. Ein unzureichender Abstand zwischen den Radlständern ist auch deswegen problematisch, weil die empfindlicheren Anbauteile am Lenker (Schalthebel, Bremshebel) ganz außen sitzen. Durch zu kleine Abstände kann es also schnell zu Beschädigungen kommen – nicht immer nur am eigenen Rad. Es finden immer wieder Radfahrer ihr Gefährt bei der Rückkehr zum Reitmehringer Radlständer beschädigt vor.“

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