Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

+++ Eilmeldung +++

Großeinsatz für die Feuerwehren

Nach starker Rauchentwicklung: Brand in Industriegebäude in Peterskirchen gelöscht

Nach starker Rauchentwicklung: Brand in Industriegebäude in Peterskirchen gelöscht

Frage zu Teilnahme an Sitzung

Nun doch: Papst Benedikt XVI. gibt Falschaussage bei Missbrauchsgutachten zu

Emeritierter Papst Benedikt XVI.
+
Der emeritierte Pontifex räumte in einer Stellungnahme seines Privatsekretärs Georg Gänswein ein, bei seiner Stellungnahme für das Missbrauchsgutachten des Erzbistums München und Freising eine Falschaussage gemacht zu haben.

Papst Benedikt XVI. hat bei seiner Stellungnahme für das Missbrauchsgutachten des Erzbistums München und Freising an einer wichtigen Stelle eine falsche Aussage gemacht.

München - Der emeritierte Pontifex räumte am Montag (24. Januar) in einer Stellungnahme seines Privatsekretärs Georg Gänswein ein, bei seiner Stellungnahme für das Missbrauchsgutachten des Erzbistums München und Freising eine Falschaussage gemacht zu haben. Unter anderem das Portal „Vatican News“ und die Tagespost Stiftung dokumentierten dies.

Benedikt habe demnach, anders als in dem vorige Woche veröffentlichten Gutachten behauptet, doch im Jahr 1980 als Erzbischof von München und Freising an einer Ordinariatssitzung teilgenommen, bei der über einen Priester gesprochen wurde, der mehrfach wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern auffällig geworden war.

Jener Priester wurde später in Bayern wieder als Seelsorger eingesetzt und ist einer der zentralen Fälle des Gutachtens, das die Anwaltskanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW) im Auftrag des Erzbistums München und Freising präsentiert hatte. Darin wird Benedikt in insgesamt vier Fällen Fehlverhalten vorgeworfen.

Papst Benedikt XVI. bittet um Entschuldigung für „Fehler“

Der 94-Jährige wollte bei seiner Korrektur der Aussage „betonen, dass dies nicht aus böser Absicht heraus geschehen ist, sondern Folge eines Versehens bei der redaktionellen Bearbeitung seiner Stellungnahme war“, hieß es in dem Statement. „Dieser Fehler tut ihm sehr leid und er bittet, diesen Fehler zu entschuldigen.“

Gänswein wollte zudem klarstellen, dass in jener Sitzung vom Januar 1980 „über einen seelsorgerlichen Einsatz des betreffenden Priesters nicht entschieden wurde. Vielmehr wurde lediglich der Bitte entsprochen, diesem während seiner therapeutischen Behandlung in München Unterkunft zu ermöglichen“.

Gutachten: Mindestens 235 mutmaßliche Täter

Benedikt studiere derzeit intensiv das Gutachten und sei seiner früheren Diözese „nahe“ und „im Bemühen um Aufklärung sehr verbunden“. Laut des Berichts waren mindestens 497 Kinder und Jugendliche zwischen 1945 und 2019 in dem katholischen Bistum von Priestern, Diakonen oder anderen Mitarbeitern der Kirche sexuell missbraucht worden.

Mindestens 235 mutmaßliche Täter gab es demnach - darunter 173 Priester und 9 Diakone. Allerdings sei dies nur das „Hellfeld“ - es sei von einer viel größeren Dunkelziffer auszugehen.

Reformbewegung „Maria 2.0“ fordert: Ratzinger soll Papst-Namen ablegen

Die katholische Reformbewegung „Maria 2.0“ fordert Papst Benedikt XVI. nach dem aufsehenerregenden Gutachten zu sexueller Gewalt im Erzbistum München und Freising unterdessen auf, seinen päpstlichen Namen abzulegen. „Wir erwarten, dass Joseph Ratzinger in Anbetracht dessen auf die Verwendung seines päpstlichen Namens sowie seiner damit verbundenen Titel und Insignien verzichtet“, teilte die feministische Initiative mit. Er habe den sexuellen Missbrauch Minderjähriger „auf geradezu dreiste Weise verharmlost“.

„Dieses Gutachten darf für die Erzdiözese München und Freising, aber auch für die katholische Kirche insgesamt, nicht ohne Folgen bleiben“, teilte „Maria 2.0“ mit und forderte auch Konsequenzen für weitere Verantwortungsträger, denen das Gutachten Fehlverhalten vorwirft. Neben Ratzinger sind das unter anderen auch seine Nachfolger als Erzbischöfe, Kardinal Friedrich Wetter und Amtsinhaber Kardinal Reinhard Marx, dem formales Fehlverhalten in zwei Fällen vorgeworfen werden.

„Wir sind der Meinung, dass keine dieser Personen in ihrer derzeitigen Position verbleiben kann. Wir halten es für geboten, dass sie auf alle Ämter, Funktionen und Ehrentitel, die sie aktuell innehaben, ebenso verzichten wie auf alle damit verbundenen Einkünfte.“

dpa

Kommentare