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Neuer Virus

Affenpocken kommen der Region Rosenheim näher: Was Sie beachten sollten

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Im Schwabinger Krankenhaus wurde der erste Affenpocken-Infizierte behandelt. Wie 2020 auch der erste Covid-Patient. Kurze Zeit darauf war Corona in der Region Rosenheim.

Noch sind es nur wenige Einzelfälle. Doch die Affenpocken dürften sich ausbreiten. Irgendwann auch in der Region Rosenheim. Ist das Gesundheitssystem vorbereitet? Gesundheitsamt und Romed-Klinikum setzen auf Wachsamkeit. Und geben Tipps, was man bei der neuen Krankheit beachten sollte.

Rosenheim - Wie im Falle von Corona ist der neu in Europa aufgetauchte Erreger ein Virus. Und wie bei Corona wurde der erste neu mit Affenpocken infizierte Patient im Klinikum Schwabing in München behandelt. Also nicht so weit von der Region Rosenheim entfernt. Doch mit diesen beiden Fakten enden die Parallelen zwischen Corona und Affenpocken. Experten auch in der Region Rosenheim studieren, was an Informationen über die Krankheit vorliegt. Und sie warnen vor Panik.

Der Chefarzt und Pandemie-Beauftragte des Romed-Klinikums, Dr. Hanns Lohner, meldet, dass Ärzte und Personal bereits sensibilisiert seien. Die Hygiene-Abteilung habe bereits Verfahrensstandards zum Umgang mit Infizierten erstellt.

Affenpocken schwieriger zu übertragen

Er gibt darüber hinaus in wichtigen Punkten schon mal Entwarnung. Auch nach den Informationen des Robert-Koch-Instituts sei die Übertragbarkeit der Affenpocken „deutlich geringer“ als bei Corona, vor allem im Vergleich zur Omikron-Variante. „Insofern wird das Risiko, dass die Affenpocken im entfernten zu einer Pandemie wie bei Corona werden könnten, als sehr gering eingeschätzt.“ Auch seien die Verläufe oft mild, ähnlich denen anderer Infektionskrankheiten. Oft verbunden mit Kopf- und Gliederschmerzen oder Fieber. Übertragen wird das Virus nach jetzigem Stand generell durch engen Körperkontakt, nicht allein durch Sexualkontakte.

Neu ist, dass das Virus in den vergangenen Tagen mehr und mehr außerhalb Afrikas auftrete, in Großbritannien unter anderem auch bei Menschen, die keinen Kontakt zu Menschen aus West- oder Zentralafrika gehabt hatten. Man kann also auch ohne vorangegangene Afrikareise zum Verdachtsfall werden. Der Besuch beim Hausarzt sei vor allem dann angeraten, wenn sich neben allgemeinen Symptomen wie Kopf- und Gliederschmerzen Ausschläge auf der Haut einstellten, sagt Hanns Lohner.

Deutschland hat insgesamt 40.000 Dosen eines Pocken-Impfstoffs bestellt. Bringt es etwas, sich so schnell wie möglich impfen zu lassen? Eher nicht. Fachleute schließen große Impfkampagnen derzeit aus. Sinnvoll ist demnach möglicherweise die Impfung von Kontaktpersonen, um das Infektionsgeschehen möglichst früh einzudämmen. An sich sei die Krankheit aber „selbsteliminierend“, das heißt, Kranke werden meist ohne weitere Therapie wieder gesund, heißt es etwa beim RKI.

Gesundheitsamt ist in Bereitschaft

Das Rosenheimer Gesundheitsamt beobachte die Lage „sehr genau“, heißt es seitens des Landratsamtes, bei dem das Gesundheitsamt angesiedelt ist. Grundsätzlich seien die Gesundheitsbehörden auf die Eindämmung von Infektionserkrankungen vorbereitet, auch aktuell bezüglich der Affenpocken. Wie auch bei der Corona-Pandemie wird sicherlich auch bei den Affenpocken das Verhalten der Bevölkerung entscheidend sein.

Die Affenpocken: Wie hütet man sich vor der neuen Krankheit?

Die Abwehrmaßnahmen sind grundsätzlich bei den meisten Infektionserkrankungen dieselben: Abstand halten, Isolation, Maske tragen. Gegebenenfalls ist die Impfung von Erkrankten und Kontaktpersonen angeraten, heißt es seitens des Gesundheitsamts. Die Dauer der Isolation und der Abwehrmaßnahmen hängt immer von Schwere, Infektiosität und Inkubationszeit der Infektionskrankheit ab. Bei Affenpocken könnte wegen der langen Inkubationszeit die Quarantäne für Erkrankte und Kontakte bis zu drei Wochen betragen.

Das Rosenheimer Gesundheitsamt kann bei der Eindämmung noch auf die Unterstützung der Mitarbeiter des Kontakt-Personen-Managements (CTT) zurückgreifen. Dieser Stab an Mitarbeitern ist eine Folge der Corona-Pandemie.

Corona-Pandemie: Gespanntes Warten auf den Herbst

Der Romed-Verbund geht mit vielen Erfahrungen aus der Corona-Zeit hervor. Romed sei sozusagen pandemieresistenter geworden, stellt Dr. Hanns Lohner fest. „Wir haben die Strukturen, mit einer Pandemie umzugehen“, sagt er. „Aber wir gehen bei den Affenpocken eher von Einzelfällen aus.“

Eine ernstzunehmende Krankheitswelle würde sich mit der Corona-Pandemie überlagern. Zwar sind die Zeiten der größten Anspannung bei den Kliniken vorüber. „Eine Garantie darauf, dass keine neue besorgniserregende Variante auftaucht, ist das nicht“, sagt Lohner. Noch immer unterhält Romed eine Corona-Station, der entlastende Sommer-Effekt der beiden Vorjahre habe sich bislang nicht wirklich eingestellt.

Zwar soll demnächst die Maskenpflicht allgemein weiter gelockert werden. Bei Romed aber hält man sich an die bewährten Regeln. Die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung des Freistaats mit der Genehmigung der leichteren Operationsmasken liege noch nicht vor. sagt Lohner. Daher sind etwa für Besuche von Angehörigen bis auf weiteres FFP2-Masken vorgeschrieben.