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Initiative befürwortete Schulschließungen wegen Corona

Offener Brief an Markus Söder schlug hohe Wellen - Pruttinger Bürgermeister bezieht Stellung

Seit Wochen sind die Schüler wieder im Heimunterricht und das wollen sie auch bleiben, aus Angst den Corona-Virus zu verbreiten. So zumindest die Meinung der Initiative Engagierte-Schüler-Eltern-Bürger (ESEB) aus Prutting, die sich mit einem offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder wandte. Nun reagierte Bürgermeister Thusbaß.

Update, 29. Januar, 8.22 Uhr - Bürgermeister von Prutting bezieht Stellung

Nach dem der offene Brief der Initiative Engagierte-Schüler-Eltern-Bürger (ESEB) hohe Wellen in der Bevölkerung schlug, äußerte sich nun auch Pruttings Bürgermeister Johannes Thusbaß zu dem Thema: „Aufgrund vermehrter Anfragen beziehe ich sowohl für die Gemeinde Prutting, den Gemeinderat Prutting und für einige Pruttinger Eltern Stellung“.

Die Initiative der ESEB (Engagierte Schüler-Eltern-Bürger aus Prutting) vertrete lediglich deren eigene Meinung und spiegele nicht die Auffassungen der Gemeinde wider, so der Bürgermeister.

Der offene Brief der ESEB

Die Mitteilung der ESEB im Wortlaut:

Prutting - Offener Brief an den bayerischen Ministerpräsident, Dr. Markus Söder, an Kultusminister Prof. Dr. Piazolo und an Gesundheitsminister Holetschek

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Dr. Söder, Sehr geehrter Herr Kultusminister Prof. Piazolo, Sehr geehrter Herr Gesundheitsminister Holetschek, Sehr geehrte Damen und Herren,

Schulschließungen sollen nicht in erster Linie die Schüler vor Ansteckung schützen, sondern generell die Bevölkerung (dabei insbesondere die Senioren zu Hause) vor Ansteckung durch Schüler! Gemäß einem Artikel in der Südeutschen Zeitung vom 22. Januar kommen viele Experten „zu dem Ergebnis, dass Schulschließungen zu den effektivsten Maßnahmen gegen die Pandemie gehören“. 

Der Bayerischer Rundfunk stellte am 18. Dezember fest: Der „Teil-Lockdown hat die Älteren kaum geschützt“. Es ist davon auszugehen, dass bei der Frage neuerlichen Schulöffnungen die Politik, insbesondere die Ministerpräsidenten der Länder, einerseits vom Egoismus einer lautstarken Minderheit beeinflusst wird und gleichzeitig immer ein Auge auf die Wünsche ihrer Wähler haben (müssen).

Häufig sollen verlässliche Daten fehlen

- Solide Studien zur Infektionshäufigkeit in den verschiedenen Altersgruppen der Schüler fehlen in Deutschland, weil in diesen Gruppen verhältnismäßig wenig getestet wird und wurde. Hier haben Österreich und Großbritanien belastbare Ergebnisse geliefert (Link 1), die auch eine relevante Infektionsverteilung bei Kindern und Jugendliche belegen.

- Es ist also nicht bekannt wieviele Infektionen es bei unseren Schulkindern gibt. Viele ältere Schüler haben uns berichtet, dass sie sich nicht testen lassen, selbst wenn sie Symptome haben, weil sie nicht in Quarantäne gehen wollen.

- Verlässliche Statistiken darüber wieviele Menschen über 65 (und vor allem über 80) tatsächlich in Heimen oder anderen Einrichtungen leben, gibt es auch nicht. Allerdings wird davon ausgegangen, dass möglicherweise mehr als 70% der Senioren NICHT in einer Einrichtung leben. Davon leben wiederum eine hohe Zahl in Privatwohnungen, zum Teil mit mehreren Generationen zusammen.

- Das bedeutet, dass Schüler womöglich überdurchschnittlich oft, eine Infektion zu Hause weitergeben, möglicherweise an in Einrichtungen arbeitenden Elternteile und bedauerliche Weise auch an ihre betagten Großeltern.

- Viele Schüler sind angesichts der starken Infektiosität der Covid-Mutationen in größter Sorge, dass sie für Todesfälle bei den Senioren mitverantwortlich werden könnten, wenn sie am 1. Februar wieder in die Schule gehen sollen - eine emotionale Belastung für den Rest ihres Lebens.

Schließlich können fehlende Lernfortschritte oder ungenügend vorbereitete Prüfungen nachgeholt werden - einen verstorbenen 70-jährigen Großvater kann aber nicht ersetzt werden.

Hier darf unseres Erachtens die Politik nicht den unqualifizierten Forderungen einer lautstarken Minderheit nachgeben. Wir apellieren an Sie aussagekräftige Untersuchung durchzuführen und durch regelmäßiges Testen in der besonders problematischen Gruppe der 16 bis 24-jährigen Schüler dafür zu sorgen, dass Infektionen nicht zu Hause und in den Senioreneinrichtungen unkontrolliert verbreitet werden. Dazu sollte in letzter Konsequenz die Schulen weiterhin geschlossen bleiben.

Pressemitteilung Engagierte Eltern-Schüler-Bürger

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Ulrich Perrey

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