Gestern noch in Griechenland, heute in Indien und morgen schon in Nepal

Rosenheimer Weltenbummler erkundet mit Katze Mogli die Kontinente

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Die Reise von Martin und Mogli geht weiter

Rosenheim/Indien - Erinnert ihr euch noch an Martin und Mogli? Zuletzt berichtete rosenheim24.de, als sich das ungewöhnliche Paar gerade in Athen befand. Nun ist Martin weitergereist, immer mit im Gepäck, seine tierische Begleiterin: 

Das letzte Update von Martin endete damit, dass er gerade die 4.000 Kilometer-Marke geknackt hatte. Mittlerweile sind schon längst 13.000 Kilometer Geschichte und mehr als elf Länder liegen hinter dem Reisenden. Im Gespräch mit rosenheim24.de schildert Martin mehrere Probleme, wie Krankheiten, Kälte und Hitze und seine immer noch präsente Spinnenphobie. Doch sobald er auf seinem Motorrad sitzt und mit Mogli durch traumhafte Landschaften fährt, fühlt er sich frei und die Probleme sind für einen Augenblick vergessen.

Katze Mogli ist überall dabei

Nächster Halt: Türkei und Iran

Als wir das letzte Mal berichtet haben, befand er sich in Athen. Der nächste Stop für Martin war die Türkei.

Anfangs bereitete das Land dem Weltenbummler, wegen der politischen Situation, ein wenig Bauchschmerzen. Schnell aber wurde er eines Besseren belehrt: "Gleich bei meiner Ankunft wurde ich von einem Mitarbeiter der Tankstelle zum Essen eingeladen. Danach hat er mein Motorrad kostenlos gewaschen." Auch weiterhin machte er durchweg positive Erfahrungen mit den gastfreundlichen Einheimischen. 

Der Aufenthalt im Iran dagegen verlief anfangs problematisch. Der Rosenheimer wurde krank
und konnte in keinem Hotel unterkommen, da Katzen dort nicht gerne gesehen werden. So musste er sich in der überraschenden Kälte auf dem Motorrad und im Zelt auskurieren. 

Die Herzlichkeit der Einheimischen zeigte sich aber auch hier recht schnell: Innerhalb kürzester Zeit kümmerten sich viele hilfsbereite Iraner um den Besucher und stellten sicher, dass er sich wohl fühlt. Martin sagte danach, dass es sich um "das gastfreundlichste der 39 Länder", die er bis dahin in seinem Leben besucht hatte, handelte.

Netzwerk von hilfsbereiten Iranern

Mit Knall und Rauch nach Dubai

Mit der Fähre ging es über den persischen, beziehungsweise arabischen Golf, direkt nach Dubai. Auf der Überfahrt musste Martin einen Rückschlag verkraften. Sein geliebtes Motorrad, das bis dato alle Strapazen gemeistert hatte, zeigte nun, was es vom "schmutzigen Sprit hält". Mit einem lauten Knall verschwand es unter einer dicken Rauchwolke

Mogli und ihr Besitzer kamen bei einem guten Freund unter und glücklicherweise konnte es einige Monate später weitergehen. Bis dahin hatten die beiden elf Länder durchquert und 13.000 Kilometer zurückgelegt.

"Gefängnisinsasse" für eine Nacht

Mit Bike und langjährigem Kumpel, brachen sie ins heiße Indien auf. Nachdem sie die Grenze nach Pakistan passiert hatten, verbrachten Martin, Mogli und sein Freund Feras die erste Nacht im "Kittchen", da sie für einen großen Teil der Überquerung eine Eskorte gebraucht hatten. Das Gefängnis dort kann man nicht mit Deutschen Gefängniszellen vergleichen. Mehrere Mauern, Eisentore und kaputte Schmugglerfahrzeuge schmückten den Hof und überall standen mit Maschinengewehren bewaffnete Polizisten. Zum Glück waren sie nicht direkt hinter Gittern, sondern nur zu ihrem eigenen Schutz dort untergebracht.

Nach einer Nacht war ihr "Aufenthalt im Gefängnis" vorbei und sie konnten am nächsten Morgen ihre Reise fortsetzen.

Ein Unfall, der fast ein Leben kostet

Die Reisenden kamen nur schleppend voran, da sie als Touristen immer von neuen Eskorten durch die verschiedenen Checkpoints begleitet werden mussten.

Bewaffnete Eskorten als Begleitschutz

Über ein Mikrofon hielten der Rosenheimer und sein Freund über die ganze Zeit Kontakt miteinander. So musste Martin mitanhören, wie Feras frontal auf seinem Motorrad von einem Bus erwischt wurde. "Ich hörte Stöhnen und Ächzen aus meinem Mikrofon! Ein Schauer rannte mir über den Rücken." erzählte er uns. Martin fand seinen Freund auf der Straße und mindestens 100 Leute umzingelten den Verletzten. Die Erste Hilfe war schnell geleistet, doch als sie im Krankenhaus ankamen, war es ein kleiner Schock: 

Überall klebte Blut, keine Seife oder Desinfektionsmittel waren vorhanden und man konnte die Keime fast schon an den Wänden entlang krabbeln sehen. Feras hatte aber Glück im Unglück und konnte nach Dubai zurückreisen, um sich dort weiter zu erholen.

Martin und Kumpel Feras

Hoch hinaus ins Gebirge

Mit 1.500 Kilometern Umweg ging es mit dem Italiener Mario, den Martin und Feras auf der Reise kennengelernt hatten, und Mogli im Gepäck über den Himalaya weiter ins tiefe Indien. Geprägt ist das Land durch karge Berge, Dschungel mit Tigern, das Meer mit Sandstrand aber auch die lebendigen Metropolen Indiens. Über den welthöchsten befahrbaren Gebirgspass, der über 5.300 Meter hoch ist, ging es aber nicht rein in den indischen Alltag, sondern nach Deutschland zurück. 

Welthöchster Gebirgspass

Der Rosenheimer musste für eine kurze Zeit zurück in sein Heimatland, um private Sachen zu klären und das ohne seine geliebte Katze. So sehr er sich auch freute seine Freunde und Familie wiederzusehen, so vermisste er aber auch Mogli und wollte so schnell wie möglich wieder zurück. Seine tierische Freundin ließ er bis zu seiner Rückkehr bei Leuten, die er über Instagram kennengelernt hatte.

Von links nach rechts: Feras, Martin und Markus (ein deutscher Fotograf) in Ras Al Khaimah in den Vereinigten Arabischen Emiraten

"Ich konnte fühlen, wie meine Sehne riss"

Nach seiner Rückkehr fand der Rosenheimer ein gemütliches Haus in Indien, in dem er mit Mogli für ein paar Monate unterkam. Auf der Hinfahrt dorthin gab es allerdings die nächsten Probleme:

500 Meter vor ihrem Ziel verlor Martin die Kontrolle über sein geliebtes Motorrad und stürzte. 330 Kilogramm Metall und Gepäck begruben seinen Fuß im Sand und er "konnte fühlen wie seine Sehne riss". Mit Mühe schaffte er es, sein Bein unter der Maschine zu befreien. Zum Glück, denn spät in der Nacht hätte ihn dort niemand mehr auffinden können.

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Slowly I'm starting to belief that something is trying to keep us from reaching Nepal We're back in our old tyre tracks and after a 230km/10h ride through spectacular landscapes, got to Dinapani, as far as last time. Only this time, the stretch of soft sand leading up to the house got the better of me The front tyre slid away and when it regained grip the 330kg heavy Queen bounced first left, then right and finally landed on my twisted leg I let out a scream in pain and hoped that somebody would hear it but we were in a little village and it was already after 9pm. Everybody was asleep. I couldn't get my leg out either, it was stuck and still twisted Without thinking twice I rolled around with my body and that must have popped things back into place. Now I managed to pull my leg out and was finally free. What a relief! And what a stupid situation to have gotten myself into too Luckily I got hold of Mohan, the villager I wanted to deliver some shiny new shoes to, and he and his grandson helped me with the bike. After today's first checkup it seems that my bones are ok and tomorrow I'm off to the MRI. Let's all cross our fingers that the ligaments are alright and I got away with a scare PS.: Needless to say that Mogli handled the situation like a pro. This and the 10h we spent on the road before #tripedipity #taleofmogli . . . . . . . . . . . . . . . . . @adventurecatsorg #adventure #makelifearide #bikelife #defeat #crash #hope #luck #mistake #til #africatwinriders #africatwin #adventurecats #catstagram #catsofinstagram #instacat #tuxedocats #instadaily #instagood #picoftheday #nofilterneeded #sleeping #experience #explore #outdoorexplorer

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Wie geht es weiter?

Der Plan ist jetzt die nächsten Monate möglichst billig zu überwintern. Im Frühjahr soll Nepal durchquert werden, um von Kathmandu nach Tajikistan zu fliegen. Von dort aus soll es, wieder mit dem Bike, Richtung Russland und nach Osteuropa gehen. Im Sommer nächsten Jahres ist die geplante Ankunft in der Heimat. Die Frage ist nur, wie lange Martin und Mogli in Deutschland bleiben, bevor es sie wieder in die Ferne treibt.

Falls ihr Martin und Mogli bei ihrer Reise unterstützen möchtet, schaut gerne bei ihrem Fundraiser vorbei: Gofundme.com/motomogli

Paulina Sternsdorf/ Jana Arnold 

Quelle: rosenheim24.de

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