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„Dann kommt der Zahltag“: Verlängern weitere Waffen den Ukraine-Krieg?

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Anwohner stehen in der Nähe der Trümmer eines durch Beschuss zerstörten Einkaufszentrums.
Anwohner stehen in der Nähe der Trümmer eines durch Beschuss zerstörten Einkaufszentrums. © picture alliance/dpa/AP

Die einen sprechen von Neonazis in Kiew, die anderen von den Milliarden-Kosten für Deutschland: Der Krieg in der Ukraine ist weiter das Hauptthema der Leser. Wann gibt es Friedensverhandlungen?

Gerald Strickner (Kolbermoor) Die Leserbriefschreiber Hans Buchholz und Nikolaus Oppenrieder wissen scheinbar nicht, warum Wladimir Putin überhaupt in die Ukraine einmarschiert ist. Es ging um den Schutz der russischsprachigen Teile des Donbass vor den Bandera-Anhängern, die sie seit 2014 beschießen. Und es ging darum, die Neutralität der Ukraine sicherzustellen, was den Russen bereits 1994 garantiert wurde und was die Bevölkerung der Ukraine in Volksabstimmungen Anfang der 1990er-Jahre auch beschlossen hatte.

Im Gegensatz zu den Berichten in unseren Medien haben Bandera-Neonazis in Kiew das Sagen. Sie haben auch mit US-Unterstützung 2014 den gewaltsamen Putsch organisiert. Bandera war der Hitler der Ukraine und wird heute als Nationalheld gefeiert und mit Umzügen und Straßenbenennungen geehrt. Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel und der ehemalige französische Präsident Francois Holland haben in den vergangenen Wochen nun auch zugegeben, dass das Minsker Abkommen nie umgesetzt werden sollte, sondern der Ukraine nur Zeit verschaffen sollte, um Militär aufzurüsten.

Die Nato war also schon 2014 zum Krieg gegen Russland entschlossen. Außerdem haben westliche Politiker wie Frau Baerbock offen erklärt, dass die Ukraine den Krieg gewinnen und Russland ruiniert werden müsse. London ist die Haupttriebkraft der Nato-Konfrontation mit Russland. Es war auch Boris Johnson, der im April Friedensverhandlungen durch seine Reise nach Kiew verhindert hatte. London benutzt heute die USA, wie es Deutschland in zwei Weltkriegen benutzt hatte, um die eurasische Zusammenarbeit zu verhindern.

Deutschland sollte sich für Friedensverhandlungen starkmachen und das Angebot des Papstes für bedingungslose Friedensverhandlungen im Vatikan unterstützen. Dies verlangt unser Grundgesetz von uns.

Hans Jansen (Rimsting) Gewehre, Marder, Panzer – und dann? Dann kommt der Zahltag. Nach neuesten Berechnungen liegen die Kosten der bisherigen Zerstörungen bei rund einer Billion Euro. Jeder weitere Kriegsmonat wird zusätzliche Milliarden kosten.

Mehr Waffen liefern, heißt den Krieg verlängern. Das sollten die Politiker bedenken. Es sollten die diplomatischen Kanäle benutzt und Herr Selenskij zu Verhandlungen gedrängt werden, um zumindest eine Waffenruhe zu erreichen. Ansonsten werden uns die Kosten überrollen. Beim Zahltag wird Herr Selenskij bei den internationalen Gremien Geld einfordern. Letztlich wird der größte Teil, prognostiziert 700 bis 900 Milliarden Euro, bei der EU und wiederum größtenteils in Deutschland hängen bleiben. Geld, das in den kommenden Haushalten für Soziales und andere Aufgaben fehlt. Das sollten die fordernden Politiker bedenken und es ihren Wählern klar sagen.

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