UNTERNEHMEN FÜHLT SICH BENACHTEILIGT

Flixbus droht mit massiven Streichungen bei Haltestellen - auch Region betroffen

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„Wir werden die Mehrwertsteuerreduzierung für den Fernbus einklagen“, kündigt das Unternehmen Flixbus an.
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München/Rosenheim/Mühldorf - Flixbus plant im kommenden Jahr massiv Haltestellen in Bayern zu streichen. Weil die Senkung der Mehrwertsteuer zwar für Fernverkehrstickets der Bahn, nicht aber für Fernbusse gilt, fühlt sich das Unternehmen benachteiligt.

Im kürzlich beschlossenen Klimapaket der Bundesregierung ist festgeschrieben, die Mehrwertsteuer im Fernverkehr der Deutschen Bahn ab Neujahr von 19 auf 7 Prozent zu senken. Die Bahn hat angekündigt, diesen Vorteil vollständig an die Kunden weiterzureichen. Für Fernbusse sieht das Gesetz keine steuerlichen Vergünstigungen vor

Massive Haltestellen-Streichungen in Bayern

Genau darüber ärgert sich nun das Münchner Unternehmen Flixbus und sieht sich benachteiligt. "Eine einseitige Mehrwertsteuersenkung für die Fernbahn würde die Rahmenbedingungen im Fernverkehr massiv verschieben. Als Konsequenz müsste FlixBus das Streckennetz ab 2021 um voraussichtlich 30 Prozent einschränken", kündigt Unternehmenssprecherin Franziska Köhler an. Dies hätte dann auch Auswirkungen auf Bayern. 

Vor allem in Schwaben, Nord- und Ostbayern wären Flixbus-Stationen betroffen. Aber auch in Oberbayern sind die Haltepunkte bedroht: Rosenheim, Mühldorf und Landsberg am Lech. Auch im Voralpenraum werde es eine starke Ausdünnung des Angebots geben, so Köhler weiter.

Unverständnis für Politik

"Die Politik hat die Fernbusse ermöglicht - nach nur wenigen Jahren zurückzurudern und diese Entwicklung in der Fläche massiv einzuschränken, wäre schwer zu verstehen und ginge gegen eine nachhaltige Mobilitätswende", argumentiert Köhler. Und weiter: "Denn laut Bundesumweltamt haben Fernbusse sogar eine bessere Klimabilanz als Züge." Außerdem verweist sie auf ein neues Gutachten, das belege, dass eine Ungleichbehandlung von Fernbahn und Fernbus gegen den Grundsatz der steuerlichen Neutralität verstößt. 

„Wir werden die Mehrwertsteuerreduzierung für den Fernbus einklagen“, kündigt Köhler an. "Sollte die Reduzierung der Mehrwertsteuer für den Fernbus kommen, würden wir diese in großen Teilen, in Form von günstigeren Tickets, an unsere Kunden weitergeben", erklärt Köhler. Außerdem würde das Unternehmen dann verstärkt in alternative Antriebe investieren - bis 2030 will das Flixbus klimaneutral sein. 

mh/Pressemitteilung Flixbus GmbH

Quelle: rosenheim24.de

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