Seit zwei Wochen üble Gerüche über der Gemeinde

Den Raublingern stinkt's immer noch

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In Raubling stinkt es im wahrsten Sinne des Wortes zu Himmel. Den Anwohnern reicht es.
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Raubling - Seit rund zwei Wochen liegen in Raubling üble Gerüche in der Luft. Den Anwohnern reicht's. Sie wandten sich an die Gemeinde, das Landratsamt und die Presse. Eine Lösung muss her.

"Ein undefinierbarer, chemischer Geruch", "wie wenn was vergammelt", "aggressiv, wie faule Eier", so beschreiben Anwohner, die im Umkreis der Firma Pharmazell in Raubling wohnen den üblen Geruch, der seit rund zwei Wochen in der Luft liegt. "Es hört nicht auf", sagt Alderan Schubert, der im Westen der Gemeinde wohnt. "Man kann nicht mehr lüften und es besteht keine Möglichkeit dem zu entkommen." Seit vielen Jahren rieche es dort schon streng, aber die letzten zwei Wochen sei es unerträglich geworden

Deshalb haben einige Anwohner, darunter auch die Gemeinderäte Walter Mini und Brunhilde Rothdauscher von den Grünen am Dienstag zu einem Ortstermin gerufen, um auf die massive Belastung für die Anlieger weiter aufmerksam zu machen. "Bei mir haben vehement die Leute angerufen und mich als Gemeinderätin gebeten, ob ich da nichts machen kann", sagt Rothdauscher. "Ich habe auch nichts gegen Industrie, aber wenn die hier arbeiten, dann müssen sie dafür sorgen, dass alles in Ordnung ist und die Anwohner nicht drunter leiden." Je nach Wetterlage und Windrichtung ist der Gestank mehr oder weniger wahrnehmbar, aber dennoch eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität der Betroffenen. 

Landratsamt ist bereits informiert 

Dem Rosenheimer Landratsamt ist das Problem bereits bekannt, es werde sich bereits um eine Lösung bemüht, "aber das geht leider nicht so schnell", teilte uns eine Sprecherin auf Nachfrage mit. Die Ursache für das Problem liegt in der Kläranlage der Firma Pharmazell. Die neue Kläranlage wurde erst Mitte des Jahres in Betrieb genommen, vorher sind die Abwässer in die gemeindeeigene Anlage geflossen.

Die werkseigene Kläranlage der Firma Pharmazell in Raublingarbeitet derzeit nicht so, wie sie soll. 

Bereits vor einer Woche machte sich ein Mitarbeiter des Sachgebiets Immissionsschutz vor Ort ein Bild. In einem Gespräch bei Bürgermeister Olaf Kalsperger wurde mit den Vertretern des Unternehmens vereinbart, zunächst die Menge des zugeführten Luftsauerstoffs zu erhöhen. Zudem wird zur effektiveren Behandlung ein Tank mit reinem Sauerstoff bestellt, der dauerhaft für die Eliminierung des fäulnisartigen Geruchs eingesetzt wird. Seit vergangenem Montag sei die Gemeinde Raubling in engem Kontakt mit der Firma Pharmazell, so der Rathauschef gegenüber der OVB Heimatzeitung. Zunächst sei vermutet worden, dass der Klärschlamm für den Gestank verantwortlich sei. „Dem war aber nicht so“, sagt Kalsperger. In diesem Zusammenhang betont er, dass Pharmazell sich sehr kooperativ zeige und an einer schnellen und korrekten Lösung interessiert sei.

Als Sofortmaßnahme wird der Algenteppich auf dem Klärbecken abgesaugt und entsorgt. Dadurch erhoffen sich die Verantwortlichen, den Gestank noch deutlicher reduzieren und auf Dauer abstellen zu können, doch bislang ohne Erfolg. Es stinkt noch immer.

"Wenn sich nichts ändert werden wir noch mehr Leute mobilisieren, Unterschriften sammeln", sagt Schubert.

Quelle: rosenheim24.de

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