Weitere Betrüger-E-Mails in der Region im Umlauf

Nach "beim onanieren gefilmt" nun unerwarteter Geldsegen in Aussicht

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Landkreis - Betrugs-E-Mails wird es wohl immer geben, doch die Verfasser werden immer kreativer. Nun hat es auch eine unserer Redakteurinnen getroffen.

Es ist nicht einmal eine Woche vergangen, seit wir über einen Bernauer berichteten, der angeblich beim onanieren gefilmt wurde und Unbekannte ihn dann per E-Mail erpresst haben. Auf diesen Bericht hin bekamen wir einige Einsendungen von Lesern, die ebenfalls Opfer solcher E-Mailbetrüger wurden. Nun bekam unsere Reporterin selbst eine sehr interessante E-Mail mit dem Betreff "Dringende Antwort", die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen: 

"Hallo, Ich möchte, dass wir über ein Geschäft sprechen. Es geht um einen Erbanspruch. Ich bin Arthur Scott (Name wurde von der Redaktion geändert) und arbeite bei der Credit Suisse Bank London. Ich habe einen Kunden von mir, der mit seiner ganzen Familie gestorben ist und einen riesigen Geldbetrag bei unserer Bank hinterlassen hat. Es ist meine Pflicht, meiner Bank einen Angehörigen des verstorbenen Kunden als seinen Kontobeauftragten vorzulegen. Alle bisherigen Bemühungen, einen seiner Verwandten ausfindig zu machen, haben sich als fehlgeschlagen erwiesen.

Ich möchte diese Medien nutzen, um Sie meinem verstorbenen Kunden als nächsten Angehörigen / Begünstigten vorzustellen. Ich werde Ihnen alle erforderlichen Dokumente zur Verfügung stellen, die die Bank möglicherweise zur Zertifizierung als Begünstigter / Angehöriger benötigt, und Sie bei jedem Schritt zum erfolgreichen Abschluss dieses Projekts unterstützen. Ich gebe Ihnen 40% des gesamten Fonds, während ich 60% als Originator nehme.

Es ist wichtig, dass Sie mit Ihrem vollständigen Namen, Ihrer Adresse und Ihrer direkten Telefonnummer auf mich antworten, damit ich Ihnen alle Einzelheiten dieser Transaktion und weitere Informationen zu meinem verstorbenen Kunden geben kann. Vielen Dank und ich erwarte Ihre Antwort. Grüße Arthur Scott."

Absender wollen an persönliche Daten

Diese E-Mail liest sich wie eine klassische Phishing Mail. Unter dem Begriff Phishing (Neologismus von fishing, engl. für ‚Angeln') versteht man Versuche, über gefälschte Webseiten, E-Mails oder Kurznachrichten an persönliche Daten eines Internet-Benutzers zu gelangen und damit Identitätsdiebstahl zu begehen.

So erkennt man Phishing Mails

Die Verbraucherzentrale klärt auf, wie man Phishing  Mails am besten erkennt:

Grammatik- und Orthografie-Fehler 

Am einfachsten zu durchschauen sind E-Mails, die in fehlerhaftem Deutsch geschrieben sind. Meistens wurden sie nicht in Deutsch verfasst, sondern sind mit einem Übersetzungsdienst aus einer anderen Sprache übersetzt worden. Ein weiterer Hinweis auf solche E-Mails sind Zeichensatzfehler, wie etwa kyrillische Buchstaben oder auch fehlende Umlaute.

Mails in fremder Sprache 

Ebenfalls schnell als Phishing zu erkennen sind E-Mails, die auf Englisch oder Französisch verfasst sind. Sollten Sie nicht gerade Kunde einer Bank mit Sitz im Ausland sein, können Sie sicher sein, dass Sie (wenn überhaupt) E-Mails von Ihrer Bank nur auf Deutsch bekommen.

Fehlender Name 

Ihre Bank und andere Geschäftspartner wie zum Beispiel Online-Zahlungsdienste sprechen Sie in E-Mails grundsätzlich mit Ihrem Namen an und niemals mit "Sehr geehrter Kunde" oder "sehr geehrter Nutzer". Sehr raffinierte Phishing-Täter haben aber oftmals auch Ihren Namen schon herausgefunden und schreiben Sie mit persönlicher Ansprache an, zum Beispiel "sehr geehrte Frau Meier" oder "sehr geehrter Herr Müller". Damit versuchen Kriminelle, der E-Mail eine höhere Glaubwürdigkeit zu verleihen.

Dringender Handlungsbedarf 

Wenn Sie via E-Mail aufgefordert werden, ganz dringend und innerhalb einer bestimmten (kurzen) Frist zu handeln, sollten Sie ebenfalls stutzig werden. Insbesondere, wenn diese Aufforderung mit einer Drohung verbunden ist - beispielsweise, dass sonst Ihre Kreditkarte oder Ihr Online-Zugang gesperrt werden.

Eingabe von Daten 

Die Aufforderung, persönliche Daten sowie möglicherweise PIN oder TAN einzugeben, ist ein weiterer Hinweis. Banken und Online-Zahlungsdienste werden Sie um so etwas nicht per E-Mail bitten. PIN und TAN werden von Geldinstituten niemals telefonisch oder per E-Mail von Banken abgefragt; dies zählt zu den wesentlichen Sicherheitsregeln.

Aufforderung zur Öffnung einer Datei 

In immer mehr Phishing-E-Mails werden die Empfänger aufgefordert, eine Datei zu öffnen, die entweder als Anhang der E-Mail direkt beigefügt ist oder alternativ über einen Link zum Download bereitsteht. In unerwarteten E-Mails dürfen Sie eine solche Datei keinesfalls herunterladen oder gar öffnen. Denn in der Regel beinhaltet diese Datei ein schädliches Programm wie ein Virus oder ein trojanisches Pferd. Lassen Sie sich auch von angedrohten Konsequenzen wie zum Beispiel einer Kontosperrung, der Einschaltung eines Inkassounternehmens oder anderen erfundenen Gründen niemals dazu verleiten, eine beigefügte Datei zu öffnen! Bei E-Mails mit einem Dateianhang sollten Sie grundsätzlich misstrauisch sein.

Links oder eingefügte Formulare 

Banken versenden in der Regel keine E-Mails, sondern Briefe. Falls Sie doch E-Mails von Ihrer Bank erhalten, so wird diese keine Dateianhänge (wie Formulare, über die eine Eingabe gemacht werden muss) versenden. Banken und andere Dienstleister versenden nur in Ausnahmefällen E-Mails mit Links, auf die der Empfänger klicken soll. Dann geht es beispielsweise um neue AGBs, niemals aber um das Einloggen in Ihr Kundenkonto. Besser ist ohnehin immer, die Internetseite selbst aufzurufen, indem Sie diese in das Adressfeld des Browsers eintippen.

Bisher noch nie E-Mails von der Bank erhalten oder kein Kunde 

Wenn Ihre Bank Ihnen nie E-Mails schickt, eventuell Ihre E-Mailadresse gar nicht kennen kann, oder ein anderer Dienstleister sie kontaktiert, mit dem Sie keine Geschäftsbeziehung haben - löschen Sie die E-Mail.

Mailheader 

Manche Phishing-Mails sind sehr gut gemacht. Die Absender-E-Mailadresse scheint vertrauenswürdig, der Link im Text auch, das Deutsch ist flüssig? Trotzdem muss diese E-Mail nicht echt sein. Auch Absenderangaben von E-Mails lassen sich fälschen. Wenn Sie - um letzte Zweifel auszuräumen - das prüfen wollen, müssen Sie sich den so genannten Mail-Header anschauen. Dort steht die IP-Adresse des Absenders. Nur diese ist fälschungssicher und gibt Aufschluss über den tatsächlichen Absender.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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