Streckenoptimierung in Garching noch offen

ABS 38: Vorplanung im Abschnitt Tüßling-Freilassing abgeschlossen

Berichteten über den aktuellen Stand der ABS 38. von links: Klaus-Peter Zellmer, Klaus-Dieter Josel und Dr. Marcel Huber.
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Berichteten über den aktuellen Stand der ABS 38. von links: Klaus-Peter Zellmer, Klaus-Dieter Josel und Dr. Marcel Huber.

Mühldorf/Tüßling/Freilassing - Die beiden Vorsitzenden des Projektbeirates der Ausbaustrecke München-Mühldorf-Freilassing (ABS 38), Landtagsabgeordneter Dr. Marcel Huber und Klaus-Dieter Josel, DB Konzernbevollmächtigter für den Freistaat Bayern, haben über die aktuellen Entwicklungen im Projekt berichtet. Die Vorplanung im Abschnitt Tüßling–Freilassing sind demnach abgeschlossen.

Das Bundesverkehrsministerium hat sich für eine Ausbauvariante im Abschnitt Tüßling–Freilassing festgelegt. Das waren die wichtigsten Erkenntnisse der 7. Sitzung des Projektbeirates ABS 38. Nach derzeitigem Stand wird die Strecke auf bis zu 160 Stundenkilometern ausgelegt sein. Mit diesen Entscheidungen wird der Projektabschnitt Anfang 2021 in die nächste Planungsphase übergehen.


Bis dahin soll auch der letzte offene Punkt, die Streckenoptimierung in Garching, geklärt werden. „Wir haben dort eine denkmalgeschützte Brücke. Es wird auf jeden Fall eine zweite Brücke entstehen, vielleicht auch bei einer alternativen Strecke“, erklärt Klaus-Peter Zellmer, Projektleiter des ABS-38-Ausbaus zwischen München und Freilassing.

Kurze Variante bei Tüßlinger Kurve

Fix ist dagegen, dass bei der Tüßlinger Kurve die kurze Variante gebaut wird. Man nehme hier den Geschwindigkeitsverlust in Kauf. „Das ist eine für alle verträgliche Lösung“, ist sich Zellmer sicher. Die Kurve ist nötig, damit der Güterverkehr aus Burghausen kommend direkt nach Freilassing fahren kann. Bisher mussten die Züge zum Bahnhof Mühldorf und zurück nach Tüßling geführt werden.


„Zähneknirschend werden wir auch dieBahnübergänge in Mauerberg, Fridolfing und Kirchanschöring behalten, um das Stadtbild nicht verändern zu müssen“, berichtet Zellmer. Dennoch sei auf der Strecke 160 Stundenkilometer haltbar. Streit gab es zuletzt in Weidenbach bezüglich des Bahnübergangs, da dieser wegen der dort geplanten Geschwindigkeit von 200 Stundenkilometern nicht mehr benutzt werden kann

Huber: "Das ist ein Jahrhundertprojekt"

Im Zuge des ABS-38-Ausbaus soll die Strecke zwischen München und Freilassing auf auf einer Länge von ca. 145 Kilometern mit elektrischen Oberleitungen ausgestattet werden. Elektroloks sind leiser und stoßen weniger CO2 aus. Auf insgesamt 103 Kilometern zwischen Markt Schwaben und Ampfing sowie Tüßling und Freilassing soll sie zweigleisig ausgebaut werden. Was das für die Bürger und Anwohner bedeutet, darüber informierte die Bahn auf einer Info-Veranstaltung.

Die einzelnen Abschnitte zwischen Tüßling und Freilassing.

„Das ist ein Jahrhundertprojekt, in das zwischen drei und vier Milliarden Euro fließen. Es wird Auswirkungen auf alle haben. Es geht nichts ohne Kompromisse“, so Dr. Marcel Huber. Daher sei es wichtig, dass im Projektbeirat alle Beteiligten im Vorfeld an einen Tisch gebracht werden. Die Güter vom Chemiedreieck könnten nach Fertigstellung an den Hafen von Triest anstelle von Rotterdam gefahren werden. Das sei eine Zeitersparnis von dreieinhalb Tagen.

2030 die erhoffte Fertigstellung

„Wir liegen mit der Planung sehr gut im Zeitplan und verdanken das gute Vorankommen im Bereich Tüßling-Freilassing auch der konstruktiven Zusammenarbeit mit den betroffenen Kommunen“, betont der DB-Konzernbevollmächtigte, Klaus-Dieter Josel. Auch die Baugrunduntersuchungen werden bereits durchgeführt. Bis 2030 soll die komplette Ausbaustrecke im Betrieb sein, so die Hoffnung bei Zellmer: „Entscheidend ist aber die Bevölkerung. Wir versuchen möglichst alles im Vorfeld zu klären, dennoch weiß man nicht, wie viele Klagen letztlich eingereicht werden.“

„Wir bauen unter rollendem Rad. Der Bau soll für die vielen Pendler und die Chemie-Werke aber möglichst ohne großen Einschränkungen stattfinden“, so Josel. Daher gebe es verschiedene Abschnitte. Die Elektrifizierung erfolge erst am Ende. „Sobald wir Baurecht für einen Abschnitt haben, geht es los“, verspricht Josel.

jz

Quelle: innsalzach24.de

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