Berufsfischer aus der Region

Oberbayerischer Fischtag im Landtag

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Händeschütteln mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm.

München/Chiemsee - Oberbayerische Berufsfischer hatten im Landtag die Gelegenheit, mit Politikern über ihre Berufsprobleme zu sprechen. Mit dabei waren auch Fischer vom Chiemsee.

„Zur Präsentation ihres Könnens, zur Verkostung ihrer Produkte und zum gegenseitigen Kennenlernen haben wir heute für Sie die Türen geöffnet“, begrüßte Landtagspräsidentin Barbara Stamm die zahlreich erschienenen oberbayerischen Seenfischer, Fischzüchter und Teichwirte beim Oberbayerischen Fischtag im Landtag und ermunterte diese, das Gespräch mit den Politikern zu suchen. Und tatsächlich kamen vor und während der Plenarsitzung immer wieder Abgeordnete wie Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU), SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher, Grünen-Fraktionsvorsitzende Margarete Bause, Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger oder der CSU-Abgeordnete Otto Lederer (Rosenheim-West) in den gegenüberliegenden Senatssaal, um sich an den einladenden Präsentiertischen mit leckeren Fischbrötchen zu stärken und sich über die Sorgen, Nöte und Wünsche der Berufsfischer am Chiemsee, Waginger See, Tegernsee, Ammersee und anderen oberbayerischen Gewässern zu informieren.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm sicherte Unterstützung zu

Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, müssten die Fischer täglich eine „schwere Handarbeit“ verrichten, meinte Stamm und räumte ein, dass „manch eine Vorschrift und manch ein Verwaltungsakt ihnen das Leben zusätzlich erschwert“. Der Landtag trage aber am wenigsten zur Bürokratie bei. „Wir unterstützen Sie, wo es geht“, sicherte Stamm die Hilfe ihres Hauses für die 120 oberbayerischen Fischerfamilien zu. „Die Bezirke hatten immer schon ein Auge dafür, dass es den Menschen gut geht und sie sich gut, ausgewogen und gesund ernähren können“, betonte der oberbayerische und bayerische Bezirkstagspräsident Josef Mederer und brach eine Lanze für die „gesunden bayerischen Gewässer“ und die dort lebenden „gesunden Fische“. Zudem lobte er die Arbeit der bayerischen Seenfischer und Teichwirte und wünschte ihnen „Petri Heil“.

Klare Ansage an die Politik

„Ihr müsst wissen, wie es uns draußen ergeht“, wandte sich der zweite Vorsitzende des Verbandes Bayerischer Berufsfischer (VBB), MdL a.D. Günter Gabsteiger an die Volksvertreter und stellte klar: „Wir wollen auf Augenhöhe behandelt werden, mehr nicht“. Manche Probleme seien von seinen Kollegen alleine nicht zu lösen, betonte Werner Ruf von der Genossenschaft Oberbayersicher Berufsfischer und Teichwirte (GOBT). Vor allem wenn es darum gehe, Gefahren abzuwenden und Schäden wiedergutzumachen, sei man auf Hilfe angewiesen. „Wir fordern Respekt für unsere Fischer, Fische und unseren Broterwerb“, so Ruf. Bayern gehe es solange gut, solange seine Fische wohlauf sind und der Stand der Fischer angesehen bleibe.

Oberbayerischer Fischtag im Landtag

Chiemseefischer stellten sich vor

„Die Veranstaltung war eine gute Sache, weil wir uns damit in der Öffentlichkeit präsentieren und interessante Gespräche führen konnten“, resümierte der Vorsitzende der Fischereigenossenschaft Chiemsee, Thomas Lex, der auf der Fraueninsel zuhause ist. Fischereilich gesehen, sei der Chiemsee „ein Vorzeige-See, der Fischbestand richtig gut“, so Chiemseefischer Lex, dem aber das fast schon zu saubere Wasser Sorgen bereitet. Der Phosphor-Nährstoffgehalt dürfe nämlich nicht dauerhaft unter zehn Milligramm pro Kubikmeter fallen, denn dann könne sich der große Fischbestand nicht mehr ausreichend ernähren. „Einige Abgeordnete haben das gar nicht gewusst“, wunderte sich Lex und freute sich darüber, dass die eigenen Fischspezialitäten wie Brötchen mit Räucherfisch-Mousse, geräucherten Chiemsee Renken und Chiemsee-Renken-Matjes so hoch im Kurs standen.

Probleme durch Verlandung und „Schadvögel“ am Chiemsee

Immer wieder könne er Kormorane dabei beobachten, wie sie Fische aus dem Netz holen, vor Ort verspeisen oder schwer verletzen, meinte der Seebrucker Berufsfischer Florian Kirchmeier. Auch Landtagspräsidentin Stamm hatte eingangs die „Probleme mit Schadvögeln“ angesprochen. Wie es hieß, benötige ein Kormoran über 500 Gramm Fisch am Tag. Bei der Fischerei handle es sich um eine „Jahrhunderte alte Tradition, die unbedingt erhalten werden muss“, so Heinrich Wallner aus Chieming, dessen Frau zu den 16 Chiemsee- Fischern gehört. Vor allem die schnell voranschreitende Verlandung der Hirschauer Bucht bereite ihm große Sorgen. Diese und andere Anliegen der Berufsfischer habe man beim „Oberbayerischen Fischtag im Landtag“ den Abgeordneten erfolgreich näherbringen können, freute sich Wallner am Ende der dreistündigen Veranstaltung im Maximilianeum.

mmü

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