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Fassungslosigkeit nach tödlichem Badeunglück

Während Retter um Leben kämpfen: Nackte Gaffer mit Bierflaschen „letzten Funken Anstand verloren“

Am Dienstagnachmittag spielten sich an einem Baggersee in Baiersdorf (Landkreis Erlangen-Höchstadt) dramatische und zugleich unverständliche Szenen ab. Rettungskräfte zogen einen 74-jährigen Mann aus dem Wasser und versuchten ihm das Leben zu retten. Währenddessen musste sich die Feuerwehr mit nackten Gaffern herumschlagen.

Baiersdorf - Die Geschehnisse vom Dienstagnachmittag (29. Juni) am sogenannten Baiersdorfer Ausee machen fassungslos. Gegen 16.15 Uhr war ein Mann (74) beim Schwimmen im Baggersee unvermittelt untergegangen. Seine Ehefrau setzte umgehend einen Notruf ab.

Sofort eilten zahlreiche Rettungs- und Feuerwehrkräfte zum Unglücksort. Dort gelang es Tauchern der Feuerwehr den leblosen Körper des Mannes aus einer Tiefe von vier Metern an Land zu ziehen. Weil der Mann kein Lebenszeichen von sich gab, begann die eingeflogene Notärztin umgehend mit der Reanimation. Die Notfallversorgung vor Ort dauerte knapp eine Stunde an und zeigte auch Erfolg, so die Schilderungen des Kreisbrandrates, Stefan Brunner, in einer Stellungnahme auf Facebook. Der Mann wurde anschließend in eine Klinik gebracht, wo er jedoch tragischerweise den Kampf um sein Leben verlor.

Nackte Gaffer sorgen für Kopfschütteln

Doch neben dem dramatischen Einsatz belasten die Retter und Helfer noch andere Geschehnisse. Wie Brunner in seinem Beitrag schildert, sei das Verhalten vieler Badegäste nicht zu entschuldigen. Rund 15 Feuerwehrleute seien allein dafür nötig gewesen, um die „verunglückte Person vor ungeniert, teilweise sogar splitterfasernackten“ Gaffern abschirmen zu können.

Andere „blieben im Umkreis von zehn Metern schamlos auf ihren Plätzen liegen und schauten dem Einsatz zu. Wir und die Polizei hatten keine Zeit, alles abzusperren“, ergänzt Feuerwehr-Pressesprecher Sebastian Weber im Gespräch mit inFranken.de.

„Habt Ihr den letzten funken Anstand verloren?“

Die Krönung seien laut Brunner noch diejenigen gewesen, welche mit ihrem Fahrrad oder zu Fuß mitten hindurch spazierten oder „mit der Bierflasche in der Hand einfach unbeteiligt zwischen den Einsatzfahrzeugen“ sitzenblieben.

Zwar sei der Einsatz nicht direkt behindert worden, so Weber. Doch das Verhalten findet er ethisch und moralisch bedenklich. Brunner wird auf Facebook noch deutlicher: „Geht‘s noch? Habt Ihr den letzten Funken Anstand verloren? Kann man da sich nicht einfach dezent anziehen, aus dem Weg gehen und den Rettungskräften den Weg freimachen und -halten?“

mz

Rubriklistenbild: © Stephan Jansen/dpa

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