Fahrenschon sieht gute Gründe dafür

Filial-Schließungen der Sparkassen auch in der Region?

Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon
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Das Filialnetz der Sparkassen soll schrumpfen. Verbandspräsident Georg Fahrenschon sieht dafür gute Gründe.

Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon hat die Schließung von Filialen verteidigt. „Sparkassen müssen da sein, wo die Menschen sind - und das ist heute immer stärker im Internet.“

Dies sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands der „Passauer Neuen Presse“ (Dienstag). Wenn Kunden heute in die Filiale kämen, wollten sie immer weniger Überweisungen oder andere Zahlungsgeschäfte abwickeln. „Die Kunden wollen heute in Filialen eine hochwertige Beratung. Deshalb fassen wir Geschäftsstellen zu höherwertigen Beratungseinheiten zusammen. Damit sinkt die Zahl der Filialen.“


Allein in Bayern droht in diesem Jahr bis zu 220 der derzeit mehr als 2200 Geschäftsstellen das Aus. 

Auch Filialen in der Region könnten betroffen sein, wie bereits im November bekannt wurde:


  • Die Sparkasse Erding-Dorfen will vier Geschäftstellen zu SB-Zentren umbauen; 35 Arbeitsplätze sollen in den kommenden Jahren gestrichen werden.
  • Die Sparkasse Rosenheim-Bad-Aibling untersucht derzeit anhand von Standortanalysen, ob es „Optimierungsbedarf“ gebe. Bereits in den vergangenen Jahren seien Standorte zusammengelegt worden. Außerdem werde bei jedem Arbeitsplatz geprüft, ob er nachbesetzt werde.
  • Auch bei der Sparkasse-Altötting-Mühldorf gibt es offenbar einen Stellenabbau: Personelle Veränderungen gebe es „im Rahmen natürlicher Fluktuation“, heißt es. Auch sei „die laufende Überprüfung des Filialnetzes“ zentrale Aufgabe des Instituts.
  • Nach Angaben der Sparkasse Wasserburg am Inn gibt es derzeit keine Überlegungen, Filialen zu schließen. Allerdings werden Stellen auch hier abgebaut.

Das dichte Filialnetz der Sparkassen stamme aus einer Zeit, in der die Kunden für Überweisungen noch in die Filiale gegangen seien oder Bargeld an der Kasse abholt hätten, hatte der bayerische Sparkassenpräsident Ulrich Netzer vor wenigen Wochen gesagt. Inzwischen komme ein Kunde im Durchschnitt nur einmal pro Jahr in eine Filiale, nehme aber 108 mal pro Jahr online Kontakt auf. Auf dieses geänderte Kundenverhalten müssten die Sparkassen reagieren. Bereits im vergangenen Jahr waren 82 Geschäftsstellen in Bayern weggefallen.

Diese Politiker wechselten in die Wirtschaft

Der neue Koalitionsvertrag gilt für den alten Kanzleramtsminister nicht mehr: So könnte Ronald Pofalla womöglich als einer der letzten Spitzenpolitiker ausnutzen, dass eine Karenzzeit für Regierungsmitglieder vor einem Seitenwechsel in die Wirtschaft bislang nur locker angestrebt ist. Dass es keine Regeln gibt, nutzten zuvor auch andere prominente Minister, Ministerpräsidenten und sogar Kanzler. © AFP
ECKART VAN KLAEDEN löste mit seinem Wechsel in den Job des Cheflobbyisten bei Daimler vergangenes Jahr sogar noch laufende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Vorteilsannahme aus. Der 48-jährige van Klaeden gehörte pikanterweise wie Pofalla vor seinem Wechsel in die Wirtschaft zum engsten Mitarbeiterkreis um Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), er war Staatsminister im Kanzleramt. © dpa
KURT BECK wechselte im vergangenen Jahr nur wenige Monate nach seinem mit gesundheitlichen Problemen begründeten Rücktritt als rheinland-pfälzischer Ministerpräsident als Berater zum Pharmakonzern Boehringer Ingelheim. Kritiker bemängelten fehlende Transparenz bei dem neuen Job des ehemaligen SPD-Chefs: So wurde der Wechsel erst vier Monate nach Becks Seitenwechsel bekannt gegeben. © dpa
GEORG FAHRENSCHON bewarb sich von seinem Posten des bayerischen Finanzministers (CSU) aus für den Posten des Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, zu dem er dann auch Ende 2011 gewählt wurde. Für Kritik der Opposition sorgte der Wechsel, weil Fahrenschon zuvor als Minister die Sparkassen im Zuge der Rettung der damals noch zu gleichen Teilen vom Freistaat Bayern und den Sparkassen geführten Bayerischen Landesbank geschont haben soll. © dpa
ROLAND KOCH (CDU) zog sich im Jahr 2010 freiwillig als Ministerpräsident von Hessen zurück. Nur wenige Wochen später gab es Berichte über einen bevorstehenden Wechsel zum Baukonzern Bilfinger Berger. Dieser wurde 2011 dann tatsächlich vollzogen, inzwischen ist Koch dort Vorstandschef. Kritik gab es, weil Bilfinger Berger in der Regierungszeit Kochs einen 80-Millionen-Euro-Auftrag am Flughafen Frankfurt erhalten hatte. Koch nahm außerdem 2011 ein Aufsichtsratsmandat der Bank UBS an. © dpa
GERHARD SCHRÖDER (SPD) zog es nach dem Verlust der Kanzlerschaft im Jahr 2005 ebenfalls ohne längere Pause in die freie Wirtschaft. Er nahm den Posten als Aufsichtsratschef eines deutsch-russischen Konsortiums für den Bau einer Gaspipeline durch die Ostsee an. Damit handelte sich Schröder parteiübergreifend Kritik ein, weil er als Bundeskanzler das Geschäft gemeinsam mit dem damaligen russischen Präsidenten Wladimir Putin (rechts im Bild) politisch in die Wege geleitet hatte. © dpa
JOSCHKA FISCHER (Grüne) ließ sich als Ex-Koalitionspartner Schröders länger Zeit und erfüllte damit die Forderungen nach einer Karenzzeit für Politiker. Dafür stieg Fischer dann aber so umfassend wie wenige andere in den Lobbyismus ein. Der ehemalige Außenminister gründete eine eigene Beraterfirma mit Sitz in Berlin, die mit der Albright Group der früheren US-Außenministerin Madeleine Albright verbunden ist. Fischer sicherte sich Verträge mit namhaften Unternehmen wie Siemens, BMW oder dem Rewe-Konzern und beriet etwa den Energiekonzern RWE beim Bau einer Gas-Pipeline. © dpa
HELMUT KOHL (CDU) nutzte ebenfalls schon kurz nach Ende seiner 16-jährigen Kanzlerschaft seine Kontakte in die Wirtschaft. Kohl schloss etwa mit dem Medienmogul Leo Kirch (rechts im Bild) 1999 einen zunächst geheim gebliebenen Beratervertrag, der ihm für bis zu zwölf persönliche Gespräche im Jahr jährlich 600.000 D-Mark (rund 307.000 Euro) brachte. Zwielichtig erschien dies, weil Kohl Kirch als Kanzler beim Aufbau des Privatfernsehens geholfen hatte. Außerdem arbeitete Kohl ebenfalls schon ab 1999 im Beirat der Schweizer Bank Credit Suisse. Nach Bekanntwerden der CDU-Parteispendenaffäre wurde die eigentlich auf Lebenszeit gedachte, gut dotierte Zusammenarbeit aber vorzeitig beendet. © dpa

dpa/Sebastian Hölzle

Quelle: rosenheim24.de

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