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News-Ticker zum S-Bahn-Unglück bei Schäftlarn

Schwierige Bergung der Zug-Wracks wohl erst ab Donnerstag - Politiker nennen S7 „Problemlinie“

Luftaufnahme vom S-Bahn-Unglück bei Schäftlarn
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Luftaufnahme vom S-Bahn-Unglück bei Schäftlarn.

Schäftlarn – Bei einem schweren S-Bahn-Unglück am späten Montagnachmittag (14. Februar) sind ein Mensch getötet und mindestens 18 Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Die aktuellen Entwicklungen am Mittwoch (16. Februar) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Schweres S-Bahn-Unglück auf der Strecke Wolfratshausen - Kreuzstraße (S7) bei Schäftlarn Ebenhausen am 14. Februar 2022
  • Fahrgast (24) stirbt, mindestens 18 zum Teil Schwerverletzte
  • Beide Lokführer unter den Schwerverletzten
  • Augenzeugen berichten von „seltsamem Fahrverhalten“ der S-Bahn und „lautem Knall“
  • Innenminister Herrmann: „Technisches Problem wird derzeit ausgeschlossen“
  • Telefon-Hotline der Deutschen Bahn: 0800/3 111 111
  • Verkehrsmeldungen: bayerninfo.de - Verkehrsmeldungen
  • Bahnverkehr: S-Bahn München - Deutsche Bahn Bayern

Update, 10.25 Uhr - Bergung der Wracks wohl erst ab Donnerstag

Die Bergung der beiden südlich von München zusammengestoßenen S-Bahnen soll voraussichtlich erst am Donnerstag (17. Februar) beginnen. Das teilte die Deutsche Bahn (DB) mit. Mit Hilfe von Kränen sollen die havarierten Fahrzeuge geborgen werden. In Vorbereitung hierzu sei in der vergangenen Nacht bereits der Fahrdraht der Oberleitung auf einer Länge von mehreren hundert Metern abgebaut worden, erläuterte die Bahn.

Für die Bergung der zertrümmerten Bahnen auf dem erhöht gelegenen Bahndamm wird voraussichtlich auch ein Spezialkran benötigt. Mehrere Zugteile waren aus den Gleisen gesprungen. Nach der Bergung der beschädigten S-Bahnen sollen laut Bahn die Schäden an der Infrastruktur begutachtet und behoben werden. Eine Prognose, wann die Strecke wieder freigegeben werden könne, sei derzeit noch nicht möglich. Der Streckenabschnitt zwischen Höllriegelskreuth und Wolfratshausen bleibt bis auf weiteres gesperrt.

Update, 10.05 Uhr - Politiker nennen S7 „Problemlinie“

Nach dem Unglück dürfte die Kritik am veralteten Münchener S-Bahn-Netz nicht leiser werden. Seit Jahren wird beklagt, dass viele Strecken nach wie vor nur eingleisig sind – und dabei chronisch überlastet. Neben der Unglücksstrecke sind unter anderem auch die Abschnitte Petershausen - Röhrmoos, Weßling - Herrsching, Grafing - Ebersberg und Erding - Markt Schwaben betroffen.

Lokalpolitiker fanden zuletzt für die Unglückslinie S7, die im Osten zwischen Giesing und Kreuzstraße sowie im Westen zwischen Höllriegelskreuth und Wolfratshausen ebenfalls nur eingleisig ist, deutliche Worte. Diese sei „längst an die Kapazitätsgrenze gestoßen“ und eine „Problemlinie“, sagte beispielsweise der damalige Bürgermeister von Neubiberg, Günter Heiland, dem Münchner Merkur.

Immer würden laut Pendlern Züge an kleinen Bahnhöfen ohne Halt durchrauschen, weil sie den Fahrplan sonst nicht einhalten können – und der Gegenzug ohnehin schon warten muss. Zuletzt gab es im August 2021 einen gefährlichen Zwischenfall, als es bei Icking zu einem Beinahe-Unfall zwischen zwei S-Bahnen gekommen war.

Update, 8.50 Uhr - Weitere Augenzeugen schildern schlimme Ereignisse

Inzwischen haben immer mehr Insassen, Verletzte und Augenzeugen die schlimmen Ereignisse aus ihrer Sicht geschildert. Ein Münchner, der im vordersten Waggon der S-Bahn saß, die Richtung München fuhr, sagte unserem Partnerportal tz.de: „Ein kräftiger Schlag hat meine Frau und mich aus den Sitzen gehoben. Alle haben geschrien!“ Das Ehepaar kam leicht verletzt davon.

Ebenfalls nur leichte Blessuren erlitt ein Schüler (17) aus München – obwohl er nur knapp 20 Meter hinter den völlig zerstörten Zugspitzen saß. Wie in Trance sei er nach dem Unglück mit seiner Freundin nach Hause gefahren – und das mit dem Bus und einer anderen S-Bahn. Er schilderte, dass er schon länger Mängel an der S7 beobachtet habe. So wäre letztes Jahr einmal eine Schranke an einem Bahnübergang offen gewesen, als gerade eine S-Bahn den Übergang querte.

Update, 7.35 Uhr - Rotes Signal überfahren und Notbremsung deaktiviert?

Bezüglich der Ursache des Unglücks haben die Polizei und die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung umfangreiche Ermittlungen eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft hatte entsprechende Gutachten beauftragt. Die Unfallstelle wurde inzwischen aufwendig vermessen, zudem Luftaufnahmen mit einer Drohne angefertigt. Bayerns Innenminister Herrmann (CSU) hatte bereits am Dienstag ein „technisches Problem ausgeschlossen“.

Derweil sickern weitere Details durch. Es gibt dabei einen schlimmen Verdacht: Offenbar soll einer der beiden Lokführer nicht nur ein rotes Signal überfahren haben, sondern dann auch noch die eigentlich automatisch einsetzende Notbremsung deaktiviert haben. Dies berichtet die Bild-Zeitung. Demnach soll der Lokführer im Bahnhof losgefahren sein, obwohl die Strecke für ihn noch nicht freigegeben war.

Schlimme Fotos zeigen Ausmaß von Katastrophe

Nach dem Zusammenstoß zweier S-Bahnen bei Schäftlarn-Ebenhausen, bei dem ein Fahrgast starb und 18 Menschen verletzt wurden, gehen am Mittwoch (16. Februar) zunächst die Ermittlungen der Polizei weiter. „Da sind Spezialisten draußen, die noch einiges ausmessen müssen mit technischem Spezialgerät. Deshalb ist es fraglich, ob schon mit der Bergung angefangen wird“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums München.

Zumal für die Bergung der zertrümmerten Bahnen auf dem erhöht gelegenen Bahndamm unter anderem auch ein Spezialkran benötigt wird. Mehrere Zugteile waren aus den Gleisen gesprungen. Auch muss zunächst die Statik des Bahndamms geprüft werden. Wie schlimm der Zusammenstoß war und welche gigantischen Kräfte dabei wirkten, zeigen nun neue Bilder, die Feuerwehrkräfte einen Tag nach dem Unglück aus dem Inneren der beiden zertrümmerten Züge angefertigt haben. Die beiden S-Bahnen hatten sich im Frontbereich regelrecht ineinander verkeilt.

Drohnenaufnahmen aus der Luft

Zur Vorbereitung der Bergung, aber auch für die Ermittlungsakten war der Unfallort nahe dem Bahnhof Ebenhausen-Schäftlarn bereits am Dienstag (15. Februar) mithilfe von Drohnen aus der Luft fotografiert worden. Die beiden mit 95 Menschen besetzten Bahnen waren am Montagnachmittag im Berufsverkehr auf eingleisiger Strecke frontal zusammengestoßen. Als Ursache wird menschliches Versagen vermutet. rosenheim24.de hatte bereits ausführlich darüber berichtet.

Zerstörte Züge nach S-Bahn-Unglück bei Schäftlarn

Fotos zerstörte S-Bahnen nach Zugunglück bei Schäftlarn
Die zerstörten S-Bahnen nach dem Zugunglück bei Schäftlarn. © Feuerwehr Hohenschäftlarn (Facebook)
Fotos zerstörte S-Bahnen nach Zugunglück bei Schäftlarn
Die zerstörten S-Bahnen nach dem Zugunglück bei Schäftlarn. © Feuerwehr Hohenschäftlarn (Facebook)
Fotos zerstörte S-Bahnen nach Zugunglück bei Schäftlarn
Die zerstörten S-Bahnen nach dem Zugunglück bei Schäftlarn. © Feuerwehr Hohenschäftlarn (Facebook)
Fotos zerstörte S-Bahnen nach Zugunglück bei Schäftlarn
Die zerstörten S-Bahnen nach dem Zugunglück bei Schäftlarn. © Feuerwehr Hohenschäftlarn (Facebook)
Fotos zerstörte S-Bahnen nach Zugunglück bei Schäftlarn
Die zerstörten S-Bahnen nach dem Zugunglück bei Schäftlarn. © Feuerwehr Hohenschäftlarn (Facebook)

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte: „Nach gegenwärtigem Stand gibt es keine Hinweise darauf, keine Anzeichen dafür, dass es um technisches Versagen geht.“ Im Moment möglicherweise eher im Vordergrund stehe, „dass einer der beiden Triebwagenführer einen Fehler gemacht haben könnte“. Im Raum steht der Verdacht, dass einer der beiden Lokführer, die am Dienstag beide noch nicht vernehmungsfähig waren, ein rotes Signal überfahren haben könnte.

mw/mh/dpa

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