Schneechaos in der Region

Bilanz Operation Schnee: 220.000 Quadratmeter Dachfläche von Schneemassen befreit 

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Immer noch meterhohe Schneemauern türmen sich neben den Straßen.
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  • Martina Hunger
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Landkreise - Auch am Freitag hatten die Einsatzkräfte vor allem im südlichen Teil des Chiemgaus und des Berchtesgadener Landes noch einiges an Arbeit wegen des Schnees. In der Nacht auf Samstag wurde dann der Katastrophenfall für den Landkreis Traunstein aufgehoben. Am Samstagmittag hat auch der Landkreis Berchtesgadener Land nachgezogen.

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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Katastrophenfall in allen Landkreisen beendet (Samstag, 12 Uhr) 
  • Biathlon-Weltcup in Ruhpolding kann weiterhin stattfinden 
  • Sperrung für den Ortsteil Raiten bei Schleching aufgehoben

UPDATE, 17.39 Uhr - Pressemeldung Gebirgsjägerbirgade 23

Die Schneelage hat sich in Südbayern weiter entspannt. Daher wurde der Katastrophenfall gestern um Mitternacht im Landkreis Traunstein und am Samstag um 12 Uhr im Landkreis Berchtesgadener Land aufgehoben. Die meisten am Hilfseinsatz beteiligten Soldaten sind bereits wieder an ihren Heimatstandorten oder gerade auf dem Weg zu diesen. Um dennoch für Notfälle vorbereitet zu sein, verbleibt noch eine Reserve von 40 Soldaten des Gebirgspionierbataillons 8 aus Ingolstadt mit schwerem Räumgerät sowie knapp 20 Sanitätskräfte am Standort Bad Reichenhall. Auch ein Lawineneinsatzzug wird beim Gebirgsjägerbataillon 232 in Bischofswiesen noch in Bereitschaft gehalten. Das Krisenreaktionszentrum der Gebirgsjägerbrigade 23 bleibt bis Montag noch rund um die Uhr besetzt.

Bilanz der Operation  Schneelage 

Bis zu 2.500 Soldaten und zivile Mitarbeiter der Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“ und weiterer Verbände der Bundeswehr beteiligten sich am Katastropheneinsatz seit dem 10. Januar oder standen in Bereitschaft. Die Gebirgssoldaten wurden dabei von Verbänden der Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“, vom Informationstechnikbataillon 293 aus Murnau, vom Ausbildungsstützpunkt Gebirgs- und Winterkampf aus Mittenwald, von diversen Sanitätskräften sowie den Reservisten der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte am Boden und auf den Dächern unterstützt. Die Kreisverbindungskommandos des Landeskommando Bayern hielten die Verbindung zu Landratsämtern, deren Krisenstäben und zivilen Hilfsorganisationen. Soldaten der Deutsch-Französischen Brigade standen in Bereitschaft. 

Hilfe aus der Luft kam vom Hubschraubergeschwader 64 der Luftwaffe aus Laupheim sowie von den Heeresfliegern des Transporthubschrauberregiments 30 aus Niederstetten. Die Soldaten unterstützten die zivilen Hilfskräfte vor allem bei der Räumung von Schneelasten und befreiten mehr als 220.000 Quadratmeter Dachfläche von den Schneemassen, was rund 30 Fußballfeldern entspricht. Die eingesetzten Pionierkräfte räumten 13 Kilometer Straße und transportierten dabei ungefähr 4.000 Tonnen Schnee ab. Diverse Versorgungsfahrten mit geschützten Fahrzeugen, mehrere Erkundungs- und Transportflüge sowie Lawinensprengungen ergänzten die Hilfeleistungen. 

Die beteiligten Sanitätskräfte betreuten medizinisch nicht nur Soldaten, sondern unterstützen in einigen Fällen auch die öffentliche medizinische Versorgung. Soldaten und zivile Mitarbeiter versorgten die eigenen Kräfte mit einigen zehntausend Mahlzeiten, stellten für mehrere hundert Soldaten Notquartiere zur Verfügung und gewährleisteten unzählige Personen- und Materialtransporte. Die eingesetzten Stäbe bearbeiteten und koordinierten eine Flut von Hilfsanträgen und Hilfsmaßnahmen. Einige hundert Fahrzeuge und schweres Pioniergerät waren im Einsatz.

Pressemeldung Gebirgsjägerbirgade 23

UPDATE, 16.03 Uhr - Wieder Skibetrieb auf der Winklmoos-Alm

Seit Freitag fahren auch auf der Winklmoos-Alm bei Reit im Winkl nach den großen Schneefällen wieder die Lifte. Die Zufahrt für die Skifahrer besteht mit der Gondel von Seegatterl aus. 

Für die Anwohner besteht seit Samstag auch wieder die Möglichkeit, über die jetzt wieder geräumte Winklmoosstraße zu fahren. Die Schneehöhen betragen derzeit auf der Winklmoos-Alm 270 Zentimeter und im Reit im Winkler Tal 120 Zentimeter.

Wanderwege und Loipen auf der Winklmoos-Alm und im Tal sind zum Teil in Betrieb.

Traumhafte Bedingungen für Skifahrer.

UPDATE, 15.02 Uhr - Region atmet auf

Eine ganze Region atmet auf. Nach dem tagelangen und unermüdlichen Kampf gegen die Schneemassen und der Ungewissheit für viele Bürger erklärte Landrat Georg Grabner den Katastrophenfall im Landkreis Berchtesgadener Land für beendet. Auch die Freiwilligen Feuerwehren zeigen sich erleichtert. Nach den extremen Schneefällen beruhigte sich in den vergangen Tagen die Wetterlage und so konnte sich auch die allgemeine Lage entspannen. 

UPDATE, 12.40 Uhr - Pressemitteilung Landratsamt BGL

Für ihren tagelangen, unermüdlichen Einsatz dankte Landrat Grabner den rund 12.000 Einsatzkräften aus dem Berchtesgadener Land und den vielen Helferinnen und Helfern aus ganz Bayern, aus anderen Bundesländern und dem benachbarten Land Salzburg für deren Hilfe und Unterstützung. Landrat Georg Grabner: "Durch diese immense Gemeinschaftsleistung der verschiedensten Einsatz- und Hilfsorganisationen, die auch den sehr hohen Koordinierungsaufwand untereinander hervorragend bewältigt haben, konnten der Landkreis Berchtesgadener Land und seine Bürgerinnen und Bürger vor möglichen großen Schäden für Mensch und Sachgüter bewahrt werden." 

Die Einsatzkräfte und die Helferinnen und Helfer wurden in deminsgesamt zehn Tage andauernden Katastrophenfall von der Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landratsamt und den Örtlichen Einsatzleitungen koordiniert und von den Feuerwehren, der Bundeswehr, dem THW (inklusive den Baufachberatern), der Bundespolizei, der Bayerischen Polizei, dem BRK, dem Malteser Hilfsdienst, der Wasserwacht, der Bergwacht, den Lawinenkommissionen, den betroffenen Landkreisgemeinden (vor allem mit ihren Bauhofmitarbeitern), den staatlichen Behörden mit den Straßenmeistereien, der Integrierten Leitstelle Traunstein und dem Landratsamt Berchtesgadener Land mit den spezifisch betroffenen Fachbereichen gestellt. Ein besonderer Dank gilt auch den Arbeitgebern, die die ehrenamtlichen Hilfskräfte trotz vielfach voller Auftragsbücher von der Arbeit freigestellt haben sowie den Familienangehörigen für ihr Verständnis.

Im Einsatzzeitraum wurden mehr als 1.550 Dächer, insbesondere von Privatgebäuden, von den gewaltigen Schneelasten befreit. Sehr zeit- bzw. einsatzintensiv waren auch große öffentliche Gebäude mit ihren großen Dachanlagen. Für besorgte Bürgerinnen und Bürger wurde am Landratsamt ein Bürgertelefon mit bis zu vier Anrufleitungen eingerichtet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nahmen im gesamten Zeitraum ca. 3.400 Anrufe entgegen, beantworteten dabei Fragen und leiteten die Bitten von Hauseigentümern bezüglich der Räumung der Dächer an die Örtlichen Einsatzleitungen weiter.

Um die Öffentlichkeit und die Medien stets über den aktuellen Stand zu informieren, veröffentlichte die Pressestelle des Landratsamts insgesamt 33 Pressemitteilungen. Diese Informationen, die unter anderem auch über die aktuell gültigen Straßensperrungen informierten, wurden zeitgleich auch auf der Internetseite des Landratsamts Berchtesgadener Land www.lra-bgl.de eingestellt. Die Meldungen „Aktuelles zum Katastrophenfall im Landkreis“ wurden dabei insgesamt rund 30.000 Mal abgerufen.

Pressemeldung Landkreis Berchtesgadener Land

UPDATE, 12.20 Uhr - Katastrophenfall auch im BGL beendet

Landrat Georg Grabner erklärte am Samstag um 12 Uhr den Katastrophenfall im Landkreis Berchtesgadener Land für beendet. Das teilte das Landratsamt mit. Damit ist in allen Landkreisen in Bayern der Katastrophenalarm beendet.

UPDATE, 9.10 Uhr - Landrat Walch dankt Einsatzkräften

Seit Mitternacht gilt im Landkreis Traunstein nicht mehr der Katastrophenfall. Landrat Siegfried Walch hat am Abend bei einer letzten Besprechung des Führungsstabes die Gelegenheit genutzt, sich bei allen Helfern ausdrücklich zu bedanken. Das entsprechende Video dazu wurde auf Facebook gepostet.

"Jede Einzelne von euch hat Wahnsinniges geleistet", sagte Walch, was selbstverständlich nicht nur für die Leute des Führungsstabes, sondern natürlich auch für alle Helfer vor Ort gelte. Insgesamt waren im gesamten Landkreis 10.084 Hilfskräfte eingesetzt, in der Spitze über 2.000 pro Tag. Diese vielen Leute zu koordinieren, sei sehr viel Arbeit und auch sehr stressig, erklärte Walch.

Besonders dankte der Landrat dem Kreisbrandrat und allen Einsatzleitern. "Es waren oft keine einfachen Entscheidungen, die zu treffen waren", sagte Walch und nannte als Beispiele die Evakuierung des Schlechinger Ortsteils Raiten. Inzwischen konnten die Menschen dort in ihre Häuser zurück. Besonders positiv hob Walch hervor, dass während aller Einsätze im Landkreis Traunstein nicht eine einzige Person verletzt worden sei. Nach insgesamt neun Tagen Katastropheneinsatz stand für Walch fest: "Das alles funktioniert nur mit einem hervorragenden Team. Jetzt dürft ihr auch mal für euch selber applaudieren." 

Anfang kommender Woche will der Landkreis Traunstein eine ausführliche Einsatzbilanz veröffentlichen. Das hat das Landratsamt bereits angekündigt.

UPDATE, Samstag, 8 Uhr - Wann wird K-Fall im BGL aufgehoben?

Im Landkreis Miesbach wurde der Katastrophenfall am Donnerstag aufgehoben. In den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land entspannt sich die Lage ebenfalls. Deswegen wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag der Katastrophenfall für den Landkreis Traunstein ebenfalls aufgehoben. Die Gebirgsjäger rechnen damit, dass es auch im Landkreis Berchtesgadener Land bald so weit sein wird. Am Freitag waren im gesamten Landkreis noch rund 70 Dächer zu räumen, darunter einige auch sehr große Gebäude.

In beiden Landkreisen unterstützen am Freitag und Samstag rund 450 Soldaten die zivilen Hilfskräfte vor Ort. Um für Notfälle vorbereitet zu sein, verbleibt noch eine Reserve von 30 Soldaten des Gebirgspionierbataillons 8 aus Ingolstadt mit schwerem Räumgerät am Standort Bad Reichenhall. Auch ein Lawineneinsatzzug wird beim Gebirgsjägerbataillon 232 in Bischofswiesen noch in Bereitschaft gehalten. 

Die ersten Gebirgspioniere verlassen die Hochstaufen-Kaserne am Freitagmittag, um an ihren Heimatstandort Ingolstadt zu verlegen.

Ein Großteil der am Katastropheneinsatz beteiligten Verbände der Bundeswehr verlegt in die Heimatstandorte zurück. Das Krisenreaktionszentrum der Gebirgsjägerbrigade 23 bleibt bis voraussichtlich Montag noch rund um die Uhr besetzt

UPDATE, 17.55 UHR - Katastrophenfall im Landkreis Traunstein ab Mitternacht aufgehoben

Aufgrund der stabilisierten Lage im Landkreis Traunstein wird der Katastrophenfall ab 18. Januar, 24 Uhr aufgehoben. Die Einsatzkräfte beenden nunmehr die Arbeit und stellen bis Mitternacht die reguläre Alarmbereitschaft wieder her.

Lediglich etwa 60 Kräfte von THW und Bergwacht erledigen morgen noch verbleibende Abräumarbeiten auf der Winklmoosalm.

Insgesamt waren zwischen 10. und 18. Januar  im Landkreis Traunstein über 10.000 Einsatzkräfte bei der Bewältigung der Katastrophenlage gefordert. Nähere Informationen und Hintergründe zur Gesamteinsatzbilanz erhalten Sie Anfang nächster Woche.

Pressemeldung Landratsamt Traunstein

UPDATE, 17.40 Uhr - Rodelunfall in Hainzenberg: Eine Verletzte

Am 18. Januar, gegen 15 Uhr rodelte eine 55-jährige Deutsche auf der Rodelbahn Gerlosstein im Gemeindegebiet von Hainzenberg. Kurz vor dem Ende der Bahn verlor die Frau aus bisher unbekannter Ursache die Kontrolle über ihren Schlitten, konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und stieß gegen eine Holzbande. 

Dabei zog sie sich einen Bruch des linken Unterschenkels zu. Sie wurde mit dem Rettungshubschrauber in das Krankenhaus Schwaz geflogen.

Pressemeldung Polizei Tirol

UDPATE, 16.04 Uhr - Straßen rund ums Sudelfeld wieder frei

Die B307 von Bayrischezell zum Sudelfeld wurde nach dem Lawinenabgang am Mittwochnachmittag wieder freigegeben. Deshalb musste die Straße gesperrt werden. Die Verkehrsfreigabe freut vor allem die Verantwortlichen des Skiparadieses Sudelfeld.

UPDATE, 15.15 Uhr - Hochkar Alpenstraße ab Samstag geöffnet

Die wetterbedingt prekäre Situation am Hochkar in Niederösterreich hat sich nun endgültig entspannt. Die Alpenstraße wird ab Samstag wieder für den öffentlichen Verkehr freigegeben, sechs von acht Liftanlagen sollen wieder in Betrieb gehen, teilte das Amt der Niederösterreichischen Landesregierung laut Tiroler Tageszeitung mit. Die Einstufung als Katastrophengebiet endet demnach mit dem heutigen Freitag. 200 Helfer der Feuerwehr, des Bundesheeres und des Straßendienstes, die am Vormittag noch an Ort und Stelle waren, sollten das Hochkar-Gebiet im Laufe des Freitags verlassen.

UPDATE, 13.20 Uhr - "Man hat gar kein Grollen gehört"

Das Ganze hätte auch schlimm ausgehen können: Luisa H. (24) war zusammen mit ihrem Bruder Claudio (22) gerade auf dem Heimweg vom Skifahren am Sudelfeld, als sie auf der Straße Richtung Bayrischzell plötzlich eine "weiße Wand" vor ihrem Auto hatten. Eine Lawine war direkt auf die B307 niedergegangen. "Wir waren das erste Auto am Abhang. Wir wussten nicht, ob jemand verschüttet worden ist", sagte sie unserem Partnerportal merkur.de. Sie setzte sofort einen Notruf ab.

Auch zwei Tage nach dem Vorfall - das Ganze passierte am Mittwochnachmittag - kann die Tegernseerin noch nicht wirklich fassen, was passiert ist. "Man hat gar kein Grollen gehört", so Luisa H. gegenüber der Zeitung. Wenig später war auch Lukasz R. vor Ort, der gegenüber rosenheim24.de ähnliche Aussagen traf und auch ein Video zur Verfügung stellte.

UPDATE, 12.30 Uhr - Eine "gondelnde Eisprinzessin"

So sah die Kampenwand-Seilbahn am Freitagmorgen aus.

Bei diesem Anblick muss man einfach schlottern. Wie mag wohl der Wind in den letzten schneereichen Tagen stürmisch durch die Bergwelt gepfiffen sein. Wie aus einer anderen Welt zeigt sich derzeit die Bergstation der Aschauer Kampenwandseilbahn. Doch die weiße Pracht stört die farbenfrohen Kabinen überhaupt nicht. Sie bringen unermüdlich alle Ski- und Seilbahngäste bestens bergauf und talab. Freude bereitet dies auch der Auszubildenden der Aschauer Tourist Info, Sophia Zängerl, die sich in ihrer Mittagspause vom Naturschauspiel in luftiger Höhe selbst ein Bild machte. 

Pressemeldung Touristinfo Aschau

UPDATE, 12.05 Uhr - Kommt nach dem Schnee die große Kälte?

Kommt nach dem vielen Schnee nun die große Kälte? Beim Blick auf die 16-Tage-Vorschau von wetter.com fällt auf: Die Temperaturen rauschen immer weiter in den Keller. So sieht die Vorhersage für die kommenden zwei Wochen Temperaturen vor, die weit unter Null liegen. Dazu sollen die Werte quasi von Tag zu Tag sinken. 

Der Tiefpunkt soll dann laut diesem Trend Ende Januar kommen. Hier könnten die Werte zum Beispiel in München dann möglicherweise bis zu -13 Grad erreichen. An den bayerischen Alpen wie in Berchtesgaden oder Garmisch-Partenkirchen können die Temperaturen im gleichen Zeitraum sogar auf bis zu -15 Grad fallen.

Wie zuverlässig diese Prognose für die kommenden 16 Tage ist, wird sich zeigen. Immerhin liegt die Treffsicherheit laut Wikipedia für eine 3-Tages-Vorschau noch bei 75 Prozent, wie unser Partnerportal merkur.de nun berichtet.

UPDATE, 11.35 Uhr - Katastrophenfall im BGL bleibt bestehen

Der Katastrophenfall im Landkreis Berchtesgadener Land bleibt am Freitag weiterhin bestehen. Knapp 1.000 Einsatzkräfte von den Feuerwehren, dem THW, der Bundeswehr, der Bundespolizei, der Bayerischen Polizei, dem BRK, dem Malteser Hilfsdienst und der Wasserwacht müssen noch 70 Dachanlagen, darunter drei sehr große Gebäude in der Marktgemeinde Berchtesgaden (Ortsteil Buchenhöhe) und der Gemeinde Bischofswiesen, von der Schneelast befreien. Seit Einsatzbeginn wurden bereits knapp 1.500 Dächer geräumt.

Folgende Straßensperrungen für Bundes-, Staats- und Kreisstraßen im Berchtesgadener Land gelten nach wie vor (Stand: Freitag, 8 Uhr):

  • B305: in beiden Richtungen zwischen den Abzweigen Staatsstraße 2101 und B21 (sogenannter Weinkaser) 
  • Kreisstraße BGL19: in beiden Richtungen nach der Abzweigung CJD-Dürreck und Parkplatz Vorderbrand (Berchtesgaden)

Bürgertelefon: Das Bürgertelefon (Telefon: 08651/773-153) am Landratsamt Berchtesgadener Land für Bürgerinnen und Bürger bleibt nur noch bis Freitag, 18. Januar 2019, 12 Uhr besetzt.

Pressemeldung Landratsamt Berchtesgadener Land

UPDATE, 11.05 Uhr - Auch Flughafenfeuerwehr im Einsatz

Auch Kräfte der Flughafenfeuerwehr München halfen in Traunstein.

Auch Kräfte der Flughafenfeuerwehr München kamen in Traunstein beim Schneeräumen zum Einsatz: Schneewehen und Eisschollen hingen über die Dächer der Sparkasse in der Altstadt, des Amtsgerichtes, einer Schule, einer Turnhalle und einer Kirche. Die Aufgabe bestand darin, zusammen mit anderen Einsatzkräften die Dächer abzuräumen, damit niemand durch herunterfallenden Schnee verletzt werden kann.
Für die exponierten Einsatzorte wurde die Flughafenfeuerwehr gebraucht, weil die eingesetzten Kräfte über eine spezielle Ausbildung für die dort erforderlichen Sicherungsmaßnahmen verfügen. Das Foto zeigt von links Hans Nagl, Florian Greckl und Wolfgang Langgartner beim Einsatz auf dem Dach der Traunsteiner Sparkasse.

Pressemeldung Flughafen München GmbH

UPDATE, 10.45 Uhr - Bundeswehr schaufelt vor eigener Tür

Da sich die Schneelage vielerorts ziemlich entspannt hat, hat die Bundeswehr nun endlich Zeit gefunden, vor der eigenen Haustüre zu "schaufeln".

"Nachdem unsere Soldaten sieben Tage im Dauereinsatz für vor allem öffentliche Gebäude und Straßen sowie auch akut gefährdete Privathäuser standen, konnten wir am Donnerstag damit beginnen, uns auch um eigene Liegenschaften auf der Winklmoosalm und auf dem Hochgebirgsübungsplatz Reiteralpe zu kümmern", erläutert der Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Brigadegeneral Jared Sembritzki. Wie der Einsatz genau abläuft, lesen Sie in unserem Extra-Artikel.

Soldaten schaufeln vor 'eigener Tür'

UPDATE, 10.15 Uhr - Ab Montag wieder Schule im Lkr. Traunstein

Jetzt ist Schluss mit "lustig" für alle Schüler: Ab Montag, 21. Januar, findet an ALLEN Schulen im Landkreis Traunstein wieder regulärer Unterricht statt. Dies teilte das Landratsamt Traunstein soeben mit.

UPDATE, 10 Uhr - Sattelzug rutscht bei Haag in Graben

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag war es an einigen Orten auf den Straßen ziemlich glatt. Deswegen bat gegen 2.35 Uhr auch ein Lastwagenfahrer die Einsatzzentrale der Polizei um Hilfe. Der 25-Jährige war mit seiner Sattelzugmaschine auf der B15 beim Einschleifer auf die B12 bei Haag aufgrund der Straßenglätte in den Straßengraben gerutscht. 

Der Sattelzug blockierte dabei die komplette Straße. Mit zwei schweren Abschleppfahrzeugen konnte der Lastwagen aus seiner misslichen Lage befreit werden. Es entstand kein Schaden, wie die Polizei Waldkraiburg mitteilte.

UPDATE, 9.40 Uhr - Lage in Österreich entspannt

Im benachbarten Österreich hat sich die Lage inzwischen weitestgehend normalisiert. Sowohl im Salzburger Land als auch in Tirol war es bereits am Donnerstag ruhig. Die Kollegen von salzburg24.de haben die Ereignisse beim "Jahrhundert-Schnee" in einer Chronologie zusammengefasst.

UPDATE, 7.25 Uhr - Landrat Walch zur Lage in Raiten

Am späten Abend hat sich Traunsteins Landrat Siegfried Walch noch mal mit einer Videobotschaft gemeldet und über die aktuelle Situation in Raiten gesprochen. "Die Experten waren am Donnerstag in der Lage, den Bereich intensiv zu untersuchen. Schneeprofile wurden gegraben, was viel Zeit beansprucht, da der Schnee auf dem Berg teilweise dreieinhalb Meter hoch ist." Das Prüfung ergab folgendes Ergebnis: Es droht aktuell keine Gefahr mehr für den bebauten Bereich von Raiten. Deswegen durften die Menschen am Abend noch in ihre Häuser zurück.

Mit der Gemeinde und der Lawinenkommission sei jedoch vereinbart worden, dass der gesamte Bereich in den nächsten Tagen unter intensiver Beobachtung bleibt, so Walch: "Regen oder Föhn könnten die Situation nämlich schnell wieder akut machen."

Darauf wollen sich die Verantwortlichen nun umfassend vorbereiten. "Die akute Gefahr ist momentan gebannt, aber wir stellen uns auch die Situation ein, falls sich wieder eine Verschärfung der Lage ergeben sollte, dass wir dann sofort reagieren und handeln könnten", sagte Walch. 

Am Freitag soll deswegen eine Bürgerinformationsverstaltung in Schleching stattfinden. Auch ein umfassender Evakuierungsplan für Raiten soll erarbeitet werden, so dass in Zukunft dann jeder genau weiß, was im Falle des Falles zu tun ist und die Räumung dann möglichst schnell erfolgen kann, hieß es.

Lawinenkomission untersucht mit Hubschrauber Schneeschicht in Raiten

UPDATE, 7 Uhr - Feuerwehrler inzwischen völlig erschöpft

"Nach zwölf Tagen Wintereinsatz und tausenden geleisteter Einsatzstunden ist mittlerweile die Leistungsgrenze unserer motivierten und engagierten Mitglieder erreicht bzw. teilweise überschritten. Am Donnerstag konnten wir daher nur eine kleine Mannschaft stellen und waren umso mehr auf starke Unterstützung angewiesen", teilte beispielsweise die Feuerwehr Berchtesgaden via Facebook mit.

Die engagierten Helfer wollen aber weitermachen. Glücklicherweise geht die Anzahl der noch offenen Einsätze inzwischen stetig zurück. Am Freitag wollen die Floriansjünger dann die wohl letzten sogenannten "Priorität 1-Objekte" erledigen.

UPDATE, 6.40 Uhr - Nur noch im Lkr. Traunstein teilweise Schulausfall

Nur im Landkreis Traunstein fällt am Freitag noch TEILWEISE der Schulunterricht aus. Um Freiraum für die Arbeit der Einsatzkräfte im südlichen Landkreis Traunstein zu schaffen, entfällt an allen Schulen südlich der Linie Chieming - Nußdorf der Unterricht.

An allen anderen Schulen des Schulamtsbezirks Traunstein findet regulärer Unterricht statt. Nähere Infos gibt es auch beim Bayerischen Kultusministerium.

UPDATE, 6.35 Uhr - Zugverkehr immer noch nicht reibungslos

Die Bayerische Oberlandbahn (BOB) kämpft weiter mit aller Macht darum, so schnell wie möglich den Normalbetrieb in vollem Umfang wieder aufnehmen zu können. Vielerorts müssen Züge aber noch instand gesetzt werden. Auf folgenden Strecken gibt es noch Störungen bzw. Ausfälle:

  • München - Lenggries: Die Strecke wird im Pendel bedient: Abfahrt in München um XX:04 Uhr, Abfahrt in Lenggries um XX:47. Dies ist infrastrukturbedingt: Da die Fahrzeuge nicht in Schaftlach kreuzen können, können die Verspätungen aktuell nicht abgebaut werden.
  • Schliersee - Bayrischzell: Die ist aktuell und bis auf weiteres witterungsbedingt wegen hoher Lawinengefahr gesperrt. Die Bayerische Oberlandbahn setzt Busse im Schienenersatzverkehr ein. Die Sperre wird vermutlich mindestens bis Montag, 21. Januar, andauern.
  • Tegernsee - Schaftlach: Die Strecke wird im Pendel bedient: Abfahrt in Tegernsee um XX:52 Uhr, Abfahrt in Schaftlach um XX:48 Uhr. Zur Weiterfahrt in Richtung München ist in Schaftlach umzusteigen.
  • München - Holzkirchen: Aus betrieblichen Gründen sei auf diesem Streckenabschnitt am Freitag mit Zugausfällen zu rechnen, hieß es am frühen Freitagmorgen auf der Homepage des Meridian.

UPDATE, 6.20 Uhr - Katastrophenfall im Lkr. Miesbach aufgehoben

Elf Tage, 8.481 Einsatzkräfte, unzählige Einsätze – das ist die Bilanz des Schnee-Katastrophenfalls im Landkreis Miesbach. Am Donnerstag, 17. Januar 2019, hob Landrat Wolfgang Rzehak den Katastrophenfall um 16.57 Uhr auf. Zurück bleiben erschöpfte Helfer aus dem Landkreis und ganz Bayern – und das befriedigende Gefühl, durch den gemeinsamen Einsatz den Landkreis und seine Bürger vor großem Schaden bewahrt zu haben.

Der Einsatzstab des Landkreises Miesbach.

Elf Tage zuvor hatte Rzehak den Katastrophenfall für den Landkreis Miesbach festgestellt. Grund war der starke Schneefall, der Straßen verstopfte und auf Bäume, Häuser und Strommasten drückte. Keine unumstrittene Entscheidung, immerhin war der Landkreis Miesbach der erste der fünf südbayerischen Landkreise, der wegen des Schnees den K-Fall feststellte. Dass die rechtzeitige Feststellung allerdings absolut gerechtfertigt war, zeigte der weitere Verlauf: Tausende Einsatzkräfte, darunter Hilfskontingente aus ganz Bayern und die Bundeswehr, kämpften seitdem mit den Schneemassen. Nicht die Schneehöhe, sondern die besonders schwere, nasse Beschaffenheit des Schnees bereiteten Probleme.

Weitere Infos gibt es in einem gesonderten Bericht im Laufe des Vormittags!

UPDATE, 6.15 Uhr - Menschen in Raiten dürfen zurück

Die Lage in der Region scheint sich langsam aber sicher zu entspannen. Am späten Donnerstagnachmittag hat zunächst der Landkreis Miesbach den Katastrophenfall aufgehoben (weitere Infos hierzu in Kürze!). Zudem gab es auch aus Raiten (Landkreis Traunstein) gute Nachrichten: Dort durften die Bewohner am späten Abend in ihre Häuser zurückkehren.

Das komplette Dorf war am Mittwoch geräumt werden, weil es durch die brisante Schneelage auf der Hochplatte durch einen großen Lawinenabgang massiv bedroht schien. Den gesamten Donnerstag führten Experten umfangreiche Messungen durch und kamen letztlich zu dem Schluss, dass die Gefahr für den bewohnten Teil des Ortes so weit gesunken ist, dass die Menschen zurückkehren können. Ein Bereich zwischen Dorf und Hang bleibt jedoch weiterhin gesperrt.

UPDATE, 6.05 Uhr: Diese Straßen sind weiterhin gesperrt

Folgende Straßensperrungen melden die Portale bayerninfo.de und Lawinendienst-bayern.de am Mittwochmorgen (Stand: 6 Uhr):

Landkreis Traunstein:

  • Ruhpolding: Seehaus - Seegatterl
  • Zwischen Knappenfeld und Abzweig nach Traunstein: in beiden Richtungen bis auf weiteres gesperrt, umgestürzte Bäume, tiefer Schnee,
  • Staatsstraße 2102, Teisendorf - Neukirchen, zwischen Oberteisendorf und Neukirchen am Teisenberg in beiden Richtungen gesperrt
  • B305, Berchtesgaden - Bernau, zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl in beiden Richtungen gesperrt, Lawinengefahr 

Landkreis Berchtesgadener Land: 

  • Schneizlreuth B305: Schneizlreuth - Abzweig. St 2101 Sperrung
  • Schönau am Königssee: Gotzental ab Parkplatz Hinterbrand
  • B305: Berchtesgaden - Bernau, zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl in beiden Richtungen gesperrt, Lawinengefahr 
  • Kreisstraße BGL5 zwischen Marktschellenberg und Abzweig nach Götschenhof, in beiden Richtungen gesperrt

Landkreis Miesbach:

  • Bayrischzell B307: Höhe Wendelsteinkeller bis zum Parkplatz Kotz 
  • B307 Bayrischzell - Tatzelwurm: zwischen Bayrischzell und Unteres Sudelfeld beide Fahrtrichtungen gesperrt, Lawinen
  • Bayrischzell: von Wildfeldalm bis Rotwandhaus
  • Schliersee: Spitzingsattel - Obere Firstalm (Trautweinweg)
  • Schliersee: Waitzinger Alm - Valepp (Valepperstraße)

Quelle: rosenheim24.de

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