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Energiesparverordnung des Bundes

Zähneklappern am Schreibtisch: Berlin dreht in Stephanskirchen die Heizung ab

Warme Tee- oder Kaffeetasse gegen kalte Hände heißt es demnächst im Stephanskirchner Rathaus. Auf Anordnung des Bundeskabinetts dürfen es nicht mehr als 19 Grad im Büro sein.
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Warme Tee- oder Kaffeetasse gegen kalte Hände heißt es demnächst im Stephanskirchner Rathaus. Auf Anordnung des Bundeskabinetts dürfen es nicht mehr als 19 Grad im Büro sein.

19 Grad im Büro - nicht üppig. Aber von der Bundesregierung verordnet. Für alle „öffentlichen Nichtwohngebäude“, wie es in schönstem Amtsdeutsch heißt. Gilt also auch für die Rathäuser. Und das Wasser aus dem Hahn bleibt in Stephanskirchen auch kalt. Die Beleuchtung ist aus. Fast überall.

Stephanskirchen – Die Sanktionen gegen Russland schlagen bis in die Büros im Stephanskirchner Rathaus durch. Schuld ist das Bundeskabinett beziehungsweise dessen „Kurzfristenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung“. Ja, die heißt wirklich so, versichert Geschäftsleiter Dr. Andreas Uhlig auf Nachfrage amüsiert. Eine Folge: Die Temperatur in den Büros wird auf maximal 19 Grad gedrosselt, wie Bürgermeister Karl Mair (Parteifreie) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates bekannt gab.

Gedrosselte Heizung, geteilte Meinung

Dieser Teil der ab 1. Oktober geltenden Maßnahmen sei im Rathaus „durchaus umstritten“, sagte Mair. Ein Blick in die Gesichter der anwesenden Verwaltungsmitarbeiter bestätigte diese Aussage: Die einen schauten etwas mürrisch, die andern nahmen‘s cool.

Während am einen Ende des Sitzungssaales halblaut gemutmaßt wurde, dass da wohl der eine oder andere kleine Heizlüfter Einzug halten werde, war am anderen Ende des Saales von Wollsocken und dickem Pulli die Rede. Mair kommentierte, er erwarte, vor allem Mitarbeiterinnen eventuell „öfter in Steppmantel und Moonboots“ anzutreffen.

19 Grad sind bei einer sitzenden Tätigkeit wahrlich nicht üppig. In der Arbeitsstättenverordnung sind bisher 20 bis 24 Grad als Richtschnur angegeben. Die Österreicher sind etwas großzügiger, halten 19 bis 25 Grad für angemessen. Nun aber schreibt das kurz Energiesparverordnung genannte Epistel der Bundesregierung 19 Grad vor.

Auch warmes Wasser ist auf Verordnung der Bundesregierung in den Rathäusern künftig knappes Gut. Anfang September wurden in Stephanskirchen die Boiler ausgeschaltet. Nur in den öffentlichen Toiletten inklusive Behinderten-WC und im Sozialraum gibt es aus hygienischen Gründen noch warmes Wasser, wie Uhlig jetzt in der Gemeinderatssitzung bekannt gab.

Legionellengefahr nur bei Großanlagen

Legionellengefahr besteht laut des Deutschen Vereins Gas- und Wasserfach aber nur bei Großanlagen, die über etliche Boiler betriebene Warmwasserversorgung im Stephanskirchner Rathaus gehört nicht dazu.

Janna Miller (Die Grünen) berichtete, dass Rektor Florian Burggraf in einem Elternbrief versicherte, dass es an der Otfried-Preußler-Schule warm bleibt: Dort wird mit regionalen Hackschnitzeln geheizt.

Minimale Beleuchtung gegen Unfälle

Wie in vielen Gemeinden, wurde auch in Stephanskirchen die Beleuchtung der öffentlichen Gebäude und der Schloßberger Kirche abgestellt. Auch am Rathaus. Es ist nur noch dort minimal beleuchtet, wo sonst die Unfallgefahr zu groß ist.

Bürgermeister tauschen Erfahrungen aus

„Es ist halt eine Verordnung, die umgesetzt werden muss“, sagt Bernd Fessler, Sprecher der Bürgermeister im Landkreis. Auch in seinem Rathaus in Großkarolinenfeld ist die Heizung auf 19 Grad gedrosselt. Bei der nächsten Zusammenkunft der Bürgermeister Ende Oktober steht der Erfahrungsaustausch zur Energiesparverordnung auf der Tagesordnung.

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