Als "Hassmusiker" bezeichnet

Sommerfestival: Grüne Jugend fordert Ausschluss von Xavier Naidoo

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Rosenheim - Die Grüne Jugend Rosenheim fordert in einer Pressemitteilung, Xavier Naidoo vom Sommerfestival auszuschließen.

Viele freuen sich bereits auf das Sommerfestivals in Rosenheim. Der Festivalpass war Anfang Dezember in Rekordzeit ausverkauft. Doch nun gibt es Kritik an einem der auftretenden Künstler. Die Grüne Jugend fordert in einer Pressemitteilung den Ausschluss von Xavier Naidoo.

Naidoos musikalische Texte und öffentliche Auftritte seien "voll von Verschwörungstheorien, antisemitischen Äußerungen, aber auch Homophobie, expliziten Hassbotschaften und der Reichsbürger-Bewegung nahen Äußerungen." Das alljährliche Sommerfestival sei auch überregional sehr geschätzt und sollte somit auf keinen Fall zu einer Bühne für Hassbotschaften werden, so die Grüne Jugend.

Die Pressemitteilung der Grünen Jugend im Wortlaut:

Am Donnerstag, den 19. Januar 2017, besuchte Katharina Schulze, Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, den Kreisverband der Grünen Jugend Rosenheim. Dort gab sie einen Einblick in die Entwicklung rechtsextremer Einstellungen und rechtsmotivierter Gewaltdelikte in den letzten Jahren im Freistaat.

„Besonders besorgniserregend“, so Katharina Schulze, sei dabei, dass die Zahl der Opfer rechtsextrem motivierter Gewaltdelikte in den letzten Jahren massiv ansteige. Ein Problem liege in der zunehmenden Vernetzung der rechten Szene. Während die NPD, wie auch vom Bundesverfassungsgericht festgestellt, zunehmend an Bedeutung verliere, vernetzten sich der völkisch-nationale AfD-Landesverband Bayern, Der III. Weg, Die Rechte, die Identitäre Bewegung und Pegida zunehmend in Deutschland.

So gab es im Jahr 2015 allein in Bayern 77 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte, im ersten Quartal des Jahres 2016 schon 45. Außerdem wurden 2015 ganze 886 Einschüchterungsversuche und Bedrohungen gegenüber Personen, die nicht in das menschenverachtende Bild der Hetzer passen, gemeldet. Als Konsequenz müssen zivilgesellschaftliche Initiativen finanziell besser von der Landesregierung gefördert und Antidiskriminierungsstellen vor allem im ländlichen Raum ausgebaut werden. Auch stellt sich immer mehr heraus: Rassistische und antidemokratische Tendenzen ziehen sich durch alle gesellschaftlichen Schichten. Deshalb müssen schulische und außerschulische Programme für Demokratiebildung und Toleranz ausgebaut werden.

Gerade im Landkreis Rosenheim ist in diesem Bereich noch viel zu tun. So muss beispielsweise verhindert werden, dass das Rosenheimer Sommerfestival zu einem Ort der Diskriminierung und fehlender Toleranz wird. Auf diesem Event soll nämlich, als Teil der Söhne Mannheims, der Reichsbürger-Sympathisant Xavier Naidoo auftreten. Dessen musikalische Texte und öffentliche Auftritte sind voll von Verschwörungstheorien, antisemitischen Äußerungen, aber auch Homophobie, expliziten Hassbotschaften und der Reichsbürger-Bewegung nahen Äußerungen. Das alljährliche Sommerfestival wird auch überregional sehr geschätzt und sollte somit auf keinen Fall zu einer Bühne für Hassbotschaften werden.

Die Grüne Jugend Rosenheim fordert deshalb, den Hassmusiker Xavier Naidoo von der Veranstaltung auszuschließen. Weitere Schritte zu einer offeneren und toleranteren Gesellschaft müssen folgen. So braucht es eine regionale Antidiskriminierungsstelle in Rosenheim für Menschen, die Opfer rassistischer Gewalttaten geworden sind, sowie den Ausbau von Programmen für Demokratiebildung und Toleranz.

Pressemitteilung Grüne Jugend Rosenheim

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Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa/Grüne Jugend Rosenheim (Montage)

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