Wüstenklima in der Region

Wegen erhöhter Waldbrandgefahr: Regierung ordnet Luftbeobachtung an

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Landkreise - Während wir besonders im Januar 2019 noch mit Rekordschneemengen in manchen Ortschaften in Südostbayern zu kämpfen hatten, hat sich der April 2019 zum absoluten Gegenteil entwickelt. In der gesamten südostbayerischen Region ist es aufgrund der frühlingshaften Temperaturen und den niederschlagsarmen Tagen viel zu trocken. 

Update, 15.30 Uhr: Pressemitteilung Regierung Oberbayern

Wegen anhaltend hoher Waldbrandgefahr hat die Regierung von Oberbayern die Luftbeobachtung von Freitag, 19. April bis einschließlich Montag, 22. April angeordnet. Dies geschieht in Abstimmung mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfaffenhofen a.d.Ilm, das für gan Oberbayern zuständig ist. 

Die Flieger starten von den Stützpunkten Eichstätt, Ohlstadt und Erding. Sie erreichen von dort aus gefährdete Wäl- der in den Landkreisen Ebersberg, Eichstätt, Erding, Bad Tölz- Wolfratshausen, Miesbach und Rosenheim. Die Beobachtungsflüge finden einmal täglich jeweils nachmittags statt.

Aufgrund zunehmender Trockenheit weist der allgemeine Waldbrandgefahren-Index für Teile im nördlichen und südöstlichen Oberbayern aktuell eine hohe Waldbrandgefahr aus (Stufe 4). Besonders gefährdet sind Wälder auf leichten, sandigen Standorten mit geringem Bewuchs, sonnige Waldlichtungen und Waldränder.

Die Regierung von Oberbayern bittet dringend darum, folgende Warnhinweise zu beachten. Diese gelten auch für Waldbesitzer, Jäger und alle Personen, die mit Waldarbeiten beschäftigt sind. Im Wald oder in einer Entfernung von weniger als 100 Metern davon sollen Sie:

  • kein Feuer oder offenes Licht anzünden oder betreiben, 
  • keine offenen Feuerstätten errichten oder betreiben,
  • keine Bodendecken abbrennen und keine Pflanzen oder Pflanzenreste flächenweise absengen,
  • keine brennenden oder glimmenden Sachen wegwerfen und nicht rauchen.

Die Luftbeobachtung ist eine vorbeugende Maßnahme der Waldbrandbekämpfung. Die Regierung von Oberbayern trägt die tatsächlichen Einsatzkosten für

Einsätze der Luftbeobachtung im Katastrophenschutz aus Mitteln des Katastrophenschutzfonds. Die Flugbereitschaft Oberbayern der Luftrettungsstaffel Bayern e.V. stellt die ehrenamtlichen Piloten. 

Die ausgebildeten amtlichen Luftbeobachter sind in der Regel Bedienstete der Katastrophenschutzbehörden oder Forstbehörden vor Ort. Weitere Informationen sind im Internet abrufbar unter www.lrst-oberbayern.de.

Vorbericht:

Viele Landwirte oder Gartenbesitzer sehnen sich Regen herbei. Am Beispiel Mühldorf am Inn ist es deutlich zu sehen, wie wenige Liter pro Quadratmeter vom Himmel gefallen sind. Normal wären im Monat April knapp 30 Liter pro Quadratmeter. Gefallen sind am Beispiel Mühldorf gerade einmal vier Liter pro Quadratmeter im bisherigen Monat, berichtet Unwetterservice Südostbayern.

Auch der vorherige Monat März fiel besonders in den südlichen Teilen Südostbayerns - Landkreise Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land - zu trocken aus. Dort gab es ein Niederschlagsdefizit von 30 bis 70 Prozent.

Wenn man das Niederschlagsdefizit aus dem letzten Jahr bedenkt, immerhin durchschnittlich 200 Liter unter Soll, und die vorherrschende Trockenheit in den tieferen Erdschichten, ist die derzeitige Lage nicht unkritisch. Mehrere Tage mit „Salzburger Schnürlregen“ werden aktuell benötigt, um wieder einigermaßen "in der grünen Bereich" zu kommen, schreibt Unwetterservice Südostbayern. Kritisch ist daher auch der Grasland-Feuerindex des Deutschen Wetterdienstes für Südostbayern. Dieser liegt aktuell bei Stufe vier von fünf.

Gefahr durch Waldbrände

Der Grasland-Feuerindex ist besonders für die Bahnstrecken, hier speziell Salzburg - Rosenheim relevant, da bereits ein Funke (z.B. beim Bremsen) reicht, um beispielsweise die grasbewachsenen Bahndämme der Zugstrecken in Brand zu setzen. Zum Beispiel stand am Mittwochnachmittag in Thüringen ein Bahndamm in Flammen. Auslöser für das Feuer war ein Güterzug mit festsitzender Bremse. Durch den Funkenflug entzündeten sich die umliegenden trockenen Sträucher und Büsche in Windeseile.

Auch die Waldbrandgefahr in der gesamten Region hat inzwischen wieder Stufe drei von fünf erreicht. Da die Behörden in Bayern über die Feiertage mit vielen Waldausflüglern rechnen, sollen etliche Gebiete mit Flugzeugen aus der Luft beobachtet werden. Für Waldspaziergänger heißt das: 

  • kein offenes Feuer
  • nicht Grillen
  • keine Glasflaschen liegen lassen 
  • keine Zigarettenkippen wegwerfen
  • Auto nicht auf trockenen Wiesen parken

In Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg wurden einzelne Osterfeuer bereits abgesagt. Das christliche Osterfeuer entstand aus den ursprünglichen heidnischen Frühlingsfeuern. Das Licht des Feuers kann als das Erscheinen von Jesus gedeutet werden. Seit dem 11.Jahrhundert wird dieser Brauch auch in Deutschland gefeiert.

Fazit: Der April 2019 könnte von den Niederschlagsmengen den April 2018 sogar noch unterbieten. Aktuell ist keine Besserung der Trockenheit in Sicht.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa

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