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Zwei Firmen haben sich beworben

Schmecken soll es! Warum Kolbermoor ein Probeessen für die Schulen organisiert hat

Die „Blindverkostung“ für das zukünftige Essen der Mittagsbetreuung der drei Kolbermoorer Schulen fand in der Pauline-Thoma-Schule statt: Auch das Ambiente sollte so echt wie möglich sein.
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Die „Blindverkostung“ für das zukünftige Essen der Mittagsbetreuung der drei Kolbermoorer Schulen fand in der Pauline-Thoma-Schule statt: Auch das Ambiente sollte so echt wie möglich sein.

Bevor der Stadtrat entschied, welcher Caterer künftig das Essen für die Mittagsbetreuung liefern soll, organisierte die Stadtverwaltung ein Probeessen – jeweils drei Vertreter der Kolbermoorer Schulen nahmen Platz und probierten. Was serviert wurde und worauf man Wert legte, lesen Sie hier.

Kolbermoor – Wer eine Anschaffung tätigt, und dafür mehrere Angebote hat, will genau wissen, was er für sein Geld jeweils bekommt. Das gilt schon für den Privatmann, noch mehr aber für die Stadt, die ja mit dem Geld der Steuerzahler arbeitet. Deshalb macht man sich in der Verwaltung bei Auftragsvergaben viel Mühe mit der Bewertung der Angebote, bis dem Stadtrat schließlich eines empfohlen wird. Wieviel Mühe, kann man sehr schön an der jüngst erfolgten turnusmäßigen Neuvergabe des Essens für die Mittagsbetreuung der drei Kolbermoorer Schulen sehen.

Zwei Firmen haben sich beworben

Zwei Caterer aus Rosenheim hatten nach der Ausschreibung ein Angebot abgegeben. Ein Kriterium zur Beurteilung liegt auf der Hand, es ist der Preis. Doch der allein macht es nicht, man versucht bei allen Vergaben sicherzustellen, dass man für das Geld auch beste Qualität bekommt. Im Fall der Essensvergabe ist das nicht zuletzt die Forderung, dass das, was aufgetischt wird, auch schmeckt.

Serviert wurde in der Schule

Doch so einfach die Erwartung an sich ist, sie zu erfüllen ist schwierig: Ob etwas schmeckt, ist ja nicht zuletzt eine ganz persönliche Sache – wie soll man da einen objektiven Maßstab finden? Die Lösung: Man lud zu einem Testessen jeweils drei Vertreter der drei Kolbermoorer Schulen ein. Neun Personen, ergänzt durch einen Vertreter der Stadtverwaltung ergeben zehn „Geschmäcker“ und damit eine Basis, die breit genug ist, um eventuelle individuelle Vorlieben oder Abneigungen auszugleichen.

Testessen lief objektiv ab

Das Testessen lief ganz objektiv in der Pauline-Thoma-Schule ab: Der Geschmack floss mit 50 Prozent in die Wertung ein, danach folgten Aussehen, Mundgefühl und Geruch des Essens. Was von den beiden Bewerbern aufgetischt wurde, war vorgegeben: Gries-Nockerl-Suppe und Käsespätzle mit Salat für die beiden Grundschulen, Hähnchenschnitzel Wiener Art mit Petersilienkartoffeln und Preiselbeeren sowie Kaiserschmarrn mit Apfelmus für die Mittelschule. Man versucht auch später den Speiseplan möglichst so abzustimmen, dass er den Geschmack der jeweiligen Altersgruppe trifft.

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Das Ergebnis des Testessens war erfreulicherweise eindeutig – einer der beiden Anbieter erzielte in allen Kriterien durchweg eine höhere Punktzahl, wobei die Tester selbstverständlich nicht wussten, von welchem Anbieter welches Essen war. Da der Anbieter mit dem nach Ansicht der Tester besseren Essen auch zum günstigeren Preis angeboten hatte, war klar, dass er am Ende dem Stadtrat für die Vergabe vorgeschlagen würde. Einen Vorschlag, den dieser auch einstimmig annahm.

Lebensmittel aus der Region

Ein zusätzliches Plus ist, dass dieser Anbieter von sich aus versicherte, dass 85 Prozent seiner Rohmaterialien aus der Region kämen, auch wenn die Herkunftsfrage nicht im Anforderungskatalog enthalten war und deshalb auch nicht in die Bewertung miteinfloss. Zweiter Bürgermeister Dieter Kannengießer dazu: „Den Anteil biologischer Produkte hatten wir neben Preis, Geschmack und dem Anlieferungsweg als viertes Kriterium natürlich mit drin. Die Anforderungen noch weiter zu erhöhen und auch Regionalität noch aufzunehmen wäre schwierig geworden, denn das Essen muss einfach für jeden Geldbeutel bezahlbar bleiben.“ Wie hoch der Betrag genau sein wird, wird der Stadtrat voraussichtlich in seiner Juni- oder Juli Sitzung festlegen.

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Schon jetzt aber darf man feststellen: Man gab sich bei der Stadtverwaltung große Mühe, um sicherzustellen, dass das, was den Schulkindern in den nächsten zwei Jahren aufgetischt wird, auch tatsächlich schmeckt und wirklich nichts mehr mit dem berüchtigten „Mensaessen“ aus vergangenen Zeiten zu tun hat.

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