"Eines Tages wird es uns wie den Indianern gehen"

AfD hetzt gegen Nürnberger Christkind (17) - Söder mit klarem Statement

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Zahlreiche User verteidigten Benigna Munsi gegen den Angriff der AfD München-Land.
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Nürnberg - Die 17-jährige Benigna Munsi wurde zum Nürnberger Christkind gekürt. Daraufhin veröffentlichte die AfD München-Land einen rassistischen Facebook-Post und erlebte einen Shitstorm.

Update, 18.57 Uhr: Markus Söder meldet sich zu Wort

"Mit so einer enormen Resonanz hätten wir nicht gerechnet, schön, dass man unsere Beiträge liest. Eventuell auch mal ein gefällt mir hinterlassen", schrieb die AFD wenige Stunden nach Veröffentlichung ihres fragwürdigen Statements auf Facebook. 

Am Nachmittag meldete sich nun auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder auf Twitter zu Wort und kritisiert das Verhalten der AFD scharf.

Erstmeldung:

Benigna Munsi wurde diese Woche zum Nürnberger Christkind gekürt. Die 17-Jährige setzte sich gegen fünf weitere Bewerberinnen durch. Munsi ist gebürtige Nürnbergerin, spricht vier Sprachen und singt im Jugendchor. Doch das hielt den AfD Kreisverband München-Land nicht davon ab, ihre Wahl mit einem rassistischen Facebook-Post zu kommentieren. "Nürnberg hat ein neues Christkind. Eines Tages wird es uns wie den Indianern gehen", schrieb die AfD zusammen mit einem Pressefoto der 17-Jährigen.

Hintergrund: Der Vater von Benigna Munsi stammt aus Indien, ihre Mutter ist Deutsche. Ihre dunklere Hautfarbe scheint offenbar einige zu stören und so fanden sich auf Facebook neben positiven Kommentaren auch rassistische Bemerkungen.

User vereidigten Benigna Munsi im Netz

Zahlreiche User stellten sich anschließend hinter Munsi und ein regelrechter Shitstorm brach über die AfD herein. Nach wenigen Stunden fanden sich gut 1.600 überwiegend positive Kommentare unter dem Post. "So ein schönes offenes Lächeln! Deswegen habe ich sie u. A. auch gewählt", schrieb laut Bayerischen Rundfunk eine Userin. Eine andere schrieb: "Da fällt mir mal wieder nichts zu ein."  Auch bei Twitter wurde über den Facebook-Beitrag der AfD heftig diskutiert. "Was wohl geschieht, wenn die AfD erfährt, dass Jesus Christus kein blonder, blauäugiger arischer Deutscher war...?", twitterte beispielsweise ein User

Die AfD löschte nach etwa einem halben Tag den Post kommentarlos wieder. "Nach 1.600 positiven Kommentaren und einem wunderbaren Eigentor für die AfD, kein Wunder", schrieb ein User. 

Wenige Stunden später meldete sich der AfD-Kreisverband Marl auf Facebook zu Wort und schrieb auf Facebook zu Wort und schrieb: "Auch wenn das 'Christkind' auf den Bildern eigentlich immer nur goldenes Haar besitzt, schicken wir einen herzlichen Glückwunsch von der AFD Marl nach Nürnberg." 

Daraufhin merkte eine Userin an: "Die junge Frau ist in Nürnberg geboren, spricht vier Sprachen, ist Ministrantin und singt im Kirchenchor. Und was ist nun euer Problem?". Zwar antworte die AfD der Dame nicht direkt, sondern hinterließ nur folgenden Kommentar: "Mit so einer enormen Resonanz hätten wir nicht gerechnet, schön dass man unsere Beiträge liest."

"Ich bin megaglücklich"

Benigna Munsi tritt die Nachfolge von Rebecca Ammon an, deren Amtszeit nach zwei Jahren endet. Die wichtigste Aufgabe des Christkinds ist es, den weltberühmten Nürnberger Christkindlesmarkt von der Empore der Nürnberger Frauenkirche aus zu eröffnen. "Es ist unbeschreiblich. Ich bin megaglücklich. Alle Kandidatinnen waren gut. Es hätte jede werden können", sagte die 17-Jährige nach ihrer Wahl.

Quelle: rosenheim24.de

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