News-Ticker zur Corona-Pandemie

Spahn: Zwölf Prozent der Deutschen mindestens einmal geimpft

Jens Spahn
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Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Karsamstag, 3. April, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 119,6, Landkreis Rosenheim 89,9, Landkreis Traunstein 178,2, Landkreis Berchtesgadener Land 104,8, Landkreis Mühldorf 152,8, Landkreis Altötting 156,0 (Quelle/Stand: RKI, 3. April, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 3296, Landkreis Rosenheim 11.841, Traunstein 8633, Berchtesgadener Land 4926, Mühldorf 5293, Altötting 4620 (Quelle/Stand: RKI, 3. April, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 55, Landkreis Rosenheim 434, Traunstein 197, Berchtesgadener Land 98, Mühldorf 134, Altötting 193 (Quelle/Stand: RKI, 3. April, 0 Uhr)
  • Mindestens 76.895 Todesfälle in Deutschland (13.302 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 19.18 Uhr - Spahn: Zwölf Prozent der Deutschen mindestens einmal geimpft

Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sind über zwölf Prozent der Deutschen mindestens einmal geimpft worden. Das seien mehr als zehn Millionen Bürgerinnen und Bürger, twitterte der CDU-Politiker am Samstag. 4,3 Millionen Menschen haben demnach bereits die zweite Impfung erhalten.

Allein am Freitag wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts und des Gesundheitsministeriums rund 217.000 Dosen geimpft. Bisher wurden Spahn zufolge knapp 10,7 Millionen Dosen des Pfizer/Biontech-Impfstoffs verabreicht, 0,7 Millionen Dosen von Moderna und 2,9 Millionen Dosen Astrazeneca.

Update, 17.49 Uhr - Hausärzte für allmähliche Abkehr von Impfpriorisierung

Der Hausärzteverband rät dazu, nach dem breiten Start der Corona-Impfungen in den Praxen die Priorisierung beim Impfen mit steigenden Liefermengen an Impfstoff in den Hintergrund treten zu lassen. „Die Priorisierung war und ist eine gute Leitlinie für die Ärztinnen und Ärzte, solange der Impfstoff noch in geringen Mengen verfügbar ist“, sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Samstag).

„Allerdings werden wir bald nicht mehr so sehr auf Zahlen, sondern zunehmend auf die Gesundheit der Menschen schauen müssen“, fügte Weigeldt hinzu. „Ein Mann von 69 Jahren mit Hypertonus und Diabetes sollte vielleicht eher die Impfung erhalten als eine 72-jährige Triathletin“, sagte der Verbandschef. Wenn die Impfstoffmenge ein bestimmtes Maß überschritten habe, müsse die Priorität sein: „Den zugelassenen Impfstoff schnellstmöglich allen, die können und wollen, zu impfen.“

In der Woche nach Ostern starten rund 35.000 Hausärzte auf breiter Front mit den Impfungen gegen das Coronavirus. „Am kommenden Mittwoch beginnt - endlich muss man sagen - das Impfen in den Praxen“, hatte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, gesagt. Bisher konzentrieren sich die Impfungen auf rund 430 Impfzentren. Allerdings steht in den Praxen zunächst eine sehr begrenzte Menge an Impfstoff zur Verfügung. In der ersten Woche erhalten alle Praxen zusammen 940.000 Impfdosen. Das macht rein rechnerisch nur gut 26 Dosen pro Praxis.

Update, 16 Uhr - Rekord bei psychischen Krankschreibungen im Corona-Jahr 2020

Im zurückliegenden Corona-Jahr 2020 sind die Krankschreibungen wegen psychischer Leiden in Bayern auf einen Höchststand gestiegen. Vor allem Frauen und Beschäftigte der Logistikbranche und des Gesundheitswesens fielen deutlich häufiger mit Depressionen, Ängsten oder Anpassungsstörungen bei der Arbeit aus. Dies hat eine Auswertung von mehr als 350.000 Versichertendaten der Krankenkasse DAK Bayern ergeben, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die DAK ist eine der größten Krankenkassen in Deutschland, die Daten auf die Allgemeinheit übertragbar.

Der Auswertung zufolge entstanden im vergangenen Jahr wegen psychischer Leiden 229 Fehltage je 100 erwerbstätigen DAK-Versicherten. Auf Frauen entfielen dabei etwa doppelt so viele Krankheitstage wie auf Männer. Sie verzeichneten zudem einen Anstieg um sechs Prozent, während die Entwicklung bei den Männern unverändert blieb. „Unsere Analyse zeigt, dass Frauen unter den Pandemie-Einschränkungen und -Belastungen besonders stark leiden“, erläuterte die Leiterin der DAK Bayern, Sophie Schwab.

Update, 15.21 Uhr - Seit Donnerstag 44 neue COVID-19-Fälle im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit vergangenem Donnerstag 44 weitere bestätigte COVID-19-Fälle im Landkreis gibt. Davon befanden sich 13 Personen als direkte Kontaktpersonen in häuslicher Isolation. Die Gesamtzahl der seit März 2020 registrierten COVID-19-Fälle mit Wohnsitz im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 4.926 (Stand RKI: 3. April, 0 Uhr). Nach derzeitigem Meldungsstand liegt der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land bei 104,8 (Stand RKI: 3. April, 0 Uhr).

Von den insgesamt 4.926 COVID-19-Fällen sind mittlerweile 4.678 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Aktuell gibt es 150 aktive COVID-19-Fälle im Landkreis, davon 18 in Einrichtungen im Landkreis Berchtesgadener Land (dazu zählen Alten- und Pflegeheime, Gemeinschaftsunterkünfte, Kindergärten und Schulen). In den vergangenen 7 Tagen gab es insgesamt 111 neue COVID-19-Fälle.

Bei allen positiv getesteten COVID-19-Fällen ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein, wie z. B. eine häusliche Quarantäne. Aktuell befinden sich 274 direkte Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne.

In den Kliniken im Berchtesgadener Land werden derzeit 19 COVID-19-Patienten stationär behandelt. Davon werden vier Patienten intensivmedizinisch betreut. Hinweis: Einige dieser Patienten haben ihren Wohnsitz nicht im Berchtesgadener Land und gehören somit auch nicht zu der Gesamtgruppe der insgesamt bestätigten BGL-COVID-19-Fälle.

Update, 14.32 Uhr - Steinmeier appelliert an Bürger: „Raufen wir uns zusammen!“

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zu einem gemeinsamen Kraftakt gegen die dritte Welle der Corona-Pandemie aufgerufen. „Raufen wir uns alle zusammen, liebe Landsleute! Holen wir raus, was in uns steckt“, sagte er in einer Fernsehansprache zu Ostern, die am Samstagabend (3. April) ausgestrahlt wird.

Das Staatsoberhaupt sprach von einer „Krise des Vertrauens“ sowie Fehlern beim Testen, beim Impfen und bei der Digitalisierung. „Nach 13 Monaten helfen Durchhalteparolen nicht weiter.“ Gebraucht würden nun Klarheit, Entschiedenheit und pragmatische Regelungen, „damit die Menschen Orientierung haben“, so Steinmeier.

Update, 13.36 Uhr - Kinder und Jugendliche im Kreis Altötting infiziert

Im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes Altötting wurden jetzt 30 neue PCR-bestätigte Fälle gemeldet. Damit steigt die Gesamtzahl der Infizierten in Stadt und Landkreis Altötting seit Pandemie-Ausbruch auf 4617 (Stand: 3. April, 0 Uhr). Unter den Neu-Infizierten befinden sich auch Kinder aus Burghausen (7 Jahre alt), Reischach (11), Marktl und Neuötting (je 12) sowie mehrere Jugendliche im Alter zwischen 13 und 18 Jahren

Die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz lag zum o.g. Zeitpunkt laut Landratsamt bei 156,0. Derzeit gibt es in Stadt und Landkreis insgesamt 316 aktive Fälle - die meisten davon in Burghausen (42), Burgkirchen (30), Altötting (28) und Pleiskirchen (27).

Update, 12.55 Uhr - „Notbremse“ in München greift ab Ostersonntag

Die Auswirkungen der steigenden Inzidenzwerte bekommt nun auch die Landeshauptstadt München zu spüren. Nachdem der Wert am Freitag (2. April) am dritten Tag in Folge über dem Schwellenwert 100 lag (104,3), greift am Ostersonntag (4. April, 0 Uhr) die sogenannte Notbremse - das heißt, die seit 8. März geltenden Lockerungen der Corona-Maßnahmen werden wieder außer Kraft gesetzt und es gelten die Regeln des vorherigen Lockdowns.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sagte: „Es war absehbar, aber es ist bitter, dass wir jetzt ausgerechnet zu Ostern die 100-er Marke gerissen haben und damit ab Sonntag wieder verschärfte Maßnahmen greifen.“ Dazu gehören den Angaben nach unter anderem die Schließung von Kitas, eine begrenzte Zahl bei privaten Treffen, also ein Hausstand plus eine weitere Person (Kinder unter 14 Jahren nicht eingerechnet), die Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr, die Schließung kultureller Einrichtungen sowie von Einzelhandelsgeschäften, die nicht für die tägliche Versorgung unverzichtbar sind. Das Deutsche Museum und der Tierpark Hellabrunn kündigten bereits an, ab Sonntag zu schließen.

Update, 11.51 Uhr - Söder: „Dritte Welle ist die gefährlichste!“

Mit Blick auf steigende Corona-Infektionszahlen rief Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Menschen in Bayern in seiner Osteransprache zum Verzicht auf: „Normalerweise ist Ostern das Fest, an dem man sich mit der Familie trifft, Freunde besucht, Reisen macht.“ Wegen Corona sehe die Lage anders aus: „Also: Nicht reisen, weniger Treffen und achtsam sein und auf einander Acht geben.

Söder verwies in seiner Ansprache auf die Langzeitfolgen von Corona, die schwerwiegend sein könnten. Wer aufpasse, könne schwere Folgen verhindern. Die Situation werde besser, weil täglich mengenmäßig eine Gruppe in der Größe einer Kleinstadt allein in Bayern geimpft werde. Der Ministerpräsident warnte außerdem und machte den Bürger zugleich Hoffnung: „Auch dieses Jahr ist Ostern geprägt von Corona. Die dritte Welle ist die gefährlichste. Bitte bleiben wir sorgsam und geben weiter aufeinander acht. Gemeinsam kommen wir da durch!“

Update, 11.03 Uhr - Kindergarten-Gruppe in Waldkraiburg unter Quarantäne

Das Gesundheitsamt Mühldorf hat für seinen Zuständigkeitsbereich nun 27 neue bestätigte Corona-Fälle gemeldet (Stand: 3. April, 0 Uhr). Aufgrund eines positiven Falles ist eine Gruppe des Kindergartens „Kunterbunt“ in Waldkraiburg unter Quarantäne. Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. Derzeit gibt es in Stadt und Landkreis Mühldorf insgesamt 323 aktive Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz lag zum o.g. Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes bei 152,8.

Update, 10.05 Uhr - Merkel plant offenbar bundesweiten Mega-Lockdown

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vom „Corona-Flickenteppich“ in Deutschland offenbar genug. Außerdem ist sie laut einem Bericht der Bild-Zeitung „not amused“ darüber, dass einige Ministerpräsident beim Erreichen bestimmter Inzidenzwerte nicht wie besprochen konsequent die Corona-Notbremse ziehen

Zudem rechnet man im Kanzleramt über Ostern mit weiter steigenden Corona-Zahlen, so dass im Hintergrund nun offenbar ein Mega-Lockdown für ganz Deutschland geplant wird. Es sei noch nichts entschieden, allerdings werde über „einen neuen Passus im Infektionsschutzgesetz geredet“, der dem Bund mehr Kompetenzen bei der Pandemie-Bekämpfung einräumen könnte. Auch über eine Vorverlegung des nächsten Bund-Länder-Gipfels (eigentlich am 12. April) werde diskutiert, hieß es.

Sollte sich Merkel diesmal durchsetzen, sind folgende Maßnahmen geplant:

  • bundesweite Ausgangssperren (womöglich auch tagsüber)
  • Schul- und Kita-Schließungen
  • anstelle regionaler und sehr unterschiedlich verhängter Lockdowns könnte ein mehrere Wochen langer, ultra-harter Lockdown angeordnet werden
  • Testpflicht in Betrieben, dazu noch mehr Home-Office

Update, 8.40 Uhr - Erneut unter 100: Kreis Rosenheim vor Lockerungen?

Sieben-Tage-Inzidenz in Südostbayern (Stand: 3. April 2021).

Die Corona-Fallzahlen bzw. 7-Tage-Inzidenzen haben sich in den Städten und Kreisen der Region im Vergleich zum Vortag größtenteils nach unten entwickelt. Neben dem Landkreis Altötting (von 145,3 auf 156,0) meldete lediglich der Kreis Berchtesgadener Land eine steigende Inzidenz. Allerdings hat der Wert laut neuesten RKI-Daten dort am Karsamstag erstmals nach acht Tagen wieder die kritische 100er-Grenze überschritten (von 94,4 auf 104,8). Bleibt dies nun zwei weitere Tage in Folge so, droht dem bereits stark lockdown-geplagten Landkreis laut Stufenplan wieder die „Corona-Notbremse“.

In der Stadt Rosenheim (von 121,2 auf 119,6) sowie den Kreisen Mühldorf (von 161,4 auf 152,8) und Traunstein (von 188,9 auf 178,2) sanken die Werte zum Teil deutlich. Um genau zehn Zähler fiel die Inzidenz auch im Landkreis Rosenheim (von 99,9 auf 89,9). Damit hat der Landkreis den zweiten Tag in Folge die 100er-Marke unterschritten. Bleibt dies auch am Ostersonntag so, könnten möglicherweise bereits am Ostermontag Lockerungen für die Landkreis-Bürger in Kraft treten. Weitere Todesfälle in der Region wurden unterdessen nicht gemeldet.

RKI meldet über 18.000 neue Fälle und 120 weitere Tote

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages nun 18.129 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 120 neue Todesfälle verzeichnet (Stand: 3. April, 0 Uhr). Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 20.472 Neuinfektionen und 157 neue Todesfälle verzeichnet (News-Ticker Karfreitag, 2. April). Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Samstagmorgen bundesweit bei 131,4 - und damit etwas niedriger als am Vortag (134,0).

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.873.190 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.560.400 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 76.895. In Bayern kamen elf weitere Todesfälle hinzu (gesamt nun 13.302).

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht bei 1,03 (Stand: 2. April; Vortag: 0,99). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 103 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Liegt dieser Wert anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

mw/fgr/dpa

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