Schneechaos in der Region

Sperrung für den Ortsteil Raiten aufgehoben - Anwohner dürfen zurück in ihre Häuser

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Alle Zufahrten nach Raiten wurden komplett abgeriegelt. Nun wurden diese wieder geöffnet.
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  • Julia Grünhofer
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    Markus Zwigl
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    Isabelle Skubatz

Landkreise - Auch am Donnerstag ist das Schneechaos in der Region noch nicht vorüber. Neben einigen Straßensperrungen wegen Lawinengefahr, sind auch noch viele Personen von der Außenwelt abgeschnitten. Der Schlechinger Ortsteil Raiten wurde am Mittwoch evakuiert. Die Sperrung wurde allerdings am Donnerstagabend aufgehoben.

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  • Warnungen: Deutscher Wetterdienst - Lawinenwarndienst
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  • DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Katastrophenfall gilt noch in drei Landkreisen (MB, TS und BGL)
  • Biathlon-Weltcup in Ruhpolding kann stattfinden
  • Sperrung für den Ortsteil Raiten bei Schleching aufgehoben
  • UPDATE, 22.40 Uhr - Sperrung für den Ortsteil Raiten aufgehoben

    Der Ortsteil Raiten in der Gemeinde Schleching wurde gestern, 16. Januar aufgrund akuter Lawinengefahr geräumt.

    Mittlerweile hat sich die Lawinenwarnsituation im gesamten bayerischen Alpenraum entspannt. Die Experten der Lawinenwarnkommission haben am Donnerstag die Situation am südöstlichen Hang der Hochplatte intensiv und umfassend untersucht.

    Den gesamten Tag über haben die von einem Hubschrauber abgeseilten und gesicherten Fachleute Erkundungen und Sichtungen in der bis zu 3,50 Meter hohen Schneeschicht durchgeführt und Schneeprofile gegraben. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse wurden anschließend tiefgreifend analysiert und bewertet.

    Auf Grundlage dieser intensiven Untersuchung kommt die Lawinenwarnkommission zu folgendem Schluss: Die Sperrung für den Ortsteil Raiten kann aufgehoben werden. Einstweilen ist die Wahrscheinlichkeit äußerst gering, dass vom oberen Teil der Hochplatte eine Lawine abrutscht, die den bebauten Bereich des Ortsteils Raiten erreichen könnte.

    Das bedeutet, dass die von der Räumung betroffenen Bewohner Raitens noch am Freitagabend in ihre Häuser zurückkehren können. Gleichzeitig bleibt die Sperrung zwischen Wohnbebauung und Hangbereich der Hochplatte jedoch bestehen. Denn die Lawinenwarnkommission macht unmissverständlich deutlich: 

    Kleinere Lawinenabgänge sind weiterhin möglich. So hat es auch gestern einen kleineren Lawinenabgang im Bereich der Hochplatte gegeben. Eine Gefahr für die Bebauung gab und gibt es dadurch aktuell aber nicht. Durch die derzeit vorhergesagte Wetterlage bleibt die Lawinengefahr in den kommenden Tagen stabil.

    Dennoch bleibt für einige Bereiche des Ortes ein Betretungs- und Befahrungsverbot bestehen. (Das Betretungsverbot erstreckt sich auf den Bereich nordwestlich der Emperbichlstraße mit Ausnahme des Grundstück Fl.Nr. 1283/002 (Emperbichlstr. Nr. 17), nördlich entlang der Emperbichlstraße (Straßenkörper ausgenommen) und wird im Westen begrenzt durch den Brändweg (Feldweg, Fl. Nr. 1164/000 Gemarkung Schleching, Straßenkörper von Betretungsverbot umfasst), erstreckt sich weiterhin über das Grundstück Fl. Nr. 1735/008, die Grundstücksflächen Unterstein Fl.Nrn. 1714/000, 1715/000, Oberstein Nrn. 1716/000, 1717/000, alle Flurstücke Raitener Hölzer bis zum Grat Hochplatte bis Fl.Nr. 1755/000 und Nr. 1388/000 Süssener Feld bis hin zum Bergackerweg Fl.Nr. 1362/000 (alle Grundstücksflächen jeweils Gemarkung Schleching) , endend an der Emperbichlstaße, welcher den verbotenen Bereich im Osten begrenzt, vergleiche die beiliegende Übersichtskarte, die Bestandteil dieses Bescheids ist.)

    Weitere intensive Beobachtungen

    Des Weiteren haben die Gemeinde Schleching und das Landratsamt Traunstein in Abstimmung mit der Lawinenwarnkommission festgelegt, dass der betroffene Bereich der Hochplatte weiterhin intensiv und engmaschig beobachtet wird. Denn bei einer veränderten Wetterlage kann auch schnell wieder eine akute Situation entstehen, beispielsweise bei tagelangem Dauerregen oder einer anhaltenden Föhnlage mit hohen Temperaturen.

    Die Sicherheitsbehörden erarbeiten einen Evakuierungsplan, um für mögliche künftige akute Lawinengefahren vorbereitet zu sein.

    Im Mittelpunkt des Handelns aller Beteiligten stand und steht die Sicherheit der Menschen.

    Pressemeldung Landratsamt Traunstein

    UPDATE, 21.25 Uhr - Skigebiet Sudelfeld ab Freitag wieder geöffnet

    Wie die Betreiber des Skiparadieses Sudelfeld am Abend auf Facebook mitteilten, wird das Skigebiet am Freitag wieder geöffnet sein. 

    UPDATE, 21 Uhr - Stimmen aus Raiten zur aktuellen Lage

    Stimmen aus Raiten und Schleching zur aktuellen Lage im Video:

    UPDATE, 18 Uhr - Lawinenabgang in Sölden

    Am Donnerstag gegen 14.30 Uhr löste sich oberhalb einer Gemeindestraße im Ortsgebiet von Sölden, an einer steilen Wiesenböschung, eine Lawine und rutschte auf die darunterliegende Gemeindestraße ab. 

    Die Straße wurde dadurch auf einer Länge von etwa 50 Metern und in einer Höhe von circa drei Metern verschüttet. Bei diesem Vorfall wurden keine Personen verletzt und es entstand auch kein Sachschaden an den angrenzenden Häusern. 

    Um 16 Uhr konnte die Straße nach Räumung und Beschluss der Lawinenkommission wieder für den gesamten Verkehr freigegeben werden. Bei diesem Ereignis waren Mitglieder der Bergrettung Sölden, der Alpinpolizei, der Freiwilligen Feuerwehr Sölden und des Roten Kreuzes Sölden im Einsatz.

    Pressemeldung Landespolizeidirektion Tirol

    UPDATE, 17.30 Uhr - Interview mit Anwohnern und Landrat Walch in Raiten

    Nach der Evakuierung des Schlechinger Ortsteils Raiten dürfen die Bewohner vorerst nicht mehr in ihre Häuser zurück. Wir haben mit Anwohnern vor Ort und Landrat Siegfried Walch gesprochen

    UPDATE, 17.19 Uhr - Schulen am Dürreck wieder in Betrieb

    Nachdem die Staatsstraße 2099 und die Kreisstraße BGL 14 im Bereich Hintersee (Gemeinde Ramsau bei Berchtesgaden) wieder für den Verkehr freigegeben sind, gibt es für den Linienbusverkehr der RVO im Berchtesgadener Land ab sofort keine Komplett- oder Teilsperrungen mehr. Alle Linien sind ohne Einschränkungen im Betrieb.

    Schulen am Dürreck wieder in Betrieb

    Positive Nachrichten gibt es auch aus Schönau am Königssee.

    „Ab heute läuft wieder der Unterricht für die externen Schüler“, bestätigt Stefan Kantsperger, Leiter der CJD Christophorusschulen Berchtesgaden. „Die Dächer unserer Gebäude am Dürreck wurden von Bundeswehr, THW, Bundespolizei, Malteser und Feuerwehr freigeräumt.“ Tagelang war die Zufahrtsstraße zu dem Gelände gesperrt. Inzwischen ist das Dürreck wieder erreichbar, und auch der Schulbus verkehrt regulär. Der Internatsbetrieb soll am Sonntag wieder anlaufen. 

    Wenn die Internatsschüler anreisen, wird sich auch der Schulunterricht völlig normalisieren. Die Schneelasten auf den Gebäuden haben keine größeren Schäden verursacht. „Wir freuen uns, dass wir allmählich zu halbwegs normalen Verhältnissen zurückkehren können“, erklärt Stefan Kantsperger. „Allen Helfern und Mitarbeitern möchte ich herzlich für ihren Einsatz danken.“ 

    Der Informationsabend am Donnerstag „Übertritt an die FOS 2019/2020“ findet wie geplant statt. Durch die großen Schneemengen wird allerdings die Parksituation wohl noch länger eingeschränkt bleiben.

    Pressemeldung CJD Berchtesgaden

    UPDATE, 16.51 Uhr - Aktuelle Lage Katastrophengebiet Traunstein

    Am Donnerstag waren im Landkreis Traunstein etwa 1.300 Kräfte im Einsatz: Feuerwehr: etwa 500
    Hilfsorganisationen: etwa 290 (u.a. Bayerisches Rotes Kreuz: 75, Malteser 50) Technisches Hilfswerk: etwa 200
    Bundeswehr: etwa 240
    Bayerische Polizei: etwa 40
    Der örtliche Schwerpunkt der Einsatzkräfte lag auch am Donnerstag auf der Gemeinde Reit im Winkl. Dort waren mehr als die Hälfte der Kräfte im Einsatz.

    Zur Lage in Sachen „Raiten/akute Lawinengefahr" gibt es keinen neuen Sachstand.

    Pressemeldung Landratsamt Traunstein

    UPDATE, 15.49 Uhr - Lawinenkomission untersucht die Schneeschicht

    Auch am Donnerstag bleibt die Lage im Schlechinger Ortsteil Raiten (Lkr. Traunstein) angespannt. Weil der 230-Seelen-Ort weiterhin akut vom Abgang einer Lawine bedroht ist, blieb es bei einem Betretungsverbot. Die Bewohner durften also auch am Donnerstag nicht zurück in ihre Häuser kehren. "Wir hatten schon immer Schnee, aber noch nie so ein Chaos", sagt eine genervte Anwohnerin.

    Am Mittag flogen Polizisten und Bergwacht der Lawinenkommission mit einem Bundeswehrhubschrauber zum Gipfel des Berges, wo sich die Lawine droht zu lösen. Sie entnahmen nach Angaben des Landratsamtes Schnee-Profilproben, um genau herausfinden zu können, mit welcher Konsistenz der Schnee vorhanden ist. Damit soll die tatsächliche Lawinengefahr bestimmt werden können. 

    Lawinenkomission untersucht mit Hubschrauber Schneeschicht in Raiten

    Derweil stellen sich die Rettungskräfte auf einen noch mehrtägigen Einsatz ein. Am späten Nachmittag sollen Bürocontainer angeliefert werden, in denen Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst einen mobilen Wachposten einrichten. Sie sollen als Anlaufpunkt für Anwohner dienen. Nach jetzigem Stand ist eine Sprengung der Lawine ausgeschlossen.

    FDL/Lamminger

    UPDATE, 15.15 Uhr - BGL14 und St2099 wieder freigegeben

    Das Landratsamt Berchtesgadener Land hat die Staatsstraße 2099 und Kreisstraße BGL 14 im Bereich Hintersee für den Verkehr mit sofortiger Wirkung wieder freigegeben.

    Nachstehende Sperrungen gelten nach wie vor:

    • B305: in beiden Richtungen zwischen den Abzweigen ST 2101 und B 21 (sogenannter Weinkaser) 
    • Kreisstraße BGL 19: in beiden Richtungen nach der Abzweigung CJD-Dürreck und Parkplatz Vorderbrand (Berchtesgaden)

    Alle aktuell gültigen Sperrungen von Gemeinde- bzw. Forststraßen, Rad-/Wander- und Gehwegen können Sie den jeweiligen Meldungen auf den Gemeinde-Websites entnehmen.

    Das Bürgertelefon (Telefon: +49 8651 773-153) am Landratsamt Berchtesgadener Land für Bürgerinnen und Bürger aus den K-Fall-Gemeinden ist am Donnerstag, 17. Januar 2019, von 8:30 Uhr bis 16:00 Uhr erreichbar.

    Pressemitteilung Berchtesgadener Land

    UPDATE, 14.50 Uhr - Polizei riegelt Raiten weiterhin ab

    Wie soeben eine Sprecherin des Landratsamtes Traunstein gegenüber chiemgau24.de erklärte, handelt es sich bei Raiten keineswegs um einen "Geisterort". 

    Richtig sei, dass sämtliche Häuser im Schlechinger Ortsteil geräumt und evakuiert wurden. Weiter heißt es aber, dass die Polizei das Areal abgeriegelt und bemüht ist, das Betretungsverbot einzuhalten. Man bittet Schaulustige eindringlich dem Ort fernzubleiben. 

    Wegen Lawinengefahr wurden die Bewohner des Dorfes am Mittwochmittag mitunter über Lautsprecher aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen. Betroffen sind zwischen 200 und 250 Menschen.

    UPDATE, 14.24 Uhr - Aktuelle Lage "Haus der Berge" und Klausbachtal

    Nationalparkverwaltung Berchtesgaden kann gute Neuigkeiten vermelden. Die schneebedingte Sperrung der Staatsstraße 2099 wurde am Donnerstag aufgehoben. Ab sofort ist das "Haus der Berge" auch wieder komplett geöffnet. Die Nationalpark-Informationsstelle Hintersee (das "Klausbachhaus") und die Wanderwege im Klausbachtal werden derzeit geräumt und sollen voraussichtlich am Freitag wieder geöffnet werden.

    Aufgrund der aktuellen Schneeverhältnisse mit möglichen Lawinenabgängen bittet die Nationalparkverwaltung trotzdem darum, alle Unternehmungen im Nationalpark Berchtesgaden mit äußerster Sorgfalt zu planen und stets den aktuellen Lawinenwarnbericht zu beachten.

    Dieser enorme Wintereinbruch war auch für die Wildtiere im Nationalpark eine besondere – und vor allem kräfteraubende – Herausforderung. Deshalb werden alle Skitourengeher und Schneeschuhwanderer bei ihren Unternehmungen gebeten,  unbedingt auf den offiziell ausgewiesenen Wegen und Routen zu bleiben. So können sich die wildlebenden Tiere ungestört von den Strapazen der letzten Tage erholen und müssen nicht unnötig viel Energie für die Flucht aufbringen.

    Pressemeldung Nationalparkverwaltung Berchtesgaden

    UPDATE, 13.30 Uhr - Betretungsverbot für Raiten

    Inzwischen ist es im Schlechinger Ortsteil Raiten ungewöhnlich still geworden. Nur noch die Polizei patroulliert auf den Straßen, um sicherzustellen, dass die Häuser vor Plünderungen geschützt werden. Das erklärte Traunsteins Landrat Siegfried Walch dem Bayerischen Rundfunk (BR).

    Unterdessen lobte Schlechings Bürgermeister Sepp Loferer das professionelle Vorgehen der Retter und das Verhalten der Bürger bei der Räumung. Viele Anwohner hätten Tränen in den Augen gehabt, als sie ihre Häuser verlassen mussten.

    UPDATE, 13.15 Uhr - BRK bleibt vsl. bis Sonntag im Einsatz

    Die Bergwacht im BRK und die BRK-Wasserwacht haben am Mittwoch ihren Einsatz beim Räumen von schneebedeckten Dächern im südlichen Landkreis beendet, da sich die Lage seit dem Ende der massiven Schneefälle zusehends entspannt. 

    Die BRK-Bereitschaften und das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) sind auch seit Donnerstagmorgen um 5 Uhr in der Früh mit insgesamt 29 Einsatzkräften aktiv, um die noch immer vielen hundert Helfer den ganzen Tag über mit Essen und Getränken zu versorgen, den Örtlichen Einsatzleiter (ÖEL) im Abschnitt Süd und die Sanitätseinsatzleitung (SanEL) mit Unterstützungsgruppe (UG-SanEL) zu stellen, wobei die Ehrenamtlichen heute auch im Schichtbetrieb durch Einsatzkräfte vom Roten Kreuz aus Altötting unterstützt werden. Der Einsatz soll noch bis voraussichtlich Sonntag dauern.

    UPDATE, 12.50 Uhr - War das "Schneechaos" wirklich ein Chaos?

    Seit inzwischen acht Tagen herrscht in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land der Katastrophenfall. Doch war das "Schneechaos" wirklich ein Chaos? Die Meinung unserer BGLand24.de-Reporterin Christine Stangassinger lesen Sie in deren Kommentar.

    UPDATE, 12.40 Uhr - Bundeswehr-Inspektor ist voll des Lobes

    Generalleutnant Jörg Vollmer, Inspekteur des Heeres zeigte sich bei einem Informationsbesuch im CJD Berchtesgaden auf der Buchenhöhe beeindruckt von der Zusammenarbeit von Bundeswehr, THW und Feuerwehr.

    "Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Zusammenarbeit hier klappt", betont Heeresinspekteur Generalleutnant Jörg Vollmer. Bei seinem Informationsbesuch auf der Buchenhöhe bei Berchtesgaden lobte er die reibungslose Koordination zwischen den Helfern von Technischem Hilfswerk, Feuerwehr und Bundeswehr. Zahlreiche fränkische Feuerwehreinheiten beteiligen sich an dem Einsatz in Berchtesgaden. Die in Katastropheneinsätzen bestens geschulten Profis würden die Soldaten sehr gut in den Einsatz einbinden und in den speziellen Maßnahmen anleiten. 

    Pressemeldung CJD Berchtesgaden

    UPDATE, 12.15 Uhr - Sudelfeld von Außenwelt abgeschnitten

    Das Skigebiet Sudelfeld ist bis mindestens Donnerstagabend von der Außenwelt abgeschnitten. Am Mittwochabend ging an der Sudelfeldstraße auf Höhe Lärcher eine Lawine ab und verschüttete die Straße. Die Lawine ist zirka 50 Meter lang und vier Meter hoch, wie das Landratsamt Miesbach mitteilte. Deswegen wurde die Straße von Bayrischzell aus gesperrt.

    Die Anfahrt über Brannenburg bzw. Oberaudorf ist gesperrt wegen Aufräumarbeiten. Dort liegen immer noch umgestürzte Bäume. Bis die Zufahrtslage geklärt und gesichert ist, bleibt das Skigebiet geschlossen.

    UPDATE, 12.10 Uhr - Experten: "Lage ist schwierig"

    Wie das Landratsamt Traunstein im Gespräch mit chiemgau24.de erklärte, werde derzeit gerade sichergestellt, dass die Menschen in den Notunterkünften mit gegebenenfalls notwendigen Medikamenten versorgt werden. 

    Eine Lawinensprengung ist jedoch nicht vorgesehen, da die Experten die Lage als schwierig einschätzen.

    Ortsteil Raiten evakuiert - Situation am Donnerstag

    UPDATE, 11.45 Uhr - Raiten wird "komplett abgeriegelt"

    Der Schlechinger Ortsteil Raiten ist nach wie vor komplett gesperrt. Wie ein Polizeibeamter vor Ort gegenüber chiemgau24.de erklärte, sollen in diesem Gebiet jetzt noch "verstärkt Einsatzkräfte herangezogen" werden, um sicherzustellen, dass der Ort wirklich "komplett abgeriegelt" werden kann.

    Derweil sind Experten der Bergwacht und der Lawinenkommission am Berg eingetroffen und prüfen derzeit die Beschaffenheit des Hanges und des Schnees, um weitere Aussagen zur Lawinengefahr und über das weitere Vorgehen treffen zu können.

    UPDATE, 11.20 Uhr - "Haben bis zu 200 Hilfskräfte im Haus"

    Dass man im Achental zusammenhält, zeigt auch die Hilfsbereitschaft an der Grund- und Mittelschule Unterwössen. Seit Sonntag dient das Schulgebäude als Notunterkunft für die Helfer. "Wir haben täglich so etwa 150 bis 200 Hilfskräfte im Haus", sagt Schulleiter Otto Manzenberger im Gespräch mit chiemgau24.de.

    Rund um Unterwössen ist die Lage nach wie vor ernst. Der Schlechinger Ortsteil Raiten wurde evakuiert. Wann die Menschen in ihre Häuser zurückkönnen, war am Donnerstagvormittag noch unklar.

    Alle Zufahrten nach Raiten wurden komplett abgeriegelt.

    UPDATE, 11.10 Uhr - BRK mit Unterstützung aus Österreich

    In den vergangenen Tagen wurden die Einsatzkräfte im Berchtesgadener Land durch Einsatzteams des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK), Landesverband Salzburg, tatkräftig in der Bewältigung der Schneemassen unterstützt. 

    "Bereits 2006, beim Einsturz der Eislaufhalle in Bad Reichenhall, unterstützte uns das ÖRK mit seinen Kräften. Wir sind auch jetzt wieder sehr dankbar für diese schnelle Nachbarschaftshilfe", sagte der Landesgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), Leonhard Stärk am Mittwoch beim Besuch in Ainring, wo auch die Salzburger Rotkreuzler seit Tagen bei der Einsatzkräfte-Verpflegung im großen Schnee-Katastropheneinsatz des Berchtesgadener Landes mithelfen.

    UPDATE, 10.20 Uhr - Lage im Berchtesgadener Land entspannt sich

    Auch das Landratsamt Berchtesgadener Land hat sich am Vormittag mit einer weiteren Pressemitteilung an die Öffentlichkeit gewandt:

    Die allgemeine Gefahrenlage im Katastrophenfall im Landkreis Berchtesgadener Land stellt sich am Donnerstag leicht entspannt dar. In den südlichen Gemeinden des Landkreises sind für die etwas mehr als 1.000 Hilfskräfte noch knapp 200 Dächer von der Schneelast zu befreien. Seit dem Beginn des Katastrophenfalls am 10. Januar sind bisher insgesamt 1.400 Dachanlagen vom Schnee abgeräumt worden, so dass für diese Gebäude keine akute Gefahr mehr besteht. Es müssen aktuell nur noch drei Straßenabschnitte von Bundes-, Staats- oder Kreisstraßen im Berchtesgadener Land wegen der immer noch bestehenden Lawinengefahr gesperrt bleiben.

    Die Gefahr von Lawinenabgängen ist aktuell unverändert groß. Unter Berücksichtigung der Wetterprognosen ist eine grundlegende Verbesserung der Lage noch nicht zu erwarten. Die Entwicklung der Schneelage und der Gefahrenlage wird von den örtlichen Lawinenkommissionen ständig geprüft und neu bewertet. 

    Es gibt derzeit noch folgende Straßensperrungen: 

    • B305: in beiden Richtungen zwischen den Abzweigen Staatsstraße 2101 und B21 (sogenannter Weinkaser) 
    • Staatsstraße 2099 und Kreisstraße BGL14: Bereich Hintersee wegen Lawinengefahr gesperrt 
    • Kreisstraße BGL 19: in beiden Richtungen nach der Abzweigung CJD-Dürreck und Parkplatz Vorderbrand (Berchtesgaden)

    Alle aktuell gültigen Sperrungen von Gemeinde- bzw. Forststraßen, Rad-/Wander- und Gehwegen können Sie den jeweiligen Meldungen auf den Gemeinde-Websites entnehmen.

    Pressemeldung Landratsamt Berchtesgadener Land

    UPDATE, 9.25 Uhr - Gewaltige Schneemassen am Wendelstein

    Am Wendelstein müssen gewaltige Schneemassen bewegt werden.

    Am Wendelstein müssen die Helfer Schwerstarbeit verrichten, um die Zahnradbahn in den nächsten Tagen wieder betriebsbereit zu bekommen. Am späten Mittwochnachmittag erreichten die Kollegen mit der Schneeschleuder die Galerie an der Reindler Scharte zwischen zweitem und drittem Tunnel und schilderten anschließend "Schneemassen wie Beton".
    Die Pistenraupen werden noch tagelang brauchen, um die Schneewachten am sog. Krematorium und am Hotelhang wegzuschieben. An der Bergstation der Wendelstein-Seilbahn half am Mittwoch zusätzlich die Bergwacht Leitzachtal beim Ausschaufeln.

    UPDATE, 8.20 Uhr - Lagebericht aus dem Landkreis Traunstein

    Das Landratsamt Traunstein hat sich am Morgen mit einer weiteren Pressemitteilung an die Öffentlichkeit gewandt:

    Der Ortsteil Raiten (Gemeinde Schleching) wurde am Mittwoch aufgrund akuter Lawinengefahr geräumt. Insgesamt sind im betroffenen Bereich 266 Personen gemeldet. Der größte Teil der betroffenen Menschen ist einstweilen bei Familienangehörigen, Freunden oder Bekannten untergekommen. Für alle anderen Betroffenen hat die Gemeinde Schleching vor Ort Unterkünfte organisiert. Unterbringungen in der Notunterkunft des Landratsamtes waren kaum notwendig.

    Auch die Tiere der von der Räumung betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe wurden am Donnerstag in den frühen Morgenstunden im Rahmen einer konzertierten Aktion der Landwirte mit dem Landratsamt aus der Gefahrenzone gebracht. Evakuiert wurden 80 Rinder, fünf Ziegen, ein Schaf, ein Pferd und ein Hase. Damit konnte eine Nicht-Versorgung der Tiere vermieden werden, sagte Landrat Walch in einem neuen Video-Statement.

    Pressemeldung Landratsamt Traunstein

    UPDATE, 7.15 Uhr - Offenbar Lawine am Sudelfeld abgegangen

    Am Sudelfeld ist auf Bayrischzeller Seite im Landkreis Miesbach am Mittwochabend offenbar eine Lawine abgegangen und soll eine Zufahrtsstraße Richtung Skigebiet verschüttet haben. Das berichtet "B5 aktuell" im Radio. Genaue Informationen zum Ausmaß der Lawine liegen derzeit nicht vor. Verletzt wurde offenbar aber niemand.

    Zudem sollen im Laufe des Donnerstags weitere kontrollierte Lawinensprengungen durchgeführt werden. Deswegen wurde die B307 von Bayrischzell Richtung Tatzelwurm gesperrt.

    UPDATE, 7 Uhr - Zugverkehr im Oberland normalisiert sich

    Der Zugverkehr im Oberland kehrt immer mehr zur Normalität zurück. Es gibt dennoch aber noch einige Behinderungen und Störungen.

    München - Lenggries:

    Die Strecke wird laut BOB im Pendelverkehr bedient. Abfahrt in München um XX:04 Uhr, Abfahrt in Lenggries um XX:47. Die Zeiten sind infrastrukturbedingt: Da die Fahrzeuge nicht in Schaftlach kreuzen können, können die Verspätungen aktuell nicht abgebaut werden.

    München - Holzkirchen - Tegernsee:

    Die Strecke Tegernsee – Schaftlach wird im Pendel bedient: Abfahrt in Tegernsee um XX:52 Uhr, Abfahrt in Schaftlach um XX:48 Uhr. Zur Weiterfahrt in Richtung München ist in Schaftlach umzusteigen.

    Holzkirchen - Bayrischzell:

    Der Streckenabschnitt Schliersee - Bayrischzell ist aktuell und bis auf weiteres witterungsbedingt gesperrt. Die Bayerische Oberlandbahn setzt Busse im Schienenersatzverkehr ein. Die Abfahrtsorte des SEV-Busses kann aus nachfolgender Skizze entnommen.

    Vor allem der Verkehr auf der Strecke Holzkirchen - Bayrischzell ist weiter beeinträchtigt.

    UPDATE, 6.45 Uhr - Lage in Raiten ist "brandgefährlich"

    Auch nach der Evakuierung des Schlechinger Ortsteils Raiten bleibt die Situation dort extrem gefährlich. Es ist völlig unklar, wann die 230 betroffenen Menschen in ihre Häuser zurückkehren werden können. Diese hatten die Nacht entweder bei Freunden, Bekannten oder in einer Notunterkunft verbracht. Es wurde für das Gebiet sogar ein Betretungsverbot durch den Landkreis Traunstein ausgesprochen. Dieses gilt neben Raiten auch für den Bereich Seehaus.

    Landrat Siegfried Walch sprach in einem Videostatement von einer "brandgefährlichen Situation". Die Experten hätten nach Erkundungsflügen am Mittwoch festgestellt, dass eine mögliche Staublawine in diesem Bereich ein Potenzial von 400 km/h hätte. Sogar Einsatzkräfte dürfen das Gebiet derzeit nicht betreten. "Respektieren Sie bitte unbedingt dieses Betretungsverbot", appellierte Walch eindringlich.

    "Leider können wir noch nicht sagen, wie sich dort die Lage am Donnerstag oder in den nächsten Tagen entwickeln wird. Wir versuchen alles zu tun, dass die Sicherheit gewährleistet wird und die Leute gut untergebracht sind", so Walch, der allerdings keine Prognose abgeben wollte, wann die Menschen in ihre Häuser zurückkehren können.

    Evakuierung in Raiten in vollem Gange

    Ansonsten scheint sich die Lage langsam, aber sicher endlich zu bessern. In Inzell, Reit im Winkl und Winklmoos gäbe es zwar noch viele Aufträge abzuarbeiten, doch im restlichen Landkreis könne man sonst eine deutliche Entspannung der Lage feststellen, so Walch.

    UPDATE, 6.40 Uhr - Schulausfälle im Landkreis Traunstein

    Um Freiraum für die Arbeit der Einsatzkräfte im südlichen Landkreis Traunstein zu schaffen, entfällt an allen Schulen südlich der Linie Chieming-Nußdorf der Unterricht (dies gilt größtenteils auch für Freitag, 18. Januar). 

    Betroffen sind folgende Schulen:

    • Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule Traunstein 
    • Grundschule Grabenstätt 
    • Grundschule Haslach 
    • Grundschule Surberg 
    • Ludwig-Thoma-Grundschule Traunstein 
    • Montessori-Schule Traunstein 
    • Grund- und Mittelschule Grassau 
    • Montessori-Grundschule Grassau 
    • Montessori-Mittelschule Grassau 
    • Grund- und Mittelschule Unterwössen 
    • Grundschule Marquartstein 
    • Franz-von-Sales-Schule Niedernfels 
    • Grundschule Schleching 
    • Grundschule Übersee 
    • Grundschule Reit im Winkl 
    • Grund- und Mittelschule Siegsdorf 
    • Grundschule Bergen 
    • Grund- und Mittelschule Ruhpolding 
    • Grundschule Inzell 
    • Grundschule Vachendorf 
    • Grundschule Nußdorf 
    • Grund- und Mittelschule Chieming 
    • St. Valentins-Schule Ruhpolding

    An allen anderen Schulen des Schulamtsbezirks Traunstein findet regulärer Unterricht statt.

    Gemäß aktueller Mitteilung des Katastrophenschutzes wurde für die Schulen im südlichen Landkreis Traunstein ein weiterer Schulausfall für Donnerstag und Freitag beschlossen

    Dies betrifft konkret folgende weiterführende und berufliche Schulen sowie das SFZ Traunstein:

    • Reiffenstuel Realschule Traunstein
    • Annette-Kolb-Gymnasium Traunstein
    • Chiemgau-Gymnasium Traunstein
    • Staatl. Berufsschule I Traunstein
    • Staatl. Berufsschule II Traunstein
    • Berufliches Schulzentrum Traunstein (BS III) 
    • Landwirtschaftsschule Traunstein 
    • Staatliche FOS/BOS Traunstein Schule an der Traun 
    • SFZ Traunstein 
    • Wirtschaftsschule Dr. Kalscheuer 
    • Mädchenrealschule Sparz 
    • Landschulheim Marquartstein 
    • Achental-Realschule Marquartstein

    Weitere Informationen gibt es auch auf der Website des Bayerischen Kultusministeriums.

    UPDATE, 6.20 Uhr: Straßensperrungen in der Region

    Wie aus den Verkehrsmeldungen von bayerninfo.de und dem Lawinendienst für Bayern zu entnehmen ist, sind derzeit folgende Straßen gesperrt:

    Landkreis Traunstein:

    • Ruhpolding - B305: Seehaus - Seegatterl 
    • B307 - Kössen - Marquartstein: zwischen Grenzübergang Schleching und Geisenhausen in beiden Richtungen gesperrt, Lawinengefahr (bis 18.01.2019)
    • B305 - Reit im Winkl - Bernau: zwischen Reit im Winkl und Unterwössen in beiden Richtungen Lawinengefahr (bis Donnerstag, circa 16 Uhr) - Fahrtrichtung Reit im Winkl nur für Anlieger und Lieferanten erlaubt, Fahrtrichtung Unterwössen frei befahrbar
    • B305/Staatsstraße 2364: Kössen Richtung Bernau, zwischen Grenzübergang Reit im Winkl und Reit im Winkl Lawinengefahr

    Landkreis Berchtesgadener Land:

    • B305: Schneizlreuth - Abzweig, Staatsstraße 2101 
    • Schönau a.K. Gotzental ab Parkplatz Hinterbrand
    • B305 Berchtesgaden - Bernau, zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl in beiden Richtungen gesperrt, Lawinengefahr (Kein Skibetrieb im Bereich Winkelmoosalm)

    Landkreis Miesbach:

    • Bayrischzell B307; Höhe Wendelsteinkeller bis zum Parkplatz Kotz 
    • Bayrischzell von Wildfeldalm bis Rotwandhaus 
    • Schliersee Spitzingsattel - Obere Firstalm (Trautweinweg) 
    • Schliersee Waitzinger Alm - Valepp (Valepperstraße) 

    Raiten evakuiert - Zusage für Biathlon

    Die Skizze der Polizei zeigt das von der Lawine bedrohte Gebiet.

    Am Mittwochabend gab das Landratsamt Traunstein bekannt, dass der Biathlon-Weltcup am Donnerstag wie geplant stattfinden könne. Bis zuletzt hatten Fans gebangt: Durch fehlende Sicherheitskräfte und den aktuellen Katastrophenfall im Landkreis stand der Wettkampf lange auf der Kippe. Außerdem musste der Schlechinger Ortsteil Raiten evakuiert werden.

    Für den Donnerstag gibt der Lawinenwarndienst Bayern noch keine Entwarnung. In den Alpen besteht weiterhin oberhalb der Waldgrenze starke Lawinengefahr. Auch große Lawinen sind nach wie vor möglich. Tendenziell soll die Triebschneesituation sich aber wetterbedingt in den nächsten Tagen weiter entspannen. 

    Quelle: rosenheim24.de

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