Großeinsatz der Polizei in Waldkraiburg 

Asylbewerber rasten in Unterkunft aus - Mitarbeiter flieht aus Fenster

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Waldkraiburg - Streit und mehrere Körperverletzungen in der Erstaufnahmeeinrichtung führten am Dienstagnachmittag zu einem Polizeieinsatz. Mehrere Streifen sind vor Ort gewesen, um den Vorfall zu klären.

Update, 29. August, 10.40 Uhr - Pressemeldung der Polizei

Am 28. August gegen 15 Uhr sollte durch einen Mitarbeiter einem Neuankömmling in der Erstaufnahmeeinrichtung ein Zimmer zugewiesen werden. In diesem hatten sich aber bereits vier Asylbewerber verbotenerweise zum Rauchen und Alkoholkonsum getroffen. Die ertappten Männer nahmen sofort eine bedrohliche Haltung gegen den Mitarbeiter ein, beleidigten ihn und einer versetzte ihm einen Kopfstoß ins Gesicht. 

Sicherheitsdienstmitarbeiter und ein weiterer Verwaltungsangestellter beruhigten die Situation und brachten die Männer aus dem Zimmer. Die Polizei wurde gerufen. Die Ehefrau eines der Ertappten mischte sich nun ein, suchte den Mitarbeiter im Büro auf, ohrfeigte ihn grundlos und warf eine Kaffeetasse nach ihm. Sie wurde aus dem Büro verwiesen und der Mitarbeiter versperrte es von innen. Unbemerkt wurde der Frau beim Schließen der Bürotüre jedoch ein Finger der rechten Hand eingezwickt und sie erlitt eine Platzwunde an der Fingerkuppe. 

Nun war der Ehemann nicht mehr zu halten, wollte in das Büro eindringen und beschädigte dabei die versperrte Türe. Der Mitarbeiter wähnte sich in größter Gefahr, floh durch das Fenster aus dem Büro und begab sich sofort zur Polizeidienststelle. Der besagte Ehemann schlug in dieser Situation auch dem Verwaltungsangestellten mit der Faust ins Gesicht, der eine Platzwunde an der Lippe davontrug. Es bildeten sich wieder mehrere Gruppen von etwa 40 bis 50 Asylbewerbern im Eingangs- und Empfangsbereich der Erstaufnahmeeinrichtung mit entsprechend lautstarken Diskussionen untereinander und mit dem Sicherheitspersonal. 

Die Polizeieinsatzzentrale Rosenheim entsandte zur Unterstützung der Waldkraiburger Beamten acht weitere Streifenbesatzungen zur Klärung der Lage und Aufnahme der Sachverhalte. Die Diskussionen beruhigten sich schnell wieder. Dennoch blieben mehrere Streifen bis in den Abend hinein am Einsatzort. Die leicht am Finger verletzte Ehefrau - erkennbar schwanger - wurde zur weiteren Behandlung vorsorglich in die Kreisklinik Mühldorf verbracht. 

Es bleibt der Polizeiinspektion Waldkraiburg nun umfangreich in mehreren Körperverletzungsdelikten, Beleidigungen, Sachbeschädigung gegen die Beteiligten zu ermitteln. Nahezu zeitgleich benahm sich gegen 15.20 Uhr ein Asylbewerber im nahegelegenen Netto-Markt an der Aussiger Straße beleidigend gegenüber einer Mitarbeiterin. Auch hier ermittelt die Polizeiinspektion Waldkraiburg wegen Beleidigung.

Pressemeldung der Polizeiinspektion Waldkraiburg

Erstmeldung

Am Dienstagnachmittag hat es einen Einsatz an der Asylbewerberunterkunft in Waldkraiburg gegeben. Darauf haben Leser unsere Redaktion aufmerksam gemacht. Sie haben zahlreiche Einsatzfahrzeuge der Polizei vor dem Gebäude bemerkt und sich daraufhin gewundert.

Auch ist die Sorge groß, dass ein Streit erneut derart eskaliert, wie Anfang Juni diesen Jahres geschehen. Damals hat die Regierung von Oberbayern angeordnet, dass alle Kühlschränke aus dem Gebäude aus Sicherheitsgründen entfernt werden. Das hat für einen Tumult gesorgt, der Spezialkräfte stundenlang in Atem gehalten hat. Am Ende ist das Gebäude gestürmt worden, um dem Tumult ein Ende zu bereiten.

Streit sorgt für Polizeieinsatz

Am Dienstagnachmittag, den 28. August, ist es erneut zu einem Streit in der Asylbewerberunterkunft gekommen. Wie die Polizeiinspektion Waldkraiburg erklärt, sei ein Streit unter Bewohnern gemeldet worden. Der Sicherheitsdienst der Dependance der Aufnahmeeinrichtung Oberbayern in Waldkraiburg hat die Polizei hinzugerufen.

Mittlerweile sei die Situation an der Aussinger Straße unter Kontrolle und hätten sich die Gemüter beruhigt, heißt es. Die Polizisten vor Ort nehmen den Vorfall auf und versuchen zu klären, wie es zu dem Streit kommen konnte. Näheres zur Anzahl der streitenden Personen oder möglichen verletzten Personen ist derzeit nicht bekannt. Weitere Informationen zu dem Vorfall sollen in einer Pressemeldung bekannt gegeben werden.

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ksl

Quelle: innsalzach24.de

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