Sturm trifft Deutschland

Angst vor "Sabine": Bayern rüstet sich für Sturm - Kein Zugverkehr bis mindestens 8 Uhr

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Sturmtief "Sabine" sorgt bereits bei Ankunft ihrer Ausläufer.

Landkreise - Am Sonntag, 9. Februar, bzw. in der Nacht zum Montag wird es laut Wetterexperten richtig ungemütlich. Uns steht eine bundesweite Sturmlage ins Haus. Mit einer gleichzeitig von Nordwest nach Südost durchziehenden Kaltfront sind zeitweise auch orkanartige Böen über 105 km/h sowie einzelne Orkanböen möglich:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Sturmtief "Sabine" trifft am Sonntag/Montag auf Deutschland.
  • In der Region wird der Sturm voraussichtlich am Sonntagabend ankommen.
  • Es ist mit schweren Sturmböen bis hin zu orkanartigen Böen zu rechnen.
  • Zahlreiche Flüge wurden bereits gestrichen. 
  • Erste Schulen lassen Unterricht ausfallen (Update 16.45 Uhr), auch in der Region (Update 18.50 Uhr)
  • Einsatzkräfte warnen: Sichern Sie Ihr Zuhause, achten Sie auf herabfallende Äste.
  • Unterricht an Schulen entfällt - Kinderbetreuung sichergestellt
  • Kein Zugverkehr bis mindestens 8 Uhr
  • Hier finden Sie unseren aktuellen Live-Ticker zum Sturmtief Sabine

Service:

Update, 22.05 Uhr: Kein Zugverkehr bis 8 Uhr

Infolge des Sturmtiefs Sabine ist am Montagmorgen, im Regionalverkehr Bayern keine reguläre Betriebsaufnahme zu erwarten. Abhängig von der Sturmstärke und der Verfügbarkeit der Infrastruktur werden die Strecken im Tagesverlauf sukzessive in Betrieb genommen. Aufgrund der aktuellen Wettervorhersage ist damit jedoch nicht vor dem späteren Vormittag zu rechnen.

Update, 21.41 Uhr: Bayern rüstet sich für Sturm - Flüge und Unterricht fallen aus

Das Sturmtief "Sabine" hatte schon vor seiner Ankunft in Bayern erhebliche Auswirkungen: An den Flughäfen München und Nürnberg fielen schon am Sonntag über 130 Flüge aus, am Montag sind bereits mehr als 400 annulliert. Flächendeckend sagten die Schulverwaltungen in allen sieben Regierungsbezirken den Unterricht an den staatlichen Schulen zwischen Aschaffenburg und Passau für Montag praktisch komplett ab. 

An den meisten Schulen soll eine Notbetreuung eingerichtet werden für Schüler, die von ihren Eltern nicht anderweitig versorgt werden können, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums. Auch viele Kindergärten schließen oder gewährleisten nur eine Notbetreuung.

Die Deutsche Bahn hat am Sonntagabend entschieden, den Fernverkehr komplett einzustellen. Die Züge sollten nach und nach an größeren Bahnhöfen enden. Auch im Regionalverkehr kam es bereits am Sonntag zu Verspätungen, weil Züge langsamer fahren müssten.

Neben einem Sturmblog wurde auch eine kostenlose Hotline eingerichtet. An störungsanfälligen Punkten wurden Einsatztrupps zusammengezogen, die mit Kettensägen ausgerüstet sind und möglichst rasch umgestürzte Bäume von den Gleisen räumen können. Reisende können Tickets für den Fernverkehr, die sie an den Sturmtagen nicht nutzen, noch bis 18. Februar weiter nutzen.

 Fahrgäste wurden gebeten, sich vor Fahrtantritt über die Lage zu informieren. "Wir beobachten die Wetterlage ganz genau", sagte ein Bahn-Sprecher.

Die Rettungskräfte bereiteten sich dagegen erst für die Nacht und den Montagmorgen auf Probleme vor, wie ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Hochfranken mitteilte, wo die Orkanböen in Bayern zuerst erwartet wurden. Der Deutsche Wetterdienst warnte für die Höhen des Bayerischen Waldes oberhalb von 1000 Metern ab 22 Uhr sowie für die Alpen in Lagen über 2000 Metern ab 18.00 Uhr vor extremen Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde.

Der Wetterdienst warnte vor schweren Schäden an Gebäuden, weil Bäume entwurzelt werden könnten. Die Menschen sind aufgerufen, sich von Hochspannungsleitungen, Bäumen und Gerüsten fernzuhalten. Ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Hochfranken sagte, es werde zwar kein Jahrhundertsturm erwartet. "Aber wir bereiten uns auf ein ernstes Sturmereignis vor."

Problematisch könne werden, dass es der erste Sturm des Winters sei und morsche Bäume besonders schnell umknicken könnten. Der Höhepunkt wurde zum einsetzenden Berufsverkehr am Montagmorgen erwartet. "Wir hoffen, dass der eine oder andere auf das Auto- oder Bahnfahren verzichten kann."

Am Sonntag waren am Flughafen München nach Angaben eines Sprechers bereits 131 Starts und Landungen wegen des Sturms gestrichen worden. 424 der rund 1000 für Montag geplanten Flüge wurden schon bis Sonntagabend annulliert. Da ab einer bestimmten Windgeschwindigkeit Arbeiten auf dem Flugfeld eingestellt werden müssen, könnte der Betrieb durch den Sturm zeitweise zum Erliegen kommen. So müsste dann etwa das Betanken oder Beladen von Flugzeugen ausgesetzt werden.

Auch am Flughafen Nürnberg wurden bereits am Sonntag einzelne Flüge annulliert. "Wird der Wind zu stark, muss der Betrieb auf dem Flugfeld aus Sicherheitsgründen eingestellt werden. Dadurch könnte es zu einem Abfertigungsstopp kommen", sagte ein Flughafensprecher in München.

In andere Bereichen des öffentlichen Lebens schickte der Sturm ebenfalls Vorboten. So wird der Tierpark Hellabrunn am Montag keine Besucher empfangen.

Der Wetterdienst hatte bereits am Sonntagmittag für weite Teile Deutschlands die zweithöchste Unwetterwarnstufe ausgerufen. In Bayern wurde für den späten Abend die höchste Stufe vier ausgerufen, allerdings nur für die sehr hohen Lagen des Bayerischen Waldes und der Alpen. Am Mittag herrschte in weiten Teilen des Freistaates noch eitel Sonnenschein. "Wir haben bestes Wetter", sagte ein Sprecher der Leitstelle Hochfranken in Hof.

Update, 21.20 Uhr - Betreuung der Kinder sichergestellt

Obwohl wegen des Orkantiefs „Sabine“ Montag, 10. Februar, kein Unterricht in allen öffentlichen Schulen in Stadt und Landkreis Rosenheim stattfindet, ist in jeder Schule eine Betreuung der Kinder sichergestellt. Wichtig, die Eltern müssen ihre Kinder selbst zur Schule bringen.

Die Bayerische Oberlandbahn GmbH und Bayerische Regiobahn GmbH bereiten sich derzeit wie alle deutschen Bahnunternehmen auf das bisher stärkste Sturmtief 2020 vor. Es wird erwartet, dass der Höhepunkt des Sturms die Netze von Meridian, BOB und BRB genau ab dem Betriebsstart in den frühen Morgenstunden bis Mittags erreicht. Geplant ist daher, morgen auf allen Strecken von Meridian, BOB und BRB erst ab 8 Uhr den Betrieb aufzunehmen und dann im Stundentakt zu fahren. 

Das heißt, die Schülerzüge vormittags und mittags sowie voraussichtlich alle Verstärkerzüge im Pendlerverkehr morgens und abends entfallen. Die Entscheidung über den tatsächlichen Betriebsstart und den weiteren Ablauf wird jedoch je nach aktueller Wetterlage erst in den frühen Morgenstunden sowie permanent im Tagesverlauf getroffen. 

Hierzu werden in allen Netzen vor Beginn des Fahrgastbetriebs auch so genannte Erkundungsfahrten stattfinden, d.h. es fährt immer ein Zug leer und auf Sicht die Strecke ab. Fahrgäste werden gebeten, sich vor ihrer Fahrt unbedingt zu informieren, ob diese stattfindet. 

In jedem Fall muss bei allen Verbindungen mit Verspätungen aufgrund von Langsamfahrstellen, Zugausfällen und im Extremfall der kompletten Einstellung des Betriebs gerechnet werden. 

Alle aktuellen Informationen zu Einschränkungen und Ersatzverkehren erhalten Sie auf der Webseite www.meridian-bob-brb.de, in der App „Meridian BOB BRB – Info & Tickets“ sowie auch unter www.bahn.de.

Update, 20.42 Uhr - Internetseite vom DWD überlastet

Viele Menschen wollen sich jetzt über „Sabine“ informieren und sehen, wie die Gefahrenlage zur Zeit ist. Das führt dazu dass die Internetseite des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wegen enorm vieler Zugriffe zur Zeit überlastet ist. Alternativ sollen die Nutzer die Warnwetter-App des DWD oder die Seite wettergefahren.de nutzen.

Update, 20.25 Uhr - Flugausfälle am Montag

Orkantief "Sabine" wird auch morgen (Montag, 10. Februar) den Reiseverkehr durcheinander wirbeln. Alleine am Flughafen München haben Fluglinien für Montag über 400 Flüge annulliert. In Düsseldorf wurden ebenfalls über 100 Flüge gestrichen zum Wochenanfang gestrichen. Reisende sollten sich unbedingt über den Statur ihres Fluges informieren.

Update, 20.13 Uhr - Uni Passau und LMU mit eingeschränktem Betrieb am Montag

Wegen des drohenden Sturms schränkt die Universität Passau ihren Betrieb am Montag ein. Die Universitätsleitung empfiehlt allen Mitgliedern der Universität, achtsam zu sein und die aktuelle Wetterlage und die Verhältnisse auf den Schienen und den Straßen im Auge zu behalten. "Für Lehrveranstaltungen gilt: Es finden am Montag, 10. Februar 2020, keine Lehrveranstaltungen statt."

Für Prüfungen gilt: Es ist erst einmal geplant, alle Prüfungen (Staatsexamina und Hochschulprüfungen) stattfinden zu lassen. Sollte es Dozierenden oder Studierenden auf Grund des Sturmtiefs nicht möglich sein, zur Uni zu kommen, wird die Universitätsleitung dafür im Nachgang pragmatische Lösungen finden.

Auch an der LMU in München ist man aufgrund des Sturms "Sabine" vorsichtig. Einige Klausuren werden abgesagt, einige finden trotzdem ab. Studierende müssen sich vorab informieren, ob ihre Prüfung stattfindet. 

Update, 19.44 Uhr - Bahn will Übernachtungszüge bereit stellen

Gestrandete Bahnreisende, deren Züge wegen des Sturmtiefs "Sabine" nicht weiterfahren können, sollen im Rahmen ihrer Fahrgastrechte Hotelgutscheine und Taxigutscheine erhalten. In größeren Bahnhöfen sollen zudem sogenannte Übernachtungszüge bereitgestellt werden, sagte DB Konzernsprecher Achim Stauß im Berliner Hauptbahnhof. Das habe sich "bereits bei früheren Sturmsituationen bewährt". Bundesweit seien mehrere tausend Bahnmitarbeiter zusätzlich im Einsatz.

Update, 18.50 Uhr - Alle Schulausfälle in Oberbayern

In Bayern bleiben am Montag viele Schulen wegen des Sturmtiefs "Sabine" geschlossen. Hier sehen Sie eine Aufzählung aller betroffenen Landkreise und Städte in Oberbayern:

- Altötting (Lkr.) 

- Bad Tölz-Wolfratshausen (Lkr.) 

- Berchtesgadener Land (Lkr.) 

- Dachau (Lkr.) 

- Ebersberg (Lkr.) 

- Eichstätt (Lkr.) 

- Erding (Lkr.) 

- Freising (Lkr.) 

- Fürstenfeldbruck (Lkr.) 

- Garmisch-Partenkirchen (Lkr.) 

- Ingolstadt (Stadt) 

- Landsberg a. Lech (Lkr.) 

- Miesbach (Lkr.) 

- Mühldorf a. Inn (Lkr.) 

- München (Lkr.) 

- München (Stadt) 

- Neuburg-Schrobenhausen (Lkr.) 

- Pfaffenhofen a.d. Ilm (Lkr.) 

- Rosenheim (Lkr.) 

- Rosenheim (Stadt) 

- Starnberg (Lkr.) 

- Traunstein (Lkr.) 

- Weilheim-Schongau (Lkr.)

Update, 18.05 Uhr -  DWD misst Böenspitzen bis zu 156 km/h am Brocken

Sturmtouristen aus Coburg stellen sich auf dem Brocken „Sabine“ entgegen. Auf dem höchsten Berg im Harz wurden laut Deutschem Wetterdienst bis zum Sonntagabend Böenspitzen von bis zu 156 Kilometer pro Stunde gemessen.

Update, 17.35 Uhr - Bahn will Fernverkehr bundesweit einstellen

Die Deutsche Bahn will den Fernverkehr wegen des Orkans "Sabine" nach und nach bundesweit einstellen. Man habe sich entschieden, "beginnend in NRW nach und nach alle Züge des Fernverkehrs bundesweit an größeren Bahnhöfen enden zu lassen", schrieb die Bahn am Sonntagnachmittag in ihrem für den Sturm eingerichteten Presseblog.

Bis 20 Uhr sollen alle Züge im Fernverkehr in geeigneten Bahnhöfen enden und somit nicht mehr auf freier Strecke sein. 

Update, 16.45 Uhr - Diese Schulen lassen am Montag den Unterricht ausfallen

- Landkreis Dingolfing-Landau 

- Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge 

- Landkreis Lichtenfels 

- Landkreis Kulmbach 

- Landkreis Kronach 

- Landkreis und Stadt Hof 

- Landkreis Forchheim 

- Landkreis und Stadt Coburg 

- Landkreis und Stadt Bayreuth 

- Landkreis und Stadt Bamberg 

- Landkreis Kelheim 

- Landkreis und Stadt Passau 

- Landkreis und Stadt Landshut 

- Landkreis Landsberg am Lech (es gibt trotzdem einen Betreuungsdienst an den Schulen) 

- Landkreis Straubing-Bogen und Stadt Straubing 

- Landkreis Deggendorf 

- Landkreis Rottal-Inn 

- Landkreis Landkreis Freyung-Grafenau 

- Landkreis Regen 

- Landkreis Günzburg 

- Landkreis Neu-Ulm (die Schulhäuser werden trotzdem aufgesperrt sein und es werden Betreuungspersonen vor Ort sein)

Update, 15.22 Uhr - Dach von Pub in Schottland eingestürzt

In Großbritannien und Irland ist es bereits zu erheblichen Verkehrsbehinderungen und Schäden durch heftigen Wind und Regen gekommen. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde fegte das Sturmtief „Sabine“, das außerhalb Deutschlands „Ciara“ genannt wird, über Irland und Großbritannien, berichtet faz.net. 

Im schottischen Perth wurden drei Menschen verletzt, als das Dach eines Pubs einstürzte. In der Folge von Überschwemmungen hatten etwa 10.000 Haushalte keinen Storm. 

Update, 14.15 Uhr - Zahreiche Flüge gestrichen

In Deutschland wurden mittlerweile zahlreiche Flüge gestrichen. An den Flughäfen Düsseldorf, Frankfurt und München wurden jeweils rund 100 Flüge annuliert. Dabei handelt es sich weitgehend um Europa- bzw. Inlandsflüge.  

Sabine" sei ein Wintersturm, wie er im Schnitt alle zwei Jahre vorkomme, heißt es von Seiten des DWD. Die Bevölkerung müsse gewarnt, aber nicht alarmiert sein: Von einem "Horror- oder Monsterorkan" könne keine Rede sein. So stark wie "Kyrill" im Jahr 2007 oder "Lothar" 1999 werde "Sabine" nicht werden.

Hier nochmals eine Zusammenfassung der Lage und Verhaltenshinweise von unseren Kollegen des Unwetterservice Südostbayern.

Es sind unter anderem verbreitet schwere Schäden an Gebäuden möglich. Bäume können zum Beispiel entwurzelt werden und Dachziegel, Äste oder Gegenstände herabstürzen. Schließen Sie alle Fenster und Türen. Sichern Sie Gegenstände im Freien. Halten Sie insbesondere Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen. Vermeiden Sie möglichst den Aufenthalt im Freien. Vor allem Kinder sollten sensibilisiert werden. 

Update, 12 Uhr - DWD gibt amtliche Warnung

Der Deutsche Wetterdienst warnt für die Landkreise Rosenheim, Traunstein und das Berchtesgadener Land vor Orkanböen von Sonntag 22 Uhr bis Dienstag, den 11. Februar 18 Uhr. Es herrscht Warnstufe drei von vier. Für das Berchtesgadener Land gilt außerdem eine Warnung vor einem extremen Unwetterereignis mit Orkanböen ab 140 Stundenkilometern in Lagen über 2.000 Metern. Hier beträgt die Warnstufe vier von vier. 

Update, 11.30 Uhr - So ist die aktuelle Lage

Bislang ist es in weiten Teilen Deutschlands noch recht windarm, berichtet der Deutsche Wetterdienst. Bis Sturm Sabine in Bayern ankommt, wird es auch noch einige Zeit dauern. Südlich der Donau muss in der zweiten Nachthälfte zum Montag mit ihm gerechnet werden. Im Westen und Nordwesten dagegen, muss bereits am Vormittag mit Orkanböen gerechnet werden. Derzeit befindet sich das Zentrum von Sabine knapp nordlich von Schottland. 

Im Laufe des Nachmittags soll es im Südosten dann schon windig werden, aber zunächst habe der Sturm hier noch die "Handbremse gezogen", so der DWD. Nur in den Bergen kann es dann schon zu richtigen Orkanböen mit bis zu 180 Stundenkilometern kommen. 

Südlich der Donau wird es in der zweiten Nachthälfte bis zum Montagmittag mit 100 bis 130 Stundenkilometer schnellen Böen ungemütlich werden. 

Update, 9 Uhr - Bundesligaspiel wegen Sturm abgesagt

Nun wurde das Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln am Sonntagnachmittag abgesagt. Grund dafür ist Sturm Sabine, berichten die Vereine auf ihren Homepages. 

Update, 9. Februar, 8 Uhr - Lage spitzt sich zu

Wie Meteorologe Dominik Jung von wetter.net berichtet, wird die Orkanlage in Deutschland laut führender Modelle immer dramatischer. Demnach sollen die Sturmböen laut dem Europäischen Wettermodell ECMWF sogar noch zehn bis 20 Stundenkilometer schneller werden, als bisher angenommen. Besonders heftig soll es Montag zwischen 2 und 8 Uhr werden. „Die Lage sieht wirklich alles andere als gut aus, sie ist sehr gefährlich. Das scheint sich zu einer extremen Unwetterlage zu wandeln. Auf den letzten Metern spitzen sich die Modellberechnungen immer weiter zu", so Jung. Zunächst komme eine Warmfront, die bis zu 15 Grad warme Temperaturen mit sich bringe, ihr folge dann direkt eine Kaltfront. Darin können sich dann Gewitter bilden. "Es ist davon auszugehen, dass Deutschland bis zum Montagabend weitgehend lahm gelegt sein wird. Das besonders schlimme: Der Sturm wird sehr lange andauern", betont Jung. Den ganzen Montag und Dienstag soll Sabine über Deutschland wüten. 

Das Wetterportal wetter.net fordert zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen auf: 

Keine Fahrten oder Spaziergänge in Wäldern oder Parks. Alle losen Gegenstände ums Haus sichern. Am Montagmorgen früh auf den Weg zur Arbeit machen, da wird es zu erheblichen Problemen bei der Anreise kommen, besonders bei der Bahn. Lkw sollten die nächsten Rastplätze anfahren. Der heftige Seitenwind ist sehr gefährlich. Rollläden schließen. Autos in die Garage fahren.

Update, 16.13 Uhr: Wetterwarnung des Unwetterservice Südostbayern

Nach den aktuellen Läufen der meteorologischen Computersimulationen ist keine Entspannung der Sturm- beziehungsweise Orkanlage in Sicht.

Momentan werden die Maximalböen hier in Südostbayern noch eher nach oben als nach unten korrigiert. Laut den aktuellen Berechnungen ist hier am Montag ab dem späteren Vormittag und dem Durchzug der Kaltfront mit Böen zwischen 120 und 130km/h zu rechnen, örtlich sind aber auch 140km/h berechnet. Das ist, um es von den Auswirkungen her einmal zu verdeutlichen, eine Situation wie sie damals beim Orkan Kyrill geherrscht hat.

Hier die zu erwartenden Folgen dieses nicht alltäglichen Ereignisses: Es ist mit sehr vielen umgestürzten Bäumen zu rechnen. In ungünstigen Lagen können vor allem Fichtenwälder auch flächig umgelegt werden. Das verursacht natürlich Behinderungen im Strassen- und Bahnverkehr und kann zu Stromausfällen führen.

Darüber hinaus sind natürlich nicht nur Bäume von den Orkanböen betroffen sondern auch alle leichten oder größeren Gegenstände, die nicht ausreichend gegen den Wind gesichert sind. Zu nennen wären hier: Gießkannen, Kunststofftöpfe, Planen, Trampolins, Spielhäuser und ähnliches. Aber auch Mülltonnen sind dann oft erst drei Häuser weiter wieder zu finden. Es sind aber auch Baugerüste, Plakatwände, Baustellentoiletten und andere Dinge, die zwar vielleicht relativ schwer sind aber eine große Angriffsfläche haben, nicht vor dem Sturm gefeit!

Für Lenker von Kraftfahrzeugen können diese orkanartigen Böen sehr gefährlich werden. Besonders leere LKW oder Busse, aber auch Autos und Zweiradlenker können ohne Vorwarnung einfach in voller Fahrt von der Straße geweht werden.

Daher ist eindeutig die Empfehlung auszusprechen, am Montag Aufenthalte im Freien und Fahrten jeglicher Art auf das absolut notwendige Minimum zu beschränken. Die Gefahr, von umherfliegenden Dingen getroffen zu werden oder die Spur nicht mehr halten zu können, ist sowohl für Fußgänger als auch für Kraftfahrer äußerst hoch! Ein eventueller Ausfall des Unterrichts an Schulen wäre noch eine naheliegende und sicherheitsrelevante Überlegung.

Update, 8. Februar, 9.35 Uhr - DWD warnt für die Region

Nun gab der Deutsche Wetterdienst eine amtliche Unwetterwarnung für die Region. Zwischen 2 Uhr und 18 Uhr sind am Montag Orkanböen von bis zu 120 Stundenkilometern wahrscheinlich. Die Warnung gilt für die Landkreise Rosenheim, Traunstein, Mühldorf, Altötting und für das Berchtesgadener Land. Auch bis in den Dienstag hinein sind noch Stürme wahrscheinlich, besonders in Verbindung mit Gewittern. 

Update, 17.24 Uhr: DWD mit Unwetterinformationen

Der Deutsche Wetterdienst hat am Freitagnachmittag zu gegebenen Anlass ein Video mit Unwetterinformationen veröffentlicht. DWD-Meteorologe Mag.rer.nat. Florian Bilgeri erläutert die bevorstehende Unwettersituation durch zum Teil orkanartige Böen oder Orkanböen in Teilen Deutschlands:

Für die stärksten Böen in Deutschland werde derzeit mit den Windstärken 9 bis 12 gerechnet, prophezeit der DWD. (Windstärke 9: "Sturm" - 75 - 88 km/h; Dachziegel können von Dächern geweht werden, kleinere Schäden an Häusern möglich)

Zahlreiche Schulen in Nordrhein-Westfalen haben bereits angekündigt, dass die Lehranstalten am kommenden Montag, 10. Februar, aufgrund der Wettervorhersagen geschlossen bleiben. Wie stark unsere Region von Sturmtief Sabine betroffen sein wird, ist noch unklar. Die Frage kann erst im Laufe des Wochenendes beantwortet werden. 

Allerdings verheißen die Prognosen nichts Gutes. 

Erstmeldung:

Geht es nach den Informationen des Deutschen Wetterdienstes dürfen wir uns zunächst noch auf eineinhalb bis zwei ruhige Tage freuen. Das aktuell noch wetterbestimmende Hochdruckgebiet sorgt beispielsweise am Freitag im Süden und Westen für viel Sonnenschein. 

Am Samstag profitiert dann vor allem der Osten und Südosten von langsam nach Osteuropa wandernden Hochdruckgebieten. Neben regional begrenzten Hochnebelfeldern scheint dort oft die Sonne. Es können Temperaturen von über 13 Grad erreicht werden

Schwerer Sturm zieht auf

Im Westen dagegen macht sich eine erste Kaltfront bemerkbar, die zum einen für starke Bewölkung, zum anderen ab Mittag auch für etwas Regen sorgt.

Ab Sonntagmittag nimmt der Wind im Nordwesten stark zu, besonders in der Nacht zu Montag zieht ein heftiger Sturm über Deutschland hinweg, bei dem es selbst im Flachland orkanartige Böen oder sogar Orkanböen bis 120 km/h geben kann, so die Prognose von Diplom-Meteorologe Dominik Jung.

Orkantief Sabine kommt Sonntag. Wohl erst in der Nacht zum Montag wird das Sturmzentrum unsere Region erreichen. 

"Da steht uns ja ein ganz schöner Sturm ins Haus. So einen flächigen Sturm hatten wir in Deutschland schon länger nicht mehr. Da werden unter anderem Erinnerungen an den Orkan Kyrill aus dem Jahr 2007 wach", warnt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met gegenüber dem Wetterportal wetter.net

In Bayern wird Sturm Sabine, wie er wohl heißen wird, erst am Sonntagabend bzw. für die Nacht zum Montag erwartet. Der Deutsche Wetterdienst geht davon aus, dass das Sturmfeld unsere Region am Montagmorgen gegen 2 Uhr erreicht. Bereits am Freitagnachmittag gab der DWD eine Vorabwarnung heraus. Darin heißt es: "Verbreitet werden Sturmböen und Schwere Sturmböen erwartet. Mit Kaltfrontpassage sind ab den Frühstunden bis zum Montagabend Orkanartige Böen ( um 110 km/h) bis Orkanböen (um 120 km/h) wahrscheinlich. Dies ist ein Hinweis auf eine Wetterlage mit hohem Unwetterpotential."

Bereits jetzt wird davor gewarnt, sich dann im Freien aufzuhalten. Auch Lkw sollten aufgrund der heftig drohenden Seitenwinden auf den Parkplätzen bleiben. 

"Deutsche Bahn wird schlapp machen"

Auf dem Weg zur Arbeit sollten am Montag vor allem Pendler viel Zeit einplanen. Ein Chaos im Berufsverkehr sei nicht ausgeschlossen. Der Meteorologe Dominik Jung von wetter.net ist davon überzeugt, dass "die Deutsche Bahn sicherlich schlapp machen wird". Denn umstürzende Bäume und blockierte Gleise gelten bei orkanartigen Böen und Windgeschwindigkeiten von bis zu 155 km/h in höheren Lagen als wahrscheinlich. „Wir beobachten das Wettergeschehen genau und werden notfalls reagieren“, sagte ein Sprecher der Bahn. Dabei habe die Sicherheit der Fahrgäste Priorität.

Sogar der Flugverkehr wird wohl unter den Folgen von "Sabine" leiden und so könnte es zu erheblichen Einschränkungen kommen. Ebenso könnten Sportereignisse kurzfristig abgesagt werden. So ist das Rhein-Derby in der Fußball-Bundesliga laut unserem Partnerportal wa.de gefährdet. Borussia Mönchengladbach empfängt am Sonntagnachmittag den 1. FC Köln. "Das kann man letztlich erst am Spieltag sagen", sagte ein Sprecher der Borussia.

Ein mit Sturmtief Sabine eingehendem Wettereinbruch gilt aber als unwahrscheinlich. 

mz/jg

Quelle: rosenheim24.de

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