Wasserburgs Zweiter Bürgermeister zu Kritik am Versammlungsort Marienplatz

Corona-Demos: „Überflüssig, dem Einzelhandel weitere Prügel zwischen die Beine zu werfen“

Zweite Bürgermeister von Wasserburg, Werner Gartner, zu Corona-Demos in der Altstadt
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Der Zweite Bürgermeister von Wasserburg, Werner Gartner, bezieht Stellung zu den vergangenen Samstagen, an denen der Marienplatz zum Schauplatz von Corona-Demos wurde.

Wasserburg - Bereits an zwei Samstagen war der Marienplatz Schauplatz einer Corona-Demonstration. Wir haben bei der Stadt nachgefragt, wie sie den Standort beurteilt und was regelmäßige Kundgebungen für ein Licht auf die Innstadt werfen würden.

An den Nachmittagen des 14. und am 22. Novembers wurden Corona-Demonstrationen im Altstadtkern von großem Polizeiaufgebot begleitet. Auch wenn sie durchwegs friedlich und ohne jegliche Ausschreitungen abliefen, gerade der Einzelhandel rund um das Rathaus beklagte die Versammlungen vor ihren Geschäften, viele Kunden blieben an jenen Samstagnachmittagen der Stadt fern.

Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz

Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz
Corona-Demo am 14. November am Wasserburger Marienplatz © bcs

„Wahnsinnig wichtig, dass der Einzelhandel überlebt“

Positiv war in den Augen von Werner Gartner, Wasserburgs Zweitem Bürgermeister, dass bei der zweiten Demo am 22. November deutlich weniger Leute den Weg zum Marienplatz einschlugen. Daran erkenne man das abebbende Interesse der Bürger an solchen Veranstaltungen. Die Demo sei von den Wasserburgern eher „ignoriert“ worden, was womöglich mitunter daran liegen könnte, dass die Gegendemonstranten um das Bündnis „wasserburg.bunt“ ihren Protest gänzlich ins Netz verlagerten. Dies wecke die Hoffnung, dass Kundgebungen mangels Interesse nun künftig in Wasserburg der Vergangenheit angehören könnten, sich die Veranstalter vielleicht andere Kommunen suchen.

„Das Ärgerliche war natürlich, dass die zwei Demos potentielle Kunden, die sonst gerne am Samtagnachmittag in Wasserburg einkaufen gehen, abgeschreckt haben. Diese Konsequenz musste der ohnehin schon von der Krise gebeutelte Einzelhandel ausbaden und mir tun die Geschäftsleute leid, die wirklich kämpfen in der Corona-Krise“, betont der Zweite Bürgermeister, der den krankheitsbedingt ausfallenden Michael Kölbl bis Jahresende vertritt.

Auch der Stadt sei es „wahnsinnig wichtig, dass der Einzelhandel überlebt. Es ist absolut überflüssig, dem Einzelhandel durch Versammlungen noch weitere Prügel zwischen die Beine zu werfen. Aber man muss es akzeptieren, Demos gehören nun mal zur Meinungsfreiheit in einer Demokratie dazu - auch in einer Pandemie.“

Kritik am Standort: Warum ausgerechnet der Marienplatz am Rathaus?

Ursprünglich sei die erste Versammlung samt künstlerischen Aufzug seitens der Veranstalter in der Hofstatt angesetzt gewesen, weiß Gartner. Dies sei aber abgelehnt worden - wegen der örtlichen Gegebenheiten und weil an dem Samstag zeitgleich der Wochenmarkt stattfand. Eine Vermischung habe man keinesfalls riskieren wollen. Der Umzug sei ursprünglich von der Kellerstraße aus über die Innbrücke auf dem Fußgängerweg unter den Arkaden in Richtung Marienplatz in Zwei-Meter-Abständen geplant gewesen - was aber am Ende ebenfalls nicht genehmigt wurde.

Die Wahl der Demonstrationsstätte sei Gartner zufolge letztlich auf den Marienplatz gefallen, „weil wir keine Chance hatten, die Demo außerhalb der Stadt veranstalten zu lassen. Die Teilnehmer haben ein Recht auf ihre Meinungsäußerung an Plätzen, an denen sie auch gehört und gesehen werden. Der Veranstalter hätte sicherlich geklagt und Recht bekommen, hätten wir ihn ins Gewerbegebiet oder auf den Badriaparkplatz abgeschoben.“

Weitere Demos in Wasserburg in der Adventszeit oder Schlussstrich nach zwei Samstagen?

Die Gerüchteküche brodelt indes weiter: Von Mutmaßungen, dass gar keine Demo mehr in diesem Jahr in Wasserburg erfolgen soll bis hin zu Spekulationen, dass es womöglich an insgesamt vier Wochenenden Versammlungen geben soll, ist die Bandbreite an Meinungen und Aussagen in der Bevölkerung groß.

Dem Landratsamt sind Stand Mittwoch, 25. November, keine weiteren Demos in Wasserburg bekannt, unterstreicht Michael Fischer gegenüber wasserburg24.de. Eine „Sammelanmeldung“ gebe es nicht für weitere Wochenenden in der Innstadt, „es kann aber jederzeit sein, dass Anfragen zu Anmeldungen kurz vor knapp bis zu 24 Stunden vor dem jeweils geplanten Demonstrationstag bei uns eingehen. Da möchte ich nichts ausschließen.“

Stadt legt Veto ein: Keine Demos mehr am Marienplatz in Wasserburg

Gartner hingegen geht davon aus, dass vor Weihnachten keine Demos mehr veranstaltet werden - und falls doch, so wolle man als Stadt alles daran setzen, die Demo nicht mehr am Marienplatz stattfinden zu lassen sondern wenn möglich an den Busbahnhof an der Rampe zu verlegen.

„Jetzt haben wir den großen Christbaum am Marienplatz aufstellen lassen, der Weihnachtsstimmung versprüht und die Fläche vor dem Rathaus deutlich verkleinert“, untermalt der Zweite Bürgermeister abschließend. Genehmigungs- und Entscheidungsbehörde was den Standort anbelangt ist allerdings das Landratsamt, die Stadt selbst könne allein Vorschläge zum Versammlungsort unterbreiten.

mb

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