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Schweres Zugunglück in Tschechien: Rund 30 Verletzte, mehrere Tote - Zug startete in Deutschland

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Besitzerin spricht über Tierdrama in Schwarzach

Weitere Kuh an inneren Verletzungen verendet - Schuld sind Umweltsünder

Schwarzach - Es ist ein Vorfall, der wütend macht: Umweltsünder haben in Schwarzach im Landkreis Straubing-Bogen Metalldosen achtlos in ein Feld geworfen. Metallsplitter landeten schließlich im Heu - zwei Kühe mussten bereits sterben. rosenheim24.de hat mit der Betreiberin gesprochen. 

Update, 23. Juni, 9.54 Uhr - Weitere Kuh musste sterben

Im Gespräch mit rosenheim24.de berichtet Irina Primbs, die zusammen mit ihrem Mann Gerhard Primbs den Betrieb leitet, dass eine weitere Kuh wegen den Metallteilchen ihr Leben lassen musste: "Ginny", jene Kuh, die gerade erst gekalbt hatte, musste am Montag eingeschläfert werden, um ihr weitere Qualen zu ersparen. Und zwei weitere Tiere zeigten jene Symptome, die zum Tod von "Fillipa" und "Ginny" führten. 


Wie die Betreiberin ausführt, hätten unbedachte Personen schon immer Müll aus dem Auto auf die Felder geworfen. Nur zu oft handle es sich dabei um Müll, welcher nach einem Besuch bei Fast-Food-Ketten anfalle. Zunächst habe es sich "nur" um Plastik- oder Papiermüll gehandelt. Seit Fast-Food-Ketten aber begonnen hätten, auch Getränke in Aludosen anzubieten, habe sich die Problematik mit den Metallteilchen ergeben.

Frau Primbs weiß auch, dass mehrere Landwirte mit dieser Problematik zu kämpfen hätten, die auf ihrem Hof gestorbenen Tiere seien nicht die ersten. Allerdings würden nur wenige den Gang an die Öffentlichkeit wagen - zu groß sei in vielen Fällen die Scham beziehungsweise Ängste vor der Meinung der Öffentlichkeit. Schließlich habe sich das Bild der Landwirtschaft in den letzten Jahren leider gewandelt, und die Befürchtung, als schlechter Tierhalter dazustehen, schwinge da bei vielen mit. 


Das Leid der Tiere macht ihr merkbar zu schaffen. Kühe, erklärt sie, seien echte, aber stille Kämpfer - "die sterben nicht einfach". Über Wochen könne sich der Todeskampf einer Kuh ziehen, selbst wenn die Lunge oder der Herzbeutel aufgrund der Entzündungen Fibrin aufwiesen, stünden sie noch auf. 

Sie hofft aufgrund der Berichterstattung nun auf einen Bewusstseinswandel. Sei es, dass die Menschen den Müll nicht mehr auf die Wiesen werfen würden - oder dass Bürger, die den Müll zufällig sähen, diesen von den Feldern nehmen würden, um den Tieren die Qualen zu ersparen. 

Anzeige bei der Polizei hat die Familie wegen den nunmehrigen Fällen keine erstattet. Zwar sei man mit der Polizei in Kontakt gewesen. Allerdings ist es sehr wahrscheinlich, dass die Anzeige gegen unbekannt eingestellt würde. 

Vorbericht:

Wütend und traurig hinterlässt den Leser die Lektüre eines Facebook-Posts der Betreiber eines landwirtschaftlichen Betriebs aus Niederbayern. Elendig musste eine der Kühe der Familie Primbs zugrundegehen. Einfach nur deshalb, weil rücksichtslose Menschen nicht dazu bereit waren, ihren Müll ordentlich zu entsorgen. 

Angefangen hat alles vor knapp drei Wochen. Vom einen Tag auf den nächsten gab Kuh "Fillipa" keine Milch mehr. Die Landwirte standen vor einem Rätsel. Der Zustand der Kuh verschlechterte sich mehr und mehr. Längst war klar, dass es sich um keine vorübergehende Krankheitserscheinung handelte. Fillipa rang mit dem Tode. 

Filipa und ihr Baby starben

Vor zwei Wochen endete das Martyrium des Lebewesens, und Fillipa sowie das Baby in ihrem Bauch starben. Liebevoll haben die Besitzer eine erblühte Rose auf den leblosen Körper der Kuh gelegt. Ein letztes Abschiednehmen vom geliebten Tier. Wie es aussieht, wird es nicht der letzte Abschied bleiben, den sie in diesen Tagen von einer ihrer Kühe nehmen müssen. 

Denn auch die Kühe "Ginny" - die gerade eben erst gekalbt hatte - und "Rudini" zeigen die selben Symptome wie Fillipa zu Beginn. Die beiden Kühe werden ebenfalls mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sterben. 

Die Bauersleute machte sich auf die Suche nach der Ursache. Im Heu schließlich sollten sie fündig werden: Winzige Metallteile, rasiermesserscharf, kosteten Filipa das Leben. Einst als Dosen, als Müll rücksichtslos im Feld entledigt, brachten sie, zusammen mit dem Heu gepresst und zerkleinert, den qualvollen Tod. Drastisch beschreibt die Familie im Facebook-Post, wie die gutmütigen Wiederkäuer von innen regelrecht aufgeschlitzt wurden - wieder und immer wieder: "Die Kühe fressen es mit, wenn sie es nicht merken. Die Teile zerschneiden die Kuh von innen und zerstören auf ihrer Wanderung durch ihren Körper alles. Die Kühe gehen elendig zugrunde. Meistens an einer Bauchfellentzündung, weil sich durch das Loch im Pansen der Futterbrei und die Pansensäure in die Kuhinnereien ergießt. Oder die scharfen Splitter durchtrennen Adern oder wandern in die Lunge."

Bauer mit verzweifeltem Appell

Die Bauersleute klagen an: "Es ist so einfach, oder? Red Bull getrunken, im Auto Fenster auf, rausgeworfen. Katzenfutterdose? Brauch ich nimmer- weggeworfen. Aluminium ist aber nicht magnetisch! Wir haben am Häcksler und am Mähdrescher, an der Strohpresse Sicherheitsmagnetschalter, die sofort stoppen, wenn sie etwas Magnetisches erwischen. Aluminiumdosen erkennt er nicht."

Die Trauer, aber auch die Wut sind den Worten anzumerken: "Du dreckata Brunzkopf - einer von Euch hat nun mindestens eine von unseren tollen Kühen auf dem Gewissen, die wegen Euch grausam verrecken musste. Sie wollte aber leben, denn sie ist bis zuletzt gelaufen und hat gefressen!"

Letztlich richtet die Familie einen verzweifelten Appell an die Menschen: "Muss das denn sein?? Kann man nicht seinen Abfall in einem Mülleimer werfen und nicht in die Natur? Ihr beschwert Euch über fehlendes Tierwohl und sinniert darüber, was der Landwirt alles besser machen könnte- kehrt aber vor der eigenen Haustüre nicht." Es bleibt zu hoffen, dass der Appell nicht ungehört bleibt. 

dp

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Facebook/Fleckviehzucht Primbs

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