Nach brutaler Vergewaltigung in Rosenheim

Schon über 100 Nutzer in 30 Stunden - Immer mehr Frauen nutzen WhatsApp-Gruppe 

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Rosenheim - Unabhängig von der schrecklichen Vergewaltigung hatte sich ein Rosenheimer bereits vor einigen Wochen überlegt, wie er Frauen in Rosenheim einen sicheren Heimweg gewährleisten könnte. Nach der Horror-Tat ist die Nachfrage nach seinem Angebot plötzlich riesig:

Chris Preisinger hat die WhatsApp-Gruppe "sicherer Heimweg - Rosenheim" ins Leben gerufen.

Die Vergewaltigung im Rosenheimer Riedergarten ließ niemanden kalt. Noch immer ist der Täter nicht gefasst. Wie kann vermieden werden, dass so etwas Schreckliches erneut geschieht? Passend dazu hat der Rosenheimer Chris Preisinger die WhatsApp-Gruppe "sicherer Heimweg- Rosenheim" gegründet. rosenheim24.de hat bereits über die Idee berichtet. Preisinger berichtete, dass vor dem Artikel etwa 15 registrierte User die Gruppe nutzten. Im Gespräch mit rosenheim24.de am Donnerstag (12. September) erzählte er, dass die Anzahl der User innerhalb von 30 Stunden auf über 100 gestiegen sei. Zudem habe sich eine erfreuliche Eigendynamik in der Gruppe entwickelt, so Preisinger. Denn mittlerweile wäre es nicht nur der Weg vom Herbstfest, für den sich Frauen zusammentun, sondern auch der Heimweg aus Bars, Kneipen etc. 

Wie funktioniert die Verifizierung für die WhatsApp-Gruppe?

Nach dem ersten Gespräch mit Preisinger war in den Kommentaren jedoch vor allem die Frage aufgetaucht, wie denn die Administratoren genau prüfen, dass es sich bei einem Neu-Mitglied auch wirklich um eine Frau handelt und dass damit keinen Unfug getrieben wird. Initiator Chris Preisinger erklärte, die vier Möglichkeiten, über die die Identität der User geprüft werde:

  1. Kontrolle des Facebook-Profils: Es werde genau darauf geachtet, dass das Profil schon seit längerer Zeit, im Idealfall seit zehn Jahren, besteht. Damit werde ausgeschlossen, dass es sich um ein leeres "Dummy-Profil" handelt.
  2. Nicht einsichtige Facebook-Profile kontaktieren: Sollte ein Profil auf Facebook nicht einsichtig sein, schicke Preisinger eine Freundschaftsanfrage mit dem Hinweis, dass ohne Bestätigung dieser, die Registrierungsanfrage für die Gruppe gelöscht werde.
  3. Anruf: Preisinger berichtet, dass er auch schon mit einigen Interessentinnen telefoniert habe, um diese zu verifizieren.
  4. Persönliche Verifizierung: Es sei auch schon vorgekommen, dass Frauen bei Preisinger in seinem Laden der "Handybörse Rosenheim" am Busbahnhof persönlich aufgetaucht seien, um sich zu verifizieren.

Was bisher noch nicht bekannt war: Durch eine Kooperation mit der Kampfschule Rosenheim bekommen die Nutzer der WhatsApp-Gruppe mit der Registrierung die Möglichkeit, einen Grundkurs in Selbstverteidigung zu belegen.

Wie Preisinger dazu kam, so eine Whats-App-Gruppe zu gründen, verriet er ebenfalls im Gespräch mit rosenheim24.de: Die Idee sei ihm eines Tages gegen Mitternacht spontan im Gespräch mit seiner damaligen Freundin gekommen. Also habe er sie einfach umgesetzt.

Während die WhatsApp-Gruppe viel Anklang findet, laufen parallel die Ermittlungen der Polizei im Falle der Vergewaltigung weiter auf Hochtouren. Das bestätigte Alexander Huber, vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd Gespräch mit rosenheim24.de. Die Ermittlungsgruppe "Park" bräuchte ihre Zeit, um die Ermittlungen in dem Fall zu verfolgen und den Fall aufzuklären.

Die Polizei bittet weiter um Hinweise: Zeugen sollen sich unter der Telefonnummer 08031/2000 bei der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim oder bei jeder anderen Polizeidienststelle melden.

Vergewaltigung in Rosenheim im Riedergarten

Vergewaltigung schockt Region

Die 21-jährige Frau war in der Nacht auf Sonntag, 8. September, gegen 2.30 Uhr, alleine auf dem Heimweg vom Feiern nach der Wiesn. Dabei ging sie durch die Innenstadt und schließlich durch den Riedergarten, wo der Täter sie angriff, zu Boden brachte und brutal vergewaltigte. Anschließend flüchtete der Mann in unbekannte Richtung. Die Frau ging anschließend laut Polizei "ziellos und geschockt" durch die Innenstadt und setzte sich auf eine Bank, wo letztlich ein Passant auf sie aufmerksam wurde und sie zur Polizei brachte. Die Tat hat bei den Menschen in Rosenheim und darüber hinaus für großes Entsetzen gesorgt.

Die Beamten haben anschließend umfangreiche Ermittlungen eingeleitet. Videoaufzeichnungen aus dem Stadtgebiet wurden und werden ausgewertet, zudem ist eine achtköpfige Ermittlungsgruppe (EG Park) mit umfangreichen kriminalpolizeilichen Maßnahmen beschäftigt, wie die Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd bereits am Mittwoch auf Anfrage von rosenheim24.de erklärt hatte.

ics/mw

Quelle: rosenheim24.de

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