Prozessauftakt in München

Mädchen (11) vergewaltigt: Mann mit Wolfsmaske soll Opfer gezielt ausgesucht haben

Auf einer Pressekonferenz der Polizei wird ein Bild der Wolfsmaske gezeigt
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Pressekonferenz zum Vergewaltigungsfall: Hinter solch einer Wolfsmaske verbarg der Übeltäter sein Gesicht.

München - Die Vergewaltigung einer Elfjährigen schockte im Sommer 2019 München. Ein mit einer Wolfsmaske getarnter Mann zerrt sie ins Gebüsch und missbraucht sie. Nun steht der mutmaßliche Täter vor Gericht. Seine Vorgeschichte dürfte eine große Rolle spielen.

Update, 11.40 Uhr - Mann mit Wolfsmaske soll Opfer gezielt ausgesucht haben

Der Mann, der mit einer Wolfsmaske getarnt ein Mädchen in München vergewaltigt haben soll, hat sich sein Opfer nach Angaben der Staatsanwaltschaft möglicherweise gezielt ausgesucht. Wie es in der zu Prozessbeginn am Dienstag vor dem Landgericht München I verlesenen Anklage heißt, soll er das damals elf Jahre alte Kind schon vor der Tat im Juni 2019 in der S-Bahn beobachtet und fotografiert haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er an jenem Tag mit dem Vorsatz losfuhr, das Mädchen zu missbrauchen und dass er zu diesem Zweck auch die Wolfsmaske dabei hatte.

Der Anwalt des heute 45-jährigen Mannes räumte ein, dass sein Mandant das Mädchen im Vorfeld beobachtet und fotografiert hatte, bestritt aber den Vorsatz zur Tat. Der Entschluss, das Kind zu vergewaltigen, sei spontan gefallen. „Es gab so ein gewisses Hin- und Her: Soll ich? Soll ich nicht?“ Ansonsten räumte der Angeklagte die Vorwürfe über seinen Anwalt weitgehend ein. „Mit einer Entschuldigung lässt sich das Geschehene nicht wieder gutmachen. Er möchte aber, soweit das möglich ist, aufrichtig um Verzeihung bitten.“

Vorbericht

Es ist eine alptraumhafte Szene: Ein Mann mit einer Wolfsmaske zerrt am helllichten Tag in München ein Mädchen in ein Gebüsch und vergewaltigt das Kind. Nach dem Vorfall im Sommer 2019 beginnt am Mittwoch (9.30 Uhr) vor dem Landgericht München I der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter. Er hat die Vorwürfe nach Angaben seines Anwalts bereits gestanden. „Mein Mandant hat ein schonungsloses schriftliches Geständnis über mich abgegeben, um dem Mädchen wenigstens im Nachgang eine intensive Befragung zu ersparen“, sagte sein Anwalt nach der Tat.

Der Mann soll das damals elf Jahre alte Mädchen im Münchner Stadtteil Obergiesing missbraucht haben. Die Wolfsmaske fanden die Ermittler später in einem Abfallcontainer in der Nähe seines Wohnortes, nachdem der Angeklagte ihnen gesagt hatte, wo sie suchen müssen.

Angeklagter wegen Missbrauchs von Kindern mehrfach vorbestraft

Der Fall wirft auch die Frage nach der Resozialisierung von Sexualstraftätern auf. Der Mann, damals Anfang 40, befand sich in einer Lockerungsstufe des Maßregelvollzugs. Er war bereits mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern in mehr als einem Dutzend Fällen.

Vor der Tat war er für einige Jahre in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht und lebte zuletzt in einer therapeutischen Wohngemeinschaft. Dieses sogenannte Probewohnen war eine Lockerungsstufe im Maßregelvollzug. Seit der Tat befindet sich der Mann wieder in der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Klinik.

mh/dpa

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