Fels bricht aus, sechs Sicherungen lösen sich

An der Wartsteinwand 40 Meter in die Tiefe gestürzt: Slowenischer Star-Kletterer (24) stirbt

Retter im Einsatz
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Star-Kletterer Luka Šinkovec stürzte in den Tod

Schneizlreuth - Am Freitagnachmittag, 31. Juli, ereignete sich an der Wartsteinwand auf der Nordseite der Reite Alpe ein tragischer Unfall: Ein 24-jähriger Slowene stürzte in den Tod. Laut „bild.de“ handelte es sich um den slowenischen Star-Kletterer Luka Šinkovec.

Update, 3. August, 14.20 Uhr - Verunglückter war slowenischer Star-Kletterer Luka Šinkovec


Wie die „Bild-Zeitung" berichtet, handelt es sich bei dem am vergangenen Freitag tödlich verunglückten Slowenen um den Star-Kletterer Luka Šinkovec. Der Verstorbene galt als einer der besten Kletterer seines Landes, er war Mitglied des Bergsteigerclubs Rinka Upper Savinja. Šinkovec wollte die Wartsteinwand - sie hat den Schwierigkeitsgrad 7 - erklimmen. Die Route gilt als anspruchsvoll, Bolzen müssen selbst angebracht werden.

Gegen 13.45 brach ein Stück Fels ab, der Kletterer stürzte 40 Meter ins Seil und riss alle sechs bereits angebrachten Sicherungen aus der Wand. Schließlich prallte er mit seinem Kopf gegen die Felswand und zog sich dabei die tödlichen Verletzungen zu.


Wie die „Bild“-Zeitung weiter ausführt, war Šinkovec auf einer Fortbildungstour in Berchtesgaden. Laut dem Mitorganisator Matjaz Serkezi gehörte der Techniker und Waldarbeiter zur auch zur slowenischen Nationalmannschaft. Šinkovec habe bei seinem Vater gelebt - dieser habe erst vor kurzem seine Frau verloren. Noch am Montag soll der Verstorbene in seine Heimat gebracht werden.

Erstmeldung:

Der Slowene war zusammen mit einem Freund in der neuen Kletterroute Mixed Arts (Schwierigkeitsgrad 7), dort muss man sich zum größten Teils selbst absichern, unterwegs. Plötzlich, kurz vor dem nächsten Standplatz, brach offenbar ein Stück Fels aus. Der Mann stürzte deshalb 40 Meter ins Seil und riss alle sechs zuvor angebrachten Sicherungen aus der Wand. Am Ende prallte er wohl mit seinem Kopf gegen die Felswand und erlitt schwerste Verletzungen.

Sein Kamerad setzte sofort den Notruf ab. Um 13.45 Uhr schickte die Leitstelle Traunstein die Bergwachten Bad Reichenhall und Teisendorf-Anger, den Ruhpoldinger Bergwacht-Notarzt und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ los. Die Einsatzkräfte konnten weder den Verletzten noch den Seilpartner in der senkrechten und stellenweise überhängenden Wand per Helikopter direkt erreichen, weshalb „Christoph 14“ mit dem langen Rettungstau zwei Bergretter auf einem Felsband knapp unterhalb des Verletzten und vier weitere Bergretter auf einem Band oberhalb der Seilschaft absetzte.

Oberjettenberg: Tragischer Kletterunfall endet tödlich

Die Einsatzkräfte ließen einen Retter rund 100 Meter tief am 200-Meter-Dyneema-Seil am Seilpartner vorbei bis zum Patienten und dann mit dem Patienten weiter bis zum unteren Felsband ab, wo die beiden zuvor abgesetzten Bergretter bereitstanden. In einer fliegerischen Meisterleistung schaffte es der Pilot, den 24-Jährigen von dort aus mit einem Bergretter per Tau abzuholen und zum Landeplatz der Wehrtechnischen Dienststelle Oberjettenberg auszufliegen. Dort wartete bereits ein Helikopter-Notarzt und der Bergwacht-Notarzt.

Doch die Rettung kam zu spät. Die Experten konnten leider nur noch den Tod des jungen Mannes feststellen. Die genaueren Umstände werden durch einen Polizeibergführer der Polizei Berchtesgaden ermittelt.  Die Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß“ flog die Wand zur Unfallaufnahme ab.

Einsatz zieht sich über vier Stunden

Der unverletzte Seilpartner konnte sich selbst abseilen und zu den beiden Bergrettern aufsteigen; „Christoph 14“ holte ihn und die beiden Retter dann mit dem kurzen Rettungstau ab und direkt danach die drei Bergretter am oberen Felsband, die in der Zwischenzeit die Abseilstrecke wieder abgebaut hatten. Die Reichenhaller Bergwacht tankte „Christoph 14“ während des Einsatzes mit dem Kerosinanhänger wieder auf.

An dem Einsatz, der sich über vier Stunden hinzog, waren 16 Bergwachtkräfte zusammen mit dem Kriseninterventionsteam und drei Polizeibeamte beteiligt. Der junge Mann war Mitglied einer slowenischen Alpinistengruppe, die sich zur Zeit zur Aus- und Fortbildung im hiesigen Bereich aufhält. Sein Seilpartner und die anderem Mitglieder der Gruppe wurden durch das Kriseninterventionsteam im Anschluss betreut.

Polizeipräsidium Oberbayern Süd/BRK Berchtesgadener Land/ mz

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