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Großeinsatz und Razzia am Mittwochmorgen

Schwerbewaffnete Polizei in Vogtareuth: Das steckt dahinter

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Großeinsatz der Bundespolizei in Vogtareuth.

Vogtareuth/München - Große Aufregung herrschte am Mittwochmorgen (9. Juni) im Ortsgebiet von Vogtareuth. Dort kam es zu einem Großeinsatz der Polizei.

Mehrere Leser schilderten gegenüber rosenheim24.de übereinstimmend, dass gegen 7 Uhr im Bereich der Austraße in Richtung Sportplatz zehn bis 15 Polizeifahrzeuge samt teils schwerbewaffneter Polizisten im Einsatz gewesen sein sollen. Auch mehrere Diensthunde sollen vor Ort gewesen sein. Auf Nachfrage von rosenheim24.de bestätigten sowohl die Polizeiinspektion Rosenheim als auch die Bundespolizei Rosenheim den Einsatz, verwiesen zwecks weiterer Details jedoch auf die Abteilung „Kriminalitätsbekämpfung“ der Bundespolizei München.

Deren Sprecher Alexander Klunker hielt sich jedoch ziemlich bedeckt. Klunker bestätigte lediglich mehrere Einsätze in den Bundesländern Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt, darunter eben auch jenen in Vogtareuth. Der Schwerpunkt der Einsätze habe „im Bereich Oberbayern gelegen“, hieß es weiter. Ob es weitere Einsatzorte in unserer Region gab, wollte der Sprecher weder bestätigen noch dementieren - aus ermittlungstaktischen Gründen. Zugleich wurde in diesem Zusammenhang auf die Staatsanwaltschaft Traunstein und eine Pressemitteilung der Bundespolizeiinspektion Potsdam verwiesen.

Inzwischen sind aber weitere Details durchgesickert: Insgesamt gab es 21 in Zusammenhang stehende Razzien, bei denen über 350 Polizeibeamte im Einsatz waren. Dabei seien „Durchsuchungsbeschlüsse und Haftbefehle gegen international agierende Computerbetrüger vollstreckt“ worden, hieß es. Fünf Hauptbeschuldigte seien festgenommen worden. Außerdem wurde „umfangreiches Beweismaterial“, darunter Smartphones und Computer, sichergestellt. Ob einer oder sogar mehrere Hauptverdächtige aus Vogtareuth kommen, ist derzeit unklar. Dazu wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Nigerianische Bande agiert hochprofessionell

Im Hintergrund der koordinierten Aktion stehen aufwendige Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Traunstein in Zusammenarbeit mit der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung München, nach denen die Bande seit mindestens Oktober 2018 Computerbetrug zum Nachteil der Deutschen Bahn organisierte und durchführte. Diese Bande besteht aus 20 Beschuldigten, allesamt nigerianische Staatsangehörige im Alter zwischen 21 und 48 Jahren. Die Beschuldigten sollen mindestens 13.330 Online-Ticket-Buchungen in betrügerischer Absicht vorgenommen haben, wodurch der Deutschen Bahn ein Schaden von knapp einer halben Million Euro entstand.

Laut der Meldung gingen die Täter dabei planvoll und geschäftsmäßig vor: Im Schutz der Anonymität des Internets buchten sie mit „gephishten“ Kreditkartendaten Online-Tickets, ohne dass dafür letztlich ein Entgelt entrichtet wurde. Die „Fahrkarten“ nutzten die Betrüger anschließend selbst oder verkauften sie über ein Netzwerk zu verminderten Preisen. Die Ermittlungen hierzu dauern an und werden nun durch die speziell auf die Bekämpfung der organisierten Kriminalität im Bereich Cybercrime ausgerichtete Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung München ausgewertet.

mw/jg

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