Landkreis Rosenheim auf letztem Platz in Bayern

Ist die Region die Hochburg der Impfgegner?

Landkreis - Bayern diskutiert über eine Impfpflicht für Masern. Widerstand kommt aus Rosenheim, denn die Stadt landet in der Statistik auf dem letzten Platz. Auch Traunstein und das Berchtesgadener Land schneiden kaum besser ab.

Die Statistik ist eindeutig: Rosenheim ist Schlusslicht in Sachen Impfen. Die Impfquote für die erste Masernimpfung liegt in der Region bei 90,2 Prozent, für mindestens zwei Impfungen bei 80,8 Prozent. Der bayerische Durchschnitt liegt bei 96,6 beziehungsweise 92,2 Prozent. Ähnliche Zahlen kommen laut Statistik aus den Landkreisen Traunstein, Miesbach und Berchtesgadener Land. Zum Vergleich: Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt eine Impfquote von 95 Prozent.


Doch diese wird auch bei der Keuchhustenimpfung in Rosenheim nicht erfüllt. Die Quote für eine vollständige Grundimmunisierung liegt laut dem Landratsamt bei 88,9 Prozent - und damit ebenfalls deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt von 95,3 Prozent.

Wolfgang Hierl, der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes in Rosenheim, hat dafür folgende Erklärung: Allgemein sei bekannt, dass Menschen mit höherem Einkommen skeptischer gegenüber Masernimpfungen seien, wird er vom Bayerischen Rundfunk zitiert. In Rosenheim ist die Arbeitslosigkeit mit 2,5 Prozent sehr gering. Zudem erfreuen sich viele Rosenheimer guter Gesundheit. Folglich seien die Durchimpfungsraten insgesamt geringer, erklärt Wolfgang Hierl gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.


Zahl der Masernfälle um 300 Prozent gestiegen

Wie die Statistik des Landesamt für Gesundheit zeigt, sind vor allem in den südlichen Landkreisen Bayerns wie Rosenheim, Starnberg oder Garmisch-Partenkirchen zum Teil mehr als zehn Prozent der Sechstklässler nicht gegen Masern geimpft. Das ist ein Problem, denn weltweit steigt die Zahl der Masernfälle momentan, obwohl es einen wirksamen Impfschutz gibt.

Seit Anfang 2019 hat es in Bayern bereits 34 Fälle von Masern gegeben, wie eine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen bei der Staatsregierung ergeben hat. Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO zeigen, dass die Quote der Masernfälle weltweit drastisch ansteigt. Demnach hat die Anzahl im ersten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 300 Prozent zugenommen.

Um die Masern auszurotten, wäre laut Experten eine Impfquote von 95 Prozent nötig. Bei bayerischen Schulkindern liegt die Quote bei 92,2 Prozent, die mindestens die zweite Impfung haben. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 92,9 Prozent.

Was sind Masern?

Bei Masern handelt es sich um eine der ansteckendsten Infektionskrankheiten weltweit. Oft werden Masern für eine harmlose Kinderkrankheit gehalten. Das sind sie jedoch nicht. Erwachsene können durch das Virus schwer erkranken.

Weltweit sind Masern eine der führenden Todesursachen bei Kindern, obwohl seit vierzig Jahren ein sicherer und wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht, informiert das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. 2003 zum Beispiel sind mehr als eine halbe Million Menschen an der Krankheit verstorben, 2011 sind es noch 158.000 Todesfälle weltweit gewesen.

Masern beginnen typischerweise mit Fieber, Bindehautentzündung, Schnupfen und Husten. Sie führen regelmäßig zu einer vorübergehenden, etwa sechs Wochen dauernden Immunschwäche, die bakterielle Zweitinfektionen begünstigt, am häufigsten Lungenentzündungen, Mittelohrentzündungen und Durchfälle, erklärt das Landesamt. Eine sehr ernsthafte Komplikation ist die Masern-Gehirnentzündung, die tödlich enden kann.

ksl

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Montage (picture alliance/dpa/Patrick Seeger)

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